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21.09.2024Bundesliga

Gegner-Check: Aggressive Wölfe kommen mit breiter Brust

Von den vergangenen fünf Bundesligaspielen gegen Bayer 04 konnte der VfL Wolfsburg keines gewinnen. An diesem Sonntag, 22. September (Anstoß: 15.30 Uhr), werden die Wölfe in der BayArena dennoch wieder ein unbequemer Gegner für die Werkself sein. In Sachen Zweikampfhärte gibt es jedenfalls wenige Teams, die den Niedersachsen das Wasser reichen können. Der Gegner-Check.
VfL Wolfsburg

Position

Dass ausgerechnet der ehemalige Wolfsburger Omar Marmoush mit einem Doppelpack gegen seinen Ex-Klub zum Matchwinner für Eintracht Frankfurt wurde, schmerzte den VfL Wolfsburg bei der 1:2-Heimniederlage gegen die Hessen am vergangenen Wochenende schon. Zumal der Siegtreffer des Ägypters per Handelfmeter erst in der 82. Minute gefallen war. „Wir haben gefightet, uns alles abverlangt und sind dementsprechend enttäuscht“, sagte VfL-Trainer Ralph Hasenhüttl nach dem Abpfiff. Schon beim Bundesliga-Auftaktspiel gegen den Rekordmeister FC Bayern München hatten die Wölfe zu Hause ebenfalls kurz vor Schluss das 2:3 kassiert. Dabei waren die Gastgeber durch den zweifachen Torschützen Lovro Majer vorübergehend 2:1 in Führung gegangen. Zwischen den beiden knapp verlorenen Partien lag der 2:0-Auswärtssieg bei Aufsteiger Holstein Kiel durch Treffer von Maximilian Arnold und Sebastiaan Bornauw. Drei Punkte nach drei Spielen – damit liegt der VfL derzeit im unteren Mittelfeld der Liga.

Im DFB-Pokal hatten sich die Grün-Weißen in der 1. Runde beim Oberligisten TuS Koblenz schwergetan und mühten sich durch ein Tor von Patrick Wimmer zu einem 1:0-Sieg. In der 2. Runde empfängt der VfL nun Ende Oktober Borussia Dortmund in der Volkswagen Arena.

Personal

Sein Markenzeichen ist die Gesichtsmaske: Seit einem schlimmen Zusammenprall mit einem Gegenspieler vor zwei Jahren trägt Kamil Grabara in Spielen einen Schutz, obwohl alle Verletzungen verheilt sind – die Maske gibt ihm Sicherheit. Der teuerste Torhüter der VfL-Klubgeschichte hat als Nachfolger der langjährigen Nummer eins Koen Casteels bislang voll überzeugt. Beim 2:3 gegen die Bayern war der extrovertierte Pole für viele Beobachter bester Mann auf dem Platz. „Heavy Metal statt Klassik zwischen den Pfosten“, so beschreibt der kicker den Charakter-Wechsel im Tor der Wolfsburger. „Ich hatte noch nie einen Typen in der Kabine, der stärker gewinnen wollte als er“, sagt VfL-Geschäftsführer Peter Christiansen über den Keeper, den er selbst in seiner Zeit beim FC Kopenhagen noch an Wolfsburg verkauft hatte.

Kurz vor Schließung des Transferfensters schlug der VfL noch dreimal auf dem Markt zu. Mittelfeldspieler Salih Özcan kam auf Leihbasis von Borussia Dortmund und gab beim 1:2 gegen Frankfurt sein Startelf-Debüt für die Wölfe. Innenverteidiger Denis Vavro wurde wie zuvor schon Torhüter Grabara vom FC Kopenhagen verpflichtet. Der Slowake kam bislang noch nicht zum Einsatz, könnte aber am Sonntag womöglich in der Anfangsformation stehen. „Er ist ein international erprobter Abwehrspieler“, sagt VfL-Sportdirektor Sebastian Schindzielorz über den 28-Jährigen. Auch der von PAOK Saloniki geholte Konstantinos Koulierakis ist ein Kandidat für die Startelf. Gegen Frankfurt kam der griechische Nationalspieler zu einem ersten Kurzeinsatz. Gut möglich also, dass Hasenhüttl in Leverkusen auch seine bislang bewährte Defensivreihe erstmals umbauen wird. An Alternativen mangelt es dem Österreicher in der Abwehr jedenfalls nicht.

Dreh- und Angelpunkt im Wolfsburger Mittelfeld ist nach wie vor Kapitän Maximilian Arnold. Der 30-Jährige bestritt gegen die Eintracht sein 350. Bundesligaspiel für den VfL – sein Debüt hatte er noch unter Trainer Felix Magath im November 2011 gegeben. Fehlen wird den Grün-Weißen in Leverkusen weiterhin der Kroate Lovro Meijer, der sich beim 2:0-Sieg in Kiel eine Bänderverletzung im Sprunggelenk zugezogen hatte. Vorne haben die Wölfe mit Mohammed Amoura (Union Saint-Gilloise) einen weiteren enorm schnellen und dribbelstarken Angreifer in ihren Reihen, der mit Tiago Thomas die Außenbahnen besetzen könnte. Im Sturmzentrum dürfte wie zuletzt Patrick Wimmer auflaufen. Ausfallen werden neben Majer auch die Stürmer Bartosz Bialek (Kreuzbandriss) und Lukas Nmecha (Aufbautraining) sowie Abwehrspieler Rogerio (Aufbautraining) und Mittelfeldakteur Kevin Paredes (Fußverletzung).

Probleme

In einigen Bereichen fehlt es beim VfL noch an Präzision. Sowohl bei der Schuss- als auch bei der Flankengenauigkeit belegen die Niedersachsen hintere Ränge. Auch Passquote und Großchancenverwertung sind noch ausbaufähig. Weil der Kader der Wolfsburger, die nur an zwei Wettbewerben teilnehmen, mit derzeit 31 Spielern sehr groß ist, wird es für Trainer Hasenhüttl herausfordernd sein, alle Akteure bei Laune zu halten. „Der Konkurrenzkampf wird noch härter, ich bin gespannt, wie wir damit umgehen“, sagt der Coach.

Prunkstück

Auch in dieser Saison setzen die Wolfsburger auf ein sehr physisches, aggressives Spiel, in dem sie giftig in die Zweikämpfe gehen. Nicht zuletzt zehn Gelbe Karten in drei Partien sind Ausdruck dieser robusten Spielweise. Nur der FC Augsburg hat noch einmal mehr Gelb gesehen. Vor allem das Defensivverhalten sei „insgesamt intensiver geworden, weil wir die Basics brutal auf den Platz bekommen“, stellt Trainer Hasenhüttl fest. Ein Beleg dafür: Der VfL ist aktuell die Mannschaft mit den meisten Sprints und den meisten intensiven Läufen in der Bundesliga. Hasenhüttl will seine Mannschaft hoch pressen lassen, fordert schnelles Umschaltspiel. Spieler wie Maximilian Arnold, Ridle Baku, Tiago Tomas, Mohammed Amoura, Jonas Wind oder Salih Özcan stehen für diesen Spielstil. Letzterer gibt sich vor dem Auswärtsspiel bei Bayer 04 kämpferisch: „Wir wissen, dass Leverkusen eine enorme Qualität hat, aber wir haben keine Angst davor und gehen mit breiter Brust in dieses Spiel.“

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