5:2 in Dortmund – Reife Werkself wie aus einem Guss

Dritter Bundesliga-Sieg in Folge für die Werkself – und ein dickes Ausrufezeichen im Kampf um die Champions-League-Plätze: Bayer 04 gewann das Spitzenspiel bei Borussia Dortmund nach einer hervorragenden Leistung mit 5:2 (3:1). Ein Eigentor von Manuel Akanji (10.), Florian Wirtz (20.), Robert Andrich (28.), Jonathan Tah (53.) und Moussa Diaby (87.) sorgten für die Leverkusener Treffer. Ein Eigentor von Jeremie Frimpong (16.) führte zum zwischenzeitlichen Ausgleich, Steffen Tigges traf zum Endstand (90.).
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„Unser aller Fokus lag heute nur auf diesen drei Punkten, und einen Sieg hier haben wir schon lange nicht mehr geschafft. Bei meinem Tor habe ich den Ball mit meinem schwachen Fuß und viel Überzeugung reingemacht“, sagte ein sichtlich zufriedener Jonathan Tah nach der Gala seiner Mannschaft. „Eine Riesenkompliment an die Mannschaft“, verteilte Robert Andrich und sagte: „Besser als unser 2:1 kann man ein Tor nicht herausspielen.“

Bayer 04 musste im Spitzenspiel des Tabellenzweiten gegen den Dritten auf seinen Kapitän verzichten: Torhüter Lukas Hradecky stand im Duell beim BVB nicht zur Verfügung, nachdem er positiv auf COVID-19 getestet worden war. Für den Finnen sprang Lennart Grill zwischen den Pfosten ein und bestritt somit seinen fünften Bundesliga-Einsatz. Chefcoach Gerardo Seoane nahm im Vergleich zum 5:1-Erfolg in der vergangenen Partie gegen den FC Augsburg noch eine weitere Umstellung vor, der zuletzt nach fünf Gelben Karten gesperrte Kerem Demirbay rückte für Amine Adli in die Startformation. Während Odilon Kossounou nach seiner Rückkehr vom Afrika-Cup und Paulinho nach überstandener Corona-Infektion wieder zum Aufgebot gehörten, stand der iranische Neuzugang Sardar Azmoun wie erwartet noch nicht im Kader. Zudem fehlten der Werkself weiterhin Julian Baumgartlinger, Exequiel Palacios, Daley Sinkgraven, Edmond Tapsoba sowie Keeper Andrey Lunev.

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Jonathan Tah führte Bayer 04 unter den Augen von Bundestrainer Hansi Flick als Kapitän aufs Feld. Die Begegnung nahm vom Anpfiff weg Fahrt auf, beide Teams versuchten den Gegner sofort schon im Aufbau unter Druck zu setzen. Und die Gäste hatten den erhofft guten Beginn: Nach einem Fehlpass von Zagadou, der den Ball an der Strafraumgrenze in die Füße von Patrik Schick passte, vermochte BVB-Torhüter Kobel den Schuss des Tschechen noch zu parieren, doch die Kugel sprang vom Knie Manuel Akanjis ins Netz – das 0:1 (10.).

Traumhafter Konter zur erneuten Führung

Die Führung hatte indes nicht lange Bestand – und sie wurde durch ein weiteres Eigentor egalisiert. Nach einem Freistoß von Brandt vom rechten Flügel war Jeremie Frimpong im Getümmel mit dem Kopf am Ball und ließ Grill keine Abwehrchance – 1:1 (16.). Kurz darauf klingelte es wieder auf der anderen Seite, und diesmal entsprang der Treffer einem wunderbaren Angriff der Werkself. Den Pass von Mitchel Bakker in Höhe des eigenen Strafraums ließ Moussa Diaby geistesgegenwärtig sofort auf Patrik Schick prallen, der rechts hinaus auf Karim Bellarabi spielte, und nach dessen Querpass löffelte Florian Wirtz die Kugel ganz cool und überlegt an Kobel vorbei zum 1:2 ins lange Eck (20.).

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Andrich mit viel Gefühl ins Glück

Ein noch abgefälschter Schuss von Kerem Demirbay (23.) sowie ein Kopfball Bellarabis, den Kobel sich pflückte (24.) waren weiterer Ausdruck Leverkusener Spielfreude. Wenig später zunächst Glück für den BVB, dass Dahoud Schick gerade noch vor der Strafraumgrenze regelwidrig zu Fall brachte – Gelb für den Borussen (26.). Doch auch der fällige Freistoß gereichte der Werkself zum Vorteil: Robert Andrich setzte den Ball gefühlvoll mit viel Effet über die Mauer ins kurze Eck, das herrliche 3:1 für Bayer 04 (28.). Die Gäste zeigten eine Klasse-Partie und spielten die sichtlich beeindruckten Dortmunder in dieser Phase ziemlich rund. Der Borussia fiel nach vorne nicht allzu viel ein, bei Bellinghams Distanzschuss packte Grill ganz sicher zu (41.).

Auf der Gegenseite verpasste Diaby nach einem weiteren Hochgeschwindigkeits-Konter den eigenen Abschluss und wurde beim Querpass noch geblockt (43.). Bakkers Ball mit rechts aufs kurze Eck schaufelte Kobel noch über die Latte (44.). Die 3:1-Pausenführung einer hochkonzentrierten Werkself war absolut verdient.

Tah mit toller Schusstechnik

Lennart Grill vereitelte die erste Dortmunder Chance nach dem Wechsel, als er den tückischen Aufsetzer von Brandt aus der Distanz um den Pfosten lenkte (50.). Auf der anderen Seite bremste Zagadou Bellarabi gerade eben noch aus (52.). Die folgende Ecke hatte es in sich: Nach Demirbays Hereingabe wurde der Ball zunächst geklärt, doch Jonathan Tah wuchtete die Kugel aus dem Hinterhalt volley mit links und vollem Risiko unter die Latte zum 1:4 (53.) – ein herausragender Treffer des wieder einmal ganz starken Abwehrchefs. Grill hatte etwas Mühe mit dem Versuch von Malen (57.).

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Florian Wirtz agierte bei der günstigen Möglichkeit, in Überzahl das fünfte Leverkusener Tor zu erzielen, zu verspielt (65.). Gerardo Seoane brachte Odilon Kossounou für Bellarabi (68.) und stellte hinten auf Dreierkette um. Der BVB rannte an, fand aber keine Lücke im weiter sehr aufmerksamen Defensivverbund der Leverkusener, die als extrem kompakte Einheit auftraten. Zehn Minuten vor dem Ende zur Abwechslung noch mal Grill im Blickpunkt, der beim Abschluss des eingewechselten Reyna rechtzeitig die Fäuste hochriss (80.). Charles Aránguiz und Lucas Alario lösten Wirtz und Schick ab (81.). Grill kam jetzt etwas auf Betriebstemperatur und entschärfte Bellinghams Schlenzer prächtig (83.).

Moussa Diaby gelang mit seinem neunten Saisontreffer auf Vorlage von Frimpong noch das 5:1 (87.), bereits der 54. Saisontreffer der Leverkusener, absoluter Spitzenwert am 21. Spieltag seit Bundesliga-Aufstieg 1979 (bisher 46 in der Spielzeit 2001/02). Tigges verkürzte für die Borussia noch auf 2:5 (90.). Kurz darauf war Schluss – und eine jubelnde Werkself feierte ihren bockstarken Auftritt.

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Für Bayer 04 geht es mit dem 22. Spieltag der Bundesliga und der Partie am Samstag, 12. Februar, um 18.30 Uhr in der BayArena gegen den VfB Stuttgart weiter.

Die Statistik

Dortmund: Kobel – Meunier (46. Wolf), Akanji, Zagadou, Guerreiro – Brandt, Dahoud, Bellingham – Reus (84. Tigges), Malen (79. Moukoko), Hazard (61. Reyna)

Bayer 04: Grill – Frimpong (89. Fosu-Mensah), Tah, Hincapie, Bakker – Andrich, Demirbay – Bellarabi (68. Kossounou), Wirtz (81. Aránguiz), Diaby (89. Adli) – Schick (81. Alario)

Tore: 0:1 Akanji (10./Eigentor), 1:1 Frimpong (16./Eigentor), 1:2 Wirtz (20.), 1:3 Andrich (28.), 1:4 Tah (53.), 1:5 Diaby (87.), 2:5 Tigges (90.)

Gelbe Karten: Dahoud – Bellarabi

Schiedsrichter: Siebert (Berlin)

Zuschauer: 10.000 (ausverkauft)

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