
„Wir haben in der zweiten Halbzeit ein tolles Spiel gemacht und sind total glücklich, den vierten Platz erreicht zu haben", sagte Sport-Geschäftsführer Rudi Völler nach der Partie. „Die Mannschaft hat sich das verdient und gezeigt, dass sie mit Druck umgehen kann." Sportdirektor Simon Rolfes meinte: „Die Mannschaft hat heute eine Top-Leistung gebracht und insgesamt in der Rückrunde eine irre Aufholjagd erfolgreich abgeschlossen. Das spricht für den Charakter des Teams." Kevin Volland jubelte: „Wir haben einen grandiosen Schlussspurt hingelegt. Jetzt spielen wir in der Champions League - das ist für die Fans, die ganze Stadt und für uns als Team einfach überragend." Auch der scheidende Hertha-Trainer Pal Dardai gratulierte: „Leverkusen war die bessere Mannschaft, deshalb haben sie auch verdient gewonnen und die Champions League erreicht. Glückwunsch!"
Bayer 04-Cheftrainer Peter Bosz nahm im Vergleich zum Spiel gegen Schalke in Berlin eine personelle Veränderung vor: Der Ex-Herthaner Mitchell Weiser begann anstelle von Lars Bender rechts in der Viererkette. Die Ausgangslage vor dem Saisonfinale in Berlin war klar: „Wir müssen gewinnen am Samstag und wenn möglich auch mit mehreren Toren“, hatte Bosz vor dem Endspiel um die Champions-League-Teilnahme gesagt. Von den punktgleichen Gladbachern auf Platz vier trennte Bayer 04 nur das um zwei Treffer schlechtere Torverhältnis. Frankfurt lauerte mit einem Punkt Rückstand, aber dem um drei Treffer besseren Torverhältnis auf Rang sechs.
Eine hochspannende Situation also vor dem Anpfiff im Olympiastadion, in dem über 3.000 Werkself-Anhänger ihre Mannschaft im „Finally Red"-Outfit anfeuerten.
Und dann ging's los bei herrlichem Sonnenschein. Den ersten Akzent setzten die Gastgeber nach einer Ecke: Ibisevic prüfte Lukas Hradecky mit einem Kopfball (3.). Die Werkself versuchte mit ihrem Kombinationsspiel das Heft in die Hand zu bekommen, brauchte aber ein Weilchen bis zum ersten Abschluss. Beim Distanzschuss von Wendell musste sich Hertha-Keeper Kraft mächtig strecken, um den Ball noch über die Latte zu lenken (10.). Ansonsten passierte in der Anfangsphase nicht viel, es gab wenige Chancen auf beiden Seiten. Kai Havertz setzte einen Flachschuss aus 18 Metern knapp neben den rechten Pfosten (22.). Die Berliner kombinierten sich im Gegenzug einmal gefährlich in den Leverkusener Strafraum, ohne letztlich zum Abschluss zu kommen.
Dann die nächste gute Möglichkeit für Schwarz-Rot: Nach einer Ecke von Julian Brandt köpfte Sven Bender den Ball aufs Tor, Kraft klärte, Alario kam einen Schritt zu spät (26.). Eine Minute später aber war es dann so weit: Jonathan Tah schickte Kai Havertz mit einem langen Pass über rechts auf die Reise, der 19-Jährige zog auf und davon und drosch die Kugel zur 1:0-Führung für die Werkself in die Maschen (28.). Der 17. Saisontreffer von Havertz - noch nie hat ein 19-Jähriger in der Bundesliga-Historie so viele Tore in einer Spielzeit geschossen. Und bereits zum neunten Mal in dieser Saison erzielte Havertz das 1:0 für seine Mannschaft.
Aber die Berliner waren schnell wieder im Spiel - und glichen durch Lazaro zum 1:1 aus, nachdem Duda den Ball aus spitzem Winkel draufgehalten hatte. Lazaro musste auf der Torlinie nur noch den Fuß hinhalten (34.).
Doch die Werkself zeigte sich wenig beeindruckt. Nur vier Minuten später entschärfte Kraft Brandts Schuss aus spitzem Winkel. Sekunden drauf dann ein großartiges Tor von Alario, der nach einem Klasse-Pass von Wendell die Kugel - obwohl von Rekik arg bedrängt - im Fallen über den herausstürmenden Kraft zum 2:1 für Bayer 04 ins Netz schaufelte (38.). Eine verdiente Führung, da die Gäste die aktivere Mannschaft waren. Schon zur Halbzeit stand die Werkself damit auf dem vierten Tabellenplatz - weil Gladbach parallel 0:1 gegen Dortmund zurücklag und die Bayern gegen Frankfurt 1:0 führten.
Auch in der zweiten Hälfte blieb Bayer 04 das spielbestimmende Team, agierte druckvoller und zielstrebiger als die Hertha. Und belohnte sich für den engagierten Auftritt nach knapp einer Stunde mit dem 3:1. Charles Aránguiz legte auf der rechten Seite wunderbar zurück auf Julian Brandt, der aus rund 18 Metern direkt draufhielt – und mit viel Effet in den linken Winkel traf (55.). Ein wunderschönes Tor, mit dem Bayer 04 sich weiter klar auf Kurs in Richtung Champions League befand. Zumal kurz darauf Borussia Dortmund mit 2:0 in Gladbach führte. Es sah prächtig aus für das Bosz-Team.
Die Werkself hatte hier nun alles im Griff, ließ hinten nichts mehr anbrennen und legte vorne noch zweimal nach. Nach Flanke von Weiser und einem Volleyschuss von Kevin Volland vollendete Alario mit seinem zweiten Treffer – diesmal per Kopf – zum 4:1 für Schwarz-Rot (71.). Die Partie im Olympiastadion war damit natürlich entschieden. Die Fans der Werkself stimmten schon einmal den Klassiker „So ein Tag, so wunderschön wie heute" an. Alario erhöhte mit seinem dritten Treffer aus fünf Metern noch auf 5:1 (87.).
Dann war Schluss - und die Mannschaft feierte mitsamt Trainer- und Betreuerteam und ihren begeisterten Anhängern ausgelassen Platz 4 und den insgesamt zwölften Einzug in die Königsklasse. Denn die Gladbacher hatten im Parallelspiel 0:2 gegen Dortmund verloren.
Die Statistik:
Hertha BSC: Kraft - Klünter (45. Mittelstädt), Lustenberger, Rekik, Plattenhardt - Skjelbred (46. Dilrosun), Grujic - Lazaro, Duda, Kalou - Ibisevic (72. Köpke)
Bayer 04: Hradecky – Weiser (81. Kohr), Tah, S. Bender (59. Dragovic), Wendell – Aránguiz (75. L. Bender), Baumgartlinger, Brandt – Havertz, Alario, Volland
Tore: 0:1 Havertz (28.), 1:1 Lazaro (33.), 1:2 Alario (38.), 1:3 Brandt (55.), 1:4 Alario (71.), 1:5 Alario (87.)
Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)
Gelbe Karten: Duda - Volland
Zuschauer: 59.287

Ein Überblick über die Ticket-Verkäufe zu den Heim- und Auswärtsspielen der Werkself.
Mehr zeigen
Dieses besondere Event hat einmal mehr gezeigt, wie stark Bayer 04 zusammenhält: Im Rahmen von „BarmeniaGothaer schenkt Freude“ unterstützten die Werkself-Profis Edmond Tapsoba, Ibrahim Maza und Christian Kofane am Donnerstag in der Fanwelt den Verkauf individuell designter T-Shirts für den guten Zweck. Mehrere hundert Fans waren gekommen, um sich an der Charity-Aktion zu beteiligen. Der Leverkusener Hauptsponsor BarmeniaGothaer spendet den Erlös an die „Fondation Edmond Tapsoba“, die Menschen in Tapsobas Heimat Burkina Faso im herausfordernden Alltag unter die Arme greift.
Mehr zeigen
Drei Spieltage vor Saisonende können die Bayer 04-Frauen bei der SGS Essen einen Rekord knacken und einen weiteren einstellen. Auch rein sportlich ist die Mannschaft von Trainer Roberto Pätzold nach zuletzt drei Siegen in Folge im Auswärtsspiel am Sonntag (14 Uhr, Stadion an der Hafenstraße) in der Pflicht, um ihre Chance auf Platz drei zu wahren.
Mehr zeigen
Nach der Hauptrunde ist vor der K.-o.-Phase: Im Achtelfinale der DFB-Nachwuchsliga reist die U19 von Bayer 04 zum 1. FC Heidenheim 1846. Auf die U16, U14 und U13 warten derweil wichtige Liga-Spiele. Internationale Hochkaräter wie der FC Porto oder die PSV Eindhoven begegnen der U12 beim Nanterre Cup in Frankreich, während auch die jüngeren Nachwuchs-Teams am Wochenende auf Turnieren in Belgien und Deutschland weilen. Die Partien der Junioren und Juniorinnen im Überblick.
Mehr zeigen
Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
Mehr zeigen