
Vor Anpfiff der Partie gab es überaus erfreuliche Nachrichten aus Bayer 04-Sicht zu vermelden: Nach insgesamt 314 Tagen Leidenszeit stand Timothy Fosu-Mensah, der sich im März vergangenen Jahres einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, erstmals wieder im Aufgebot der Werkself. Darüber hinaus gab Youngster Sadik Fofana sein Kader-Debüt für die Profis – der 18-Jährige nahm auf der Bank Platz.

Cheftrainer Gerardo Seoane änderte seine Startelf im Vergleich zum 1:2 in Freiburg auf vier Positionen. Piero Hincapie, Paulinho, Moussa Diaby und Mitchel Bakker, der sein Startelf-Comeback feierte, begannen anstelle von Odilon Kossounou (Afrika-Cup), Charles Aránguiz (Muskelverletzung im Wadenbereich), Amine Adli und Daley Sinkgraven (beide Bank). Neben Kossounou und Aránguiz musste Seoane zudem auf den verletzten Julian Baumgartlinger sowie Edmond Tapsoba (ebenfalls Afrika-Cup), Exequiel Palacios (Rückenprobleme) und Nadiem Amiri (positiver COVID-19-Test) verzichten.
Die Werkself fand gut hinein in die Partie. Bereits nach zehn Minuten war die Winterpause aus den Beinen geschüttelt, allerdings mangelte es noch an Präzision: Diabys Flanke aus dem rechten Halbfeld landete genau auf dem Kopf des eingerückten Patrik Schick. Der Versuch des Tschechen war aber zu zentral (10.), sodass Unions Keeper Andreas Luthe klären konnte. Nur wenige Sekunden später zog Florian Wirtz von der Strafraumkante ab – wieder war der Berliner Schlussmann zur Stelle (11.). Schwarz-Rot war in der Anfangsviertelstunde das spielbestimmende Team, nur der Torerfolg fehlte an dieser Stelle.
Die Gäste kamen ihrerseits offensiv kaum zur Entfaltung, was an der hervorragenden Abwehr-Arbeit der Seoane-Elf lag – nach Ballverlusten schalteten Kerem Demirbay und Co. sofort um und eroberten sich die Kugel im Verbund zurück. Leverkusen drückte im weiteren Spielverlauf auf den Führungstreffer. Zunächst mangelte es aber noch an der zündenden Idee im letzten Drittel. Umso größer war der Jubel wenige Minuten vor der Pause, als der Tor-Bann gebrochen war: Erst scheiterte Diaby nach tollem Doppelpass mit Paulinho an Luthe, den Nachschuss aber verwerte Schick im Sechzehner aus spitzem Winkel zum 1:0 für die Werkself (38.).

Doch war das nicht der Halbzeitstand. Unmittelbar vor dem Seitenwechsel schlug Union aus dem Nichts zurück: Lukas Hradecky rettete nach einer Ecke erst zweimal glänzend gegen Christopher Trimmel und Kevin Behrens, beim dritten Berliner Versuch durch Grischa Prömel war der Finne aber machtlos – das 1:1 (45.).
Der zweite Durchgang begann aus Sicht der Werkself überaus ungemütlich: Eine Trimmel-Flanke von Rechtsaußen landete im Rückraum bei Max Kruse, der erst einen Haken schlug und anschließend das Auge für Teamkollege Prömel hatte. Der 26-Jährige musste aus fünf Metern nur noch den Fuß hinhalten – das 2:1 für die Gäste, keine Chance für Hradecky (50.).
Schwarz-Rot wollte diesen Rückschlag nicht auf sich sitzen lassen, die schnelle Antwort blieb allerdings aus – auch wenn die Chancen da waren: Schick (62.), Hincapie (63.) und Paulinho (65.) boten sich jeweils aussichtsreiche Gelegenheiten, sie zielten jedoch entweder zu ungenau oder wurden im letzten Moment vom starken Berliner Torhüter Luthe gestoppt. Auch in der Folge steckte das Team von Trainer Seoane nicht auf und lief weiter unermüdlich an – kam aber nicht an Luthe vorbei. Nach einer Demirbay-Ecke stieg Paulinho am höchsten und zwang den Gäste-Keeper zu einem sensationellen Reflex (69.).
Seoane reagierte von der Bank und brachte für die Schlussviertelstunde mit Karim Bellarabi und Amine Adli (für Demirbay und Paulinho) nochmal zwei frische Offensivkräfte. Doch zunächst hatte Bayer 04 Glück, dass Kruses Distanzschuss nicht im Tor einschlug, sondern nur an den Querbalken klatschte. Kurz danach wurden die Bemühungen der Werkself dann aber endlich belohnt: Bellarabi flankte von der Grundlinie an den Fünfmeterraum, wo der aufgerückte Jonathan Tah lauerte und die Kugel zum 2:2 in die Maschen köpfte – der verdiente Ausgleich (84.)! Schwarz-Rot wollte schließlich noch den Siegtreffer erzielen, kam aber nicht mehr in die torgefährlichen Räume. Auf der anderen Seite packte Hradecky einen starken Reflex gegen Andreas Voglsammer aus (89.) und konnte sich kurz vor dem Abpfiff noch beim Aluminium bedanken, dass ein Schuss von Bastian Oczipka nur an den Außenpfosten prallte.

So nahm die Werkself zum Rückrunden-Auftakt gegen Union einen Punkt mit. Weiter geht’s für Diaby und Co. am Samstag, 15. Januar (Anstoß: 18.30 Uhr), mit dem Bundesliga-Abendspiel bei Borussia Mönchengladbach.
Die Statistik:
Bayer 04: Hradecky – Frimpong (83. Alario), Tah, Hincapie, Bakker – Andrich, Demirbay (77. Bellarabi) – Diaby, Wirtz, Paulinho (77. Adli) – Schick
Union: Luthe – Jaeckel, Knoche, Friedrich – Trimmel (77. Ryerson), Khedira, Prömel (71. Möhwald), Gießelmann (26. Oczipka) – Haraguchi (46. Öztunali) – Kruse, Behrens (46. Voglsammer)
Tore: 1:0 Schick (38.), 1:1 Prömel (45.), 1:2 Prömel (50.), 2:2 Tah (84.)
Gelbe Karten: Tah – Trimmel, Friedrich
Schiedsrichter: Dr. Matthias Jöllenbeck (Freiburg)
Zuschauer: keine

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