
„Ich bin überglücklich“, sagte Heiko Herrlich, „die Leistung der Mannschaft war sehr gut. Wir haben auch in der ersten Halbzeit schon dominiert und waren nach dem Ausgleich erst recht spielbestimmend.“ Der Bayer 04-Chefcoach nahm auch Stellung zu den Irritationn beim nicht gewerteten dritten Tor von Kevin Volland: „Es hat eine ganze Weile gedauert, bis klar war, dass das vermeintliche 3:1 nicht zählte.“
Sven Bender und Kevin Volland hatten sich nach ihren Blessuren rechtzeitig einsatzbereit für das 61. Bundesliga-Derby der beiden rheinischen Rivalen gemeldet, der Kapitän hingegen musste angeschlagen passen: Lars Bender gehörte nicht zum Aufgebot der Werkself. Charles Aránguiz und Julian Baumgartlinger bildeten die Doppelsechs, rechts verteidigte wieder Panos Retsos Lucas Alario saß zunächst auf der Bank, hinter und neben Volland besetzte Kai Havertz die offensive Zentrale, flankiert von Leon Bailey (rechts) und Julian Brandt.
Die Bayer 04-Fans auf der Nordtribüne sorgten mit ihrer beeindruckenden Choreografie in Rot, Schwarz und Weiß schon vor dem Anpfiff für einen stimmungsvollen Höhepunkt. Auch auf dem Rasen ging's ebenfalls ereignisreich los, gerade mal 36 Sekunden dauerte es bis zur ersten Ecke für die Werkself. Die griffigen Hausherren bissen sich gleich an in der Kölner Hälfte fest, sie begannen temporeich und ballsicher. Kevin Volland knallte bei der ersten Chance aus der Drehung volley drüber (8.). Der FC näherte sich bei einem Versuch von Bittencourt fast von der Torauslinie erstmals dem Tor von Bernd Leno an (11.). Köln versuchte im 4-4-2 früh zu stören und ging wie aus dem Nichts in Führung, als sich Bayer 04 von einem weiten Einwurf düpieren ließ: Guirassy drehte sich am Fünfer um Jonathan Tah und traf mit links zum 1:0 (22.). Leno war ohne Chance, auch wenn der Ball aufreizend langsam über die Linie rollte.
Nach gut einer halben Stunde die dicke Chance zum Ausgleich: Wendell spielte Doppelpass mit Julian Brandt und nach der Flanke des Brasilianers schloss Kai Havertz mit links ab, der Schuss hätte ins kurze Eck gepasst – doch Heintz lenkte den Ball noch entscheidend zur Ecke ab (32.). Bayer 04 war sehr bemüht, fand aber gegen geschickt verteidigende Gäste zunächst kaum eine Lücke. Gut, dass Sven Bender unmittelbar vor der Pause noch einen Fuß an den aus dem Hinterhalt abgefeuerten Schuss von Zoller bekam (45.). Mit dem 1:0 für Köln ging's in die Pause.
Heiko Herrlich reagierte und brachte mit Beginn der zweiten Hälfte Lucas Alario und Benny Henrichs für Havertz und Retsos. Der Argentinier war auch mit am Ausgleich beteiligt, als er Kevin Volland bediente und Leon Bailey nach dessen feinem Zuspiel sogar noch Zeit fand, Kölns Keeper Horn auszuspielen und den Ball ins verlassene Tor zu setzen – 1:1, klasse gemacht von den beiden Linksfüßen der Werkself und der dritte Bundesligatreffer des Jamaikaners (53.).
Bayer 04 war jetzt am Drücker, vor allem Charles Aránguiz erwies sich als Schwungrad und kurbelte viele Angriffe an. Und Bailey hatte die nächste überragende Szene, als er Heintz an der Torauslinie austanzte und mit links aufs kurze Eck zog, doch Horn rettete mit dem Fuß (65.). Auch den Abschluss von Brandt mit links parierte der Kölner Torhüter (67.), aber die Werkself machte jetzt richtig Druck und drängte auf die Führung. Auf der Gegenseite lenkte Bernd Leno einen Schuss des eingewechselten Tim Handwerker, früher in der Jugend von Bayer 04, über die Latte (70.). Lucas Alario, bislang in allen drei Heimspielen erfolgreich, wühlte sich im Strafraum durch, sein Schuss wurde aber noch geblockt (72.).
Nach 73 Minuten belohnte sich Bayer 04 für seinen hohen Aufwand. Nach einer Ecke kam Jonathan Tah zum Kopfball und Sven Bender verlängerte die Kugel mit einem artistischem Schuss in bester Torjäger-Manier zum 2:1 ins Eck (73.) – die Werkself hatte das Spiel gedreht, die BayArena bebte! Und Bender, der schon in Gladbach getroffen hatte, fand Gefallen am Abschluss und brachte Horn mit seinem Kopfball aufs kurze Eck erneut in die Bredouille (78.).
Die Hausherren kontrollierten jetzt das Geschehen, ließen Ball und Gegner laufen und schafften die Entscheidung mit einem herrlichen Konter: Brandt brachte Bailey ins Spiel, nach dessen Pass vollendete Kevin Volland zum 3:1 (85.). Dachten zumindest alle – doch Schiedsrichter Gräfte aktivierte den Videobeweis und nahm den Treffer zurück, weil es zuvor ein Handspiel von Bailey gegeben hatte. Am Ende gab's vier Minuten Nachspielzeit, doch die Kölner kamen zu keiner einzigen Möglichkeit mehr. Dann kam der Schlusspfiff – und grenzenloser Jubel in der BayArena!
Für Bayer 04 geht es mit der Partie des elften Spieltags am Samstag, 4. November, um 15.30 Uhr beim FC Augsburg weiter.
Die Statistik
Bayer 04: Leno – Retsos (46. Henrichs), Tah, S. Bender, Wendell – Aránguiz, Baumgartlinger – Bailey (89. Kohr), Havertz (46. Alario), Brandt – Volland
1. FC Köln: T. Horn – Sörensen, Maroh (46. Klünter), Heintz, J. Horn – Osako (64. Handwerker), Lehmann (77. Jojic), Özcan, Bittencourt – Zoller, Guirassy
Tore: 0:1 Guirassy (22.), 1:1 Bailey (53.), 2:1 Sven Bender (73.)
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Gelbe Karten: Baumgartlinger, Wendell, Alario – Zoller, Bittencourt
Zuschauer: 30.210

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Es war ein Spiel, an das sich die Beteiligten wohl noch lange erinnern werden: Die U19 von Bayer 04 hat in der Vorrunde der DFB-Nachwuchsliga den siebten Sieg im siebten Spiel gefeiert – und doch war es ein ganz besonderer Erfolg: Beim 4:3 (1:1) beim VfL Bochum 1848 fielen gleich fünf Treffer in der Schlussviertelstunde. Bei Anbruch der 90. Minute hatte das Team von Trainer Patrick Greveraars noch zurückgelegen, dann aber in bester „Laterkusen“-Manier zurückgeschlagen.
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In der BayArena war die Werkself unter Carles Martínez bisher nicht zu bezwingen. Der Spanier gewann mit seinem Team alle drei zurückliegenden Heimspiele – wohlgemerkt ohne Gegentor. Mit dem SC Freiburg kommt am Sonntag, 18. Oktober (Anpfiff: 15.30 Uhr/live bei DAZN und im Werkself-Radio), der aktuelle Tabellenführer nach Leverkusen, muss dort aber auf seinen Top-Torschützen verzichten. Zudem gewann die Werkself alle drei vergangenen Heimspiele gegen den Sport-Club. Mit einem Treffer könnte Patrik Schick nicht nur für einen vierten Erfolg in Serie sorgen, sondern auch einen denkwürdigen Rekord aufstellen. Derweil dreht sich am Aktionsspieltag Gesundheit in der BayArena vieles um das körperliche Wohlbefinden. Die Kurzpässe.
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