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21.09.2019Bundesliga

2:0 – Werkself ganz souverän gegen Union Berlin

Bayer 04 hat nach zwei Niederlagen in der Bundesliga und Champions League sofort wieder zurück in die Spur gefunden: Die Werkself kam in der BayArena zu einem 2:0 (2:0)-Erfolg gegen den 1. FC Union Berlin. Kevin Volland (20.) und Lucas Alario (25.) trafen für die überlegenen Gastgeber, ein vorheriges Tor von Alario (16.) wurde von Schiedsrichter Hartmann nach Videobeweis nicht anerkannt.
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Simon Rolfes war nach Schlusspfiff die Freude über einen ungefährdeten Erfolg anzumerken. „Wir haben uns in der ersten Halbzeit einige Chancen herausgespielt und uns da schon den Sieg verdient. Nach der Pause hätten wir vielleicht noch etwas entschlossener auf das dritte Tor gehen können, aber entscheidend ist, dass wir drei Punkte geholt haben. Noch dazu ohne Gegentor, das ist immer gut“, sagte der Sportdirektor. Ähnlich sah es Sven Bender: „Wir haben den Fans mal wieder Gelegenheit zum Feiern gegeben. Das fühlt sich richtig gut an heute.“ Und Kevin Volland merkte an: „Es war ein bisschen Druck da nach zuvor drei Spielen ohne Sieg. Wir waren heute sehr konzentriert.“

Peter Bosz nahm im Vergleich zum Auftritt in der Champions League am Mittwoch gegen Lokomotive Moskau drei Änderungen in der Startelf vor: Aleksandar Dragovic, Nadiem Amiri und Lucas Alario rückten für Jonathan Tah, Leon Bailey (Muskelfaserriss) und Karim Bellarabi in die Anfangsformation. Tah und Bellarabi saßen ebenso auf der Bank wie Kerem Demirbay, der zuletzt wegen Rückenproblemen nicht zum Aufgebot gehört hatte. Taktisch sortierte sich das auf dem Feld in einem 3-2-4-1 ein.

Nach der Niederlage in der Königsklasse gegen den russischen Pokalsieger war die Werkself dringend darauf aus, ihr Publikum in der BayArena wieder zu versöhnen. Entsprechend engagiert begaben sich die Hausherren bei herrlichem Spätsommerwetter ans Werk. Die Berliner erwarteten Bayer 04 dicht gestaffelt an und hinter der Mittellinie und verknappten dort die Räume, so dass sich früh die erwartbaren Verhältnisse auf dem Platz einstellten: Die Werkself ließ den Ball zirkulieren, immer auf der Suche nach einer Lücke. Wie nach elf Minuten, als Charles Aránguiz das Auge für den links am Strafraumeck lauernden Kevin Volland hatte, dem aber ein, zwei Schritte fehlten, um den Diagonalpass des Chilenen zu erreichen.

Drei Tore, zwei zählten

Wenig später überschlugen sich die Ereignisse. Nach flacher Hereingabe von Lars Bender schloss Lucas Alario zur vermeintlichen Führung ab. Doch aus Köln schaltete sich der VAR ein: Schiedsrichter Robert Hartmann überprüfte die Szene am Monitor und wertete eine Abseitsstellung von Kevin Volland, obwohl keine kalibrierte Linie Aufschluss gegeben hätte – kein Tor, es blieb beim 0:0 (16.). Allerdings nicht lange: Nach Vorarbeit von Nadiem Amiri zog Kevin Volland vom linken Strafraumeck ab, der erste Versuch wurde noch geblockt, der zweite aber, volley abgefeuert, saß, und die Kugel rauschte flach ins entlegene Netz zum 1:0 für Bayer 04 (20.). Und die Werkself legte sofort entschlossen nach. Wendell brachte Lucas Alario in Position, und der Argentinier traf mit links aus 20 Metern dicht neben den Pfosten ins Tor (25.).

Union war jetzt natürlich gefordert, ihre vornehme Zurückhaltung in der Offensive abzulegen. Das ging allerdings nicht auf Knopfdruck, die Berliner verzeichneten vor der Pause nicht eine einzige nennenswerte Szene in der Leverkusener Hälfte. Geschuldet war dies vor allem auch einer aufmerksamen Werkself, die ihre Positionen hielt und zu keinem Zeitpunkt auch nur im Ansatz in Ungeduld ausbrach. Bayer 04 kontrollierte Ball und Gegner, und mit einer verdienten 2:0-Führung ging es in die Halbzeit.

Polter sieht rasch Rot

Den ersten Schuss nach der Pause gab Nadiem Amiri ab, der Ball wurde von einem Berliner Bein noch zur Ecke abgewehrt. Und die wurde gefährlich, doch Julian Baumgartlinger und Kevin Volland kamen nicht entscheidend zum Abschluss (53.). Dem Linksschuss von Kai Havertz mangelte es an Schärfe, um Union-Keeper Gikiewicz in Verlegenheit zu bringen (56.), bei Wendells Versuch fehlten gleich mehrere Meter (58.). Danach schwächten sich die Berliner selbst: Der unmittelbar zuvor eingewechselte Sebastian Polter trat Baumgartlinger rüde von hinten in die Beine, Hartmann zeigte erst Gelb, nach Intervention des VAR in Köln und eingehendem Blick auf den Monitor entschied der Referee aber auf glatt Rot (66.).

Bayer 04 mit einem Mann mehr und nun mit Mitchell Weiser für Lars Bender (67.). Kurz darauf löste Kerem Demirbay den angeschlagenen Baumgartlinger ab (70.). Weisers Schuss aus aussichtsreicher Position flog über den Berliner Kasten (72.), der Chip-Ball von Demirbay hätte Gikiewicz fast in die Bredouille gebracht (74.). Danach zog Demirbay deutlich strammer ab, Berlins Schlussmann hatte Mühe, den Ball zu kontrollieren (77.). Danach scheiterten Amiri und Aránguiz per Hacke im Zehntelsekundentakt an Gikiewicz (79.). Das 3:0 für die Werkself lag längst in der Luft, die dezimierte Union war nur noch auf Schadensbegrenzung bedacht.

Havertz nur an die Latte

Kai Havertz war ganz nah dran am dritten Treffer, sein Linksschuss landete aber an der Querlatte (82.). Danach kam Paulinho für Nadiem Amiri ins Spiel – ebenso wie für Weiser war es auch für den Brasilianer sein erster Pflichtspieleinsatz in dieser Saison (83.). Auf der Gegenseite versprühte der Kopfball von Andersson nach Freistoß der Berliner zumindest mal den Hauch von Gefahr, doch Weiser bereinigte die Situation (85.). Wenig später war Schluss: Die Werkself durfte sich im fünften Bundesligaspiel über den dritten Sieg freuen – und mit zehn Punkten über den besten Saisonstart seit fünf Jahren.

Für Bayer 04 geht es mit dem sechsten Spieltag der Bundesliga am Samstag, 28. September, um 15.30 Uhr beim FC Augsburg weiter.

Die Statistik:

Bayer 04: Hradecky – Dragovic, S. Bender, Wendell – Baumgartlinger (70. Demirbay), Aránguiz – L. Bender (67. Weiser), Havertz, Amiri (83. Paulinho), Volland – Alario

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Trimmel, Friedrich, Schlotterbeck, Lenz (49. Reichel) – Gentner, Andrich – Becker (46. Gogia), Ingvartsen (61. Polter), Bülter – Andersson

Tore: 1:0 Volland (20.), 2:0 Alario (25.)

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)

Gelbe Karte: Schlotterbeck

Rote Karte: Polter (66./grobes Foulspiel)

Zuschauer: 27.430

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