
Nach dem 2:1-Erfolg über Atletico Madrid in der Champions League sah Peter Bosz keinen Grund, an seiner erfolgreichen Startformation etwas zu ändern - trotz englischer Woche. „Das Ergebnis bringt die Frische“, schmunzelte der Niederländer kurz vor Anpfiff.
Ein wenig war beiden Teams dennoch anzumerken, dass sie unter der Woche noch international unterwegs gewesen waren, das Tempo im Spiel war zu Beginn eher überschaubar. Handlungsschneller präsentierte sich jedoch Bayer 04, die Werkself hatte durch einen Flachschuss von Karim Bellarabi die erste Möglichkeit der Partie (6.). Ansonsten taten sich beide Mannschaften zunächst schwer, ihre Offensiv-PS aufs Feld zu bekommen. Die Abwehrreihen machten einen guten Job, Wölfe-Knipser Weghorst war bei Jonathan Tah und Sven Bender bestens aufgehoben.
Letzteren erwischte es nach knapp 20 Minuten bei einem Zusammenprall mit Joao Victor etwas heftiger, doch nach eingehender Behandlung durch die medizinische Abteilung konnte Bayers Nummer Fünf mit Stopfen in der blutenden Nase weitermachen. Die erste Chance der Hausherren ließ bis zur 23. Minute auf sich warten, Weghorsts Direktabnahme landete am Außennetz.
In einer Partie, in der ansonsten bei beiden Offensivreihen wenig zusammenging, musste fast zwangsläufig eine herausragende Einzelaktion her - und die zauberte Karim Bellarabi auf den Wolfsburger Rasen. Der Rechtsaußen der Werkself erhielt die Kugel an der Seitenlinie und war dann nicht mehr von ihr zu trennen. Unwiderstehlich zog er über rechts in den Strafraum, ließ dabei Bruma und Roussillon wie Slalomstangen stehen, behauptete sich dann mit reichlich Durchsetzungsvermögen und etwas Glück auch gegen Guilavogui und schloss schließlich mit dem schwachen linken Fuß ins kurze Eck ab - ein herrliches Solo zur Führung (25.).
Nach dem ersten Treffer nahm die Partie etwas an Fahrt auf: Kai Havertz wurde nach einem Alleingang im letzten Moment von einem elfmeterreifen Tackling Knoches im Strafraum ausgebremst (32.), Kevin Volland scheiterte mit einem Aufsetzer an Pervan (40.), auf der Gegenseite rettete Charles Aránguiz nach einer Ping-Pong-Situation bravourös vor dem einschussbereiten Knoche (33.), Arnold traf das Außennetz (36.). Trotz verdienter Führung gab es für die Werkself noch vor der Pause eine Hiobsbotschaft: Kai Havertz verletzte sich bei einer Abwehraktion am Oberschenkel und musste daraufhin das Feld verlassen, für ihn kam Julian Baumgartlinger.
Der zweite Werkself-Wechsel fand dann in der Kabine statt: Torschütze Karim Bellarabi blieb zur Pause in den Katakomben, Moussa Diaby übernahm den rechten Flügel. Und nicht nur der Franzose, auch Lukas Hradecky war nun gefordert: Der Finne, der in der ersten Hälfte quasi beschäftigungslos gewesen war,entschärfte einen Distanzhammer von Arnold per Flugparade, Kerem Demirbay blockte den gefährlichen Nachschuss von Weghorst (51.). Wolfsburg wurde nun deutlich aktiver, ein Schuss von Klaus aus 16 Metern rollte links vorbei (53.).
Die Werkself blieb selbst aber gefährlich, igelte sich keineswegs ein und hatte durch Amiri die Großchance zum zweiten Treffer, nur Zentimeter fehlten dem deutschen Nationalspieler (55.). Die Partie blieb ausgeglichen und enorm umkämpft, Wolfsburg tat sich trotz nun mehr Offensivdrang weiterhin schwer im Angriff - auch weil die schwarz-rote Defensive eine unaufgeregte wie disziplinierte Leistung zeigte und den Gegner damit nachhaltig entnervte. Da aber auch die Werkself nicht mehr wirklich gefährlich wurde, waren Chancen Mitte der zweiten Hälfte Mangelware.
Erst in der Schlussphase wurde es wieder gefährlich - allerdings zunächst vor dem Wolfsburger Tor. Moussa Diaby hatte bei einem Konter seine Schnelligkeit ausgespielt, zielte im Strafraum dann aber knapp zu hoch (79.). Die Gastgeber hingegen drängten nun naturgemäß noch einmal auf den Ausgleich. Weghorst vergab die bis dato beste Chance der Wölfe, der Ball trudelte nur knapp am Leverkusener Gehäuse vorbei (81.). Doch daraufhin hatte Bayer 04 keine weitere Schrecksekunden mehr zu überstehen, die Werkself-Abwehr machte auch in den letzten Zügen der Partie einen vorzüglichen Job.
Die letzten Möglichkeiten der Partie gehörten daher wiederum Bayer 04: Der erst Sekunden zuvor eingewechselte Paulinho scheiterte aus spitzem Winkel an Pervan (90.), Kevin Volland wurde in aussichtsreicher Position geblockt (90.+4). Die Nachspielzeit war bereits abgelaufen, als die Werkself noch den Schlusspunkt setzte: Kevin Volland schickte Paulinho steil, der Brasilianer lief alleine auf Pervan zu und markierte souverän seinen ersten Bundesligatreffer (90.+6).
Bayer 04 nimmt somit drei Punkte mit in die Länderspielpause und hält Tuchfühlung zur Spitzengruppe. Im Anschluss an die Länderspiele empfängt die Werkself am 23.11. (15.30 Uhr) den SC Freiburg in der BayArena.
Die Statistik:
VfL Wolfsburg: Pervan - Tisserand, Bruma, Knoche (83. Nmecha) - William, Guilavogui, Arnold, Roussillon - Joao Victor (62. Brekalo), Klaus (74. Steffen) - Weghorst
Bayer 04: Hradecky – Weiser, Tah, S. Bender, Wendell – Aránguiz, Demirbay (90. Paulinho) – Bellarabi (46. Diaby), Havertz (42. Baumgartlinger), Amiri – Volland
Tore: 0:1 Bellarabi (25.), 0:2 Paulinho (90.+6)
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Gelbe Karten: Joao Victor, Tisserand - Volland, Tah
Zuschauer: 24.112


Werkself-TV zeigt die TV-Highlights des 1:1 der Bayer 04-Frauen gegen Eintracht Frankfurt am 7. Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga 2026/27.

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