
„Mit dem einen Punkt können wir gut leben“, meinte Torschütze Kevin Volland nach dem Spiel. „Es war keine leichte Aufgabe, die Augsburger sind eine sehr zweikampfstarke, bissige Mannschaft. Das haben sie auch heute wieder bewiesen.“ Auch Bernd Leno fand: „Es war am Ende ein gerechtes Remis. Wir haben die erste halbe Stunde dominiert, danach hatten die Augsburger einige gute Chancen. Beim Gegentor war ich froh, dass ich beim Kopfball von Gregoritsch überhaupt noch meine Hand an den Ball bekomme. Wir waren in dieser Situation einfach komplett nicht wach.“
Bei Bayer 04 gab’s nur eine personelle Veränderung im Vergleich zum Derby gegen Köln: Kapitän Lars Bender verteidigte hinten rechts anstelle von Panos Retsos. Auf Seiten der Gastgeber nahm Top-Torjäger Alfred Finnbogason auf der Bank Platz - der Isländer klagte zuletzt über muskuläre Probleme.
Dass seine Mannschaft in der WWK-Arena beim direkten Tabellennachbarn eine schwere Aufgabe erwarten würde, darauf hatte Bayer 04-Cheftrainer Heiko Herrlich vor dem Spiel eindringlich hingewiesen. Entsprechend konzentriert ging sein Team in Augsburg zur Sache. Die erste Chance des Spiels besaß die Werkself durch Leon Bailey, dessen Linksschuss aus 16 Metern FCA-Torhüter Hitz parierte (5.). Die Gäste übernahmen schnell die Initiative, hatten mehr Ballbesitz, woraus zunächst keine weiteren zwingenden Möglichkeiten entstanden. Bis zur 19. Minute: Julian Brandt schlug einen Freistoß von links hoch in den Augsburger Strafraum, wo Jonathan Tah am höchsten stieg, seinen Kopfball aber knapp am Tor vorbeisetzte.
Die Fuggerstädter kamen durch einen Schuss von Gregoritsch zu ihrer ersten Möglichkeit - der Ball des Österreichers ging links vorbei (23.). Nach einer halben Stunde musste Heiko Herrlich wechseln, weil sich Sven Bender bei einem Zusammenstoß mit Koo verletzt hatte - nach einer ersten Diagnose besteht Verdacht auf Rippenbruch. Für den Innenverteidiger kam Panos Retsos ins Spiel.
Die Augsburger jetzt besser in der Partie, mit mehr Ballgewinn und gefährlichen Strafraumsituationen. Gregoritsch scheiterte mit einem Kopfball an Bernd Leno (33.), Max traf die Kugel nach einer Flanke in aussichtsreicher Position nicht richtig (36.). Bei der Werkself schlichen sich einige Ungenauigkeiten im Passspiel ein. Das Duell war nun geprägt von aggressiven Zweikämpfen.
In der 40. Minute gab es Irritationen um eine Entscheidung von Schiedsrichter Dingert: Als Retsos im eigenen Strafraum nach einer Flanke den Ball an die Hand bekam, entschied der Unparteiische spontan auf Abstoß, nahm dann den Videobeweis zu Hilfe und blieb bei seiner Entscheidung (40.). Die Augsburger Spieler hatten vehement einen Strafstoß gefordert. Nach der Partie klärte Dingert die Situation auf: „Für mich war es ein unabsichtliches Handspiel. Der Ball fällt dem Leverkusener Spieler von oben an die Hand, unabsichtlich."
Die Augsburger kamen vor der Pause noch einmal durch einen Kopfball von Gregoritsch zu einer guten Chance, Tah lenkte den Ball zur Ecke ab (45.). Dann durften beide Teams in die Kabinen.
Mit unveränderter Aufstellung ging es in die zweite Halbzeit. Und die begann furios. Eine Minute war wieder gespielt, da schlug Tah den Ball weit auf die linke Seite, Danso rutschte weg, Volland nahm die Kugel auf, dribbelte noch einmal am Österreicher vorbei und zog aus 13 Metern unhaltbar für FCA-Keeper Hitz unter die Querlatte ab. Das 1:0 für die Werkself (46.) gleich nach Wiederanpfiff!
Aber die Freude über die Führung währte nicht lange. Nur drei Minuten später gelang dem FCA der Ausgleich: Nach einem Eckball köpfte Gregoritsch wuchtig aufs Tor, Leno konnte mit einem Reflex noch an die Latte abwehren, aber der Ball blieb im Spiel und Danso köpfte aus einem Meter zum 1:1 in die Maschen (49.).
Das Spiel blieb hoch intensiv mit vielen Offensivaktionen und verbissen geführten Zweikämpfen. Glück für Bayer 04, dass Caiuby mit einem Kopfball nur den Außenpfosten traf (64.). Die Werkself kam in der Schlussviertelstunde wieder häufiger in die gefährlichen Räume. Der inzwischen eingewechselte Dominik Kohr, im Sommer aus Augsburg an die Dhünn zurückgekehrt, spielte einen doppelten Doppelpass mit Alario, der Havertz in Szene setzte. Ein Augsburger konnte im letzten Moment zur Ecke klären (77.). Daraus resultierte gleich die nächste gute Möglichkeit für Lars Bender, dessen Kopfball Hitz allerdings vor keine großen Probleme stellte.
Die Werkself erarbeitete sich noch einige weitere Eckbälle, kam aber zu keinen zwingenden Chancen mehr. Es blieb am Ende beim 1:1.
In der Bundesliga geht es für Bayer 04 nach der Länderspiel-Pause am Samstag, 18. November (15.30 Uhr), gegen RB Leipzig weiter. Am kommenden Donnerstag, 9. November, bestreitet die Werkself ein Testspiel gegen den Zweitligisten MSV Duisburg. Die Partie im Ulrich-Haberland-Stadion beginnt um 15 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Die Statistik:
FC Augsburg: Hitz - Opare, Gouweleeuw, Danso, Max - D. Baier, Khedira - Heller (74. Thommy), Koo (83. Ji), Caiuby - Gregoritsch
Bayer 04: Leno – L. Bender, Tah, S. Bender (31. Retsos), Wendell – Baumgartlinger (56. Alario) – Havertz, Aránguiz - Bailey, Brandt (67. Kohr) - Volland
Tore: 0:1 Volland (46.), 1:1 Danso (49.)
Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)
Gelbe Karten: Opare, Caiuby, Gouweleeuw - Retsos, Bailey
Zuschauer: 24.000

Zum Abschluss des Winter-Trainingslagers in Portugal haben die Bayer 04-Frauen ihre Generalprobe für den Start in die zweite Saisonhälfte überzeugend gemeistert. Im Test gegen den Schweizer Tabellenführer Servette FCCF gelang der Mannschaft von Trainer Roberto Pätzold im Monte Gordo Sports Complex ein 3:0 (2:0)-Erfolg. Carlotta Wamser (4.), Vanessa Fudalla (18.) und Loreen Bender (53.) erzielten die Treffer für die Leverkusenerinnen, die sich seit dem vergangenen Samstag an der Algarve auf die Rückrunde eingestimmt hatten.
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Am 18. Spieltag der laufenden Bundesligasaison geht es für die Werkself in den Kraichgau zur TSG Hoffenheim. Die Partie steigt am Samstag, 17. Januar (Anstoß: 15.30 Uhr). Die Bayer 04-Fanbetreuung hat alle Infos zur Begegnung in der PreZero Arena für euch zusammengefasst.
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In der ersten Folge der neuen Interview-Reihe „A New Chapter“ blickt Werkself-Profi Jarell Quansah auf seine ersten Monate unterm Kreuz und spricht über seinem Weg von England nach Leverkusen. Aufgewachsen und ausgebildet beim FC Liverpool, startete für Quansah im Sommer ein neues Kapitel bei Bayer 04 — mit frischen Zielen, neuen Herausforderungen und viel Ehrgeiz. Im Gespräch spricht der Innenverteidiger über seine Entwicklung als Spieler und Mensch, über den Mut, die eigene Komfortzone zu verlassen, und darüber, was es für ihn bedeutet, Teil eines internationalen Teams in einem neuen Land zu sein. Ehrlich, reflektiert und voller Motivation — so beginnt sein Weg bei der Werkself.
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