
„Es war eine sehr intensive Begegnung. Wir haben zehn Minuten gebraucht, um reinzufinden, aber dann haben wir die Zweikampfsituationen sehr gut angenommen. Das Ergebnis reicht uns eigentlich nicht, aber wir haben schon sehr viel gut gemacht in diesem Spiel“, sagte Jonathan Tah nach dem Abpfiff.
Im Vergleich zur Pokalpartie in der vergangenen Woche beim 1. FC Lok Leipzig nahm Cheftrainer Gerardo Seoane drei Veränderungen in seiner Startelf vor. Jonathan Tah, im Pokal noch gesperrt, rückte für Panos Retsos in die Innenverteidigung, links in der Viererkette ersetzte Mitchel Bakker seinen niederländischen Landsmann Daley Sinkgraven. Zudem kam Exequiel Palacios für Karim Bellarabi (Muskelverletzung im Oberschenkel) ins Team, der Argentinier agierte neben Charles Aránguiz im defensiven Mittelfeld. Kerem Demirbay rutschte dafür eine Position nach vorn auf die Zehn. Bayer 04 fehlten im Stadion An der Alten Försterei neben Bellarabi und den beiden Langzeitverletzten Timothy Fosu-Mensah und Edmond Tapsoba auch Florian Wirtz (Adduktorenprobleme) und Lucas Alario (Muskelfaserriss).
„Gegen Union Berlin weißt du, was du bekommst“, hatte Werkself-Coach Gerado Seoane im Vorfeld der Begegnung gesagt. Und das hieß vor allem: enorme Heimstärke! 16 Spiele in Folge hatten die Eisernen zuvor auf eigenem Platz nicht mehr verloren. Die erste Szene indes gehörte den Gästen, Patrik Schick prüfte Luthe bereits nach gut 60 Sekunden, Unions Keeper hatte leichte Mühe beim Flachschuss des Tschechen aus 16 Metern. Wenig später aber die Führung der Union, die zuvor einen Ballverlust von Charles Aránguiz im Strafraum nicht hatte nutzen können (6.): Kruse brachte Awoniyi in Position, der den Ball an der Strafraumgrenze gegen Jeremie Frimpong und Odilon Kossounou behauptete und mit einem mächtigen Schuss unter die Latte traf – 1:0 (7.).

Von einem Schockerlebnis für die Werkself war jedoch nichts zu spüren, Bayer 04 machte sich sofort mit Verve daran, das Ungemach auszumerzen. Ein Kopfball von Patrik Schick strich über den Berliner Kasten (10.). Kurz darauf aber nach einem Ballgewinn von Kerem Demirbay der Ausgleich: Moussa Diaby, von Frimpong angespielt, ging zielstrebig und mit Tempo ins Solo, schüttelte am Strafraum Knoche und Haraguchi ab und traf mit links ins lange Eck zum 1:1 (12.). Luthe brachte zwar die Hand noch an die Kugel, vermochte den platziert geschossenen Ball aber nicht abzuwehren. Das nennt man dann mal eine prompte Reaktion! Und die Werkself blieb dran, der umtriebige Nadiem Amiri kam nach feiner Rechtsflanke von Frimpong frei zum Kopfball, ließ die Kugel aber über den Scheitel rutschen (19.). Bakker vermochte den Ball nach Demirbays Ecke im Strafraum nicht zu kontrollieren (22.).
80 Prozent Ballbesitz, 63 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 6:2-Torschüsse und eine Passquote von 92 Prozent – die ballsichere und kombinationsfreudige Werkself lieferte ungeachtet des frühen Rückstands eine beeindruckende Performance in der ersten halben Stunde ab. Schick wollte den Ball nach Diabys Flanke mit Auge per Kopf ins lange Eck setzen, verfehlte das Ziel aber deutlich (36.). Die letzten Sekunden vor dem Halbzeitpfiff brachten sogar ein Scheibenschießen der Leverkusener, deren Versuche aber allesamt geblockt wurden. Zuvor hatte Diaby ein weiteres Solo mit einem Flachschuss abgeschlossen, Luthe streckte sich mächtig und fischte den Ball aus dem langen Eck (45.+1). Mit einem 1:1 und klaren Vorteilen für die Werkself ging es in die Kabine.

Dass die Berliner nach der Pause deutlich giftiger agieren wollten, bekam Frimpong bei einer rüden Attacke von Gießelmann zu spüren, der den Rechtsverteidiger der Werkself ordentlich abräumte (46.). Stark, wie der physisch sehr präsente Mitchel Bakker nach einem Fehlpass von Palacios Haraguchi im Strafraum noch ablief (55.). Die Partie wurde jetzt zerfahrener, beide Teams beharkten sich in intensiv geführten Zweikämpfen. Der kurz zuvor eingewechselte Öztunali konnte mit vereinten Kräften gerade noch gebremst werden (68.). Auf der Gegenseite verpasste Schick die Hereingabe von Diaby, die Luthe dennoch leichte Probleme bereitete (72.). Gerardo Seoane nahm seinen ersten Wechsel vor, brachte Olympiasieger Paulinho für Amiri (76.). Demirbays Volleyschuss mit rechts flog einen Meter am Eck vorbei (77.).
Diabys Versuch blockte Knoche mit dem Kopf, der wuchtige Nachschuss von Schick rauschte über den Querbalken (78.). Bayer 04 erhöhte in der Schlussphase wieder die Schlagzahl, wollte sich mit dem Remis nicht begnügen. Paulinho wurde in aussichtsreicher Position noch von Öztunali entscheidend gestört (83.). Nach einem Konter der Union parierte Lukas Hradecky hervorragend gegen Teuchert (85.), und der Bayer 04-Schlussmann packte auch beim folgenden Kopfball von Friedrich nach Ecke entschlossen zu (86.). Seoane tauschte noch zweimal und brachte Julian Baumgartlinger und Joel Pohjanpalo für Palacios und Schick (89.). Glück dann für die Werkself, dass Öztunalis Volley knapp vorbeiflog (90.). Kurz darauf war Schluss.
Für Bayer 04 geht es mit dem zweiten Bundesliga-Spieltag am Samstag, 21. August, weiter. Dann trifft die Werkself im Topspiel um 18.30 Uhr in der BayArena auf Borussia Mönchengladbach.
Die Statistik:
1. FC Union: Luthe – Friedrich, Knoche, Baumgartl – Trimmel (81. Ryarson), Haraguchi (81. Behrens), R. Khedira, Ingvartsen (63. Öztunali), Gießelmann – Awoniyi (63. Voglsammer), Kruse (73. Teuchert)
Bayer 04: Hradecky – Frimpong, Kossounou, Tah, Bakker – Aránguiz, Palacios (89. Baumgartlinger) – Diaby, Demirbay, Amiri (76. Paulinho) – Schick (89. Pohjanpalo)
Tore: 1:0 Awoniyi (7.), 1:1 Diaby (12.)
Schiedsrichter: Reichel (Stuttgart)
Gelbe Karte: Diaby
Zuschauer: 11.006

Gleich dreimal waren die schwarz-roten Legenden der Bayer 04-Traditionsmannschaft am vergangenen Wochenende im Einsatz. Unter anderem mit Stefan Kießling, Philipp Wollscheid, Sidney Sam und Karim Bellarabi trat das von Falko Götz und Jürgen Gelsdorf gecoachte Team auf Indoor-Kunstrasen-Turnieren in Oldenburg, Regensburg und Bielefeld an. Bei Letzterem zauberten sich die Leverkusener dank vierer Wollscheid-Tore sogar bis ins Finale, wo dann gegen Arminia Bielefeld Endstation war. Einsatz und Spaß waren jedoch bei allen Beteiligten wie immer titelwürdig.
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