
„Es war ein sehr ausgeglichenes Spiel, bei dem wir vielleicht sogar mehr Hochkaräter hatten. Wir waren heute vom Kopf her voll da, umso bitterer, dass wir hier nichts mitgenommen haben“, sagte Jonathan Tah nach dem Abpfiff.
Bayer 04-Coach Gerardo Seoane nahm im Vergleich zur DFB-Pokal-Partie in Elversberg gleich fünf Veränderungen in seiner Startelf vor: Jonathan Tah, Piero Hincapie, Kerem Demirbay, Exequiel Palacios und Karim Bellarabi begannen für Odilon Kossounou, Mitchel Bakker, Charles Aránguiz, Adam Hlozek und Sardar Azmoun (alle auf der Bank). Taktisch begegneten sich beide Teams im ausverkauften Signal Iduna Park in einem sehr ähnlichen System mit Viererkette, drei zentralen Mittelfeldspielern und zwei schnellen Flügeln neben einem Stoßstürmer.
Das Topspiel zwischen dem Tabellenzweiten und -dritten der Vorsaison nahm vom Anpfiff weg ordentlich Fahrt auf. Schon nach 90 Sekunden verzeichnete die Werkself die erste Torannäherung, Hincapie kam nach Demirbays Freistoß zum Kopfball, setzte die Kugel aber am Pfosten vorbei (2.) – und klärte wenig später mit einer starken Grätsche auf seiner linken Außenbahn gegen Adeyemi (7.). Kurz darauf ging der BVB in Führung: Ein Angriff über Malen schien eigentlich bereits abgefangen, doch der Ball kam zu Moukoko, nach dessen Hereingabe quer zum Fünfer schoss Adeyemi aufs kurze Eck, Lukas Hradecky kam noch an die Kugel heran, aber letztlich stocherte sie der von Hincapie bedrängte Marco Reus irgendwie über die Linie zum 1:0 (10.).

Genau so bitter: Robert Andrich musste mit muskulären Problemen verletzt vom Platz und wurde durch Charles Aránguiz ersetzt (13.). Hincapie ließ einen strammen Schuss aus 20 Metern folgen, der knapp am Pfosten vorbeiflog (13.). Noch näher dran waren die Leverkusener nach einem Konter über Bellarabi und Palacios und dem Abschluss von Patrik Schick, dessen Schlenzer aus 18 Metern hauchdünn das Dreieck verfehlte (19.). Auf der Gegenseite kam Reus aussichtsreich zum Schuss, setzte den Ball aber am langen Eck vorbei (20.). Es war ein hochintensiver Schlagabtausch mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Vor allem physisch ging es ordentlich zur Sache, die Zweikämpfe wurden mit dem Maximum an Körperlichkeit geführt.
Moussa Diaby versuchte sich erfolgreich im Slalom gegen gleich fünf Dortmunder, verpasste aber den Moment des rechtzeitigen Abspiels auf Bellarabi oder hätte allein weitergehen müssen (36.). Nach einem Dortmunder Fehler eröffnete sich Patrik Schick eine vielversprechende Chance, als er allein auf Kobel hätte zulaufen können, doch Dahoud luchste ihm in höchster Not noch den Ball ab (42.). Auch bei Bellinghams Versuch im Gegenzug mit links lag zumindest Gefahr in der Luft. Mit dem knappen Vorsprung der Hausherren ging es in die Pause, doch die gut 5.000 Bayer 04-Fans hatten eine engagierte Vorstellung ihres Teams gesehen.

Gerardo Seoane nahm einen Tausch vor, Adam Hlozek kam mit Beginn von Hälfte zwei für Bellarabi zum Einsatz. Der Tscheche rückte auf den linken Flügel, Diaby wechselte auf die rechte Seite. Die erste Großchance in den zweiten 45 Minuten gebührte dem BVB, Malen setzte sich über links zu einfach im Strafraum durch und passte von der Grundlinie nach innen, doch Hradecky entschärfte den Schuss von Hazard aus wenigen Metern großartig (50.). Kurz darauf Riesenjubel bei der Werkself, doch dem Kopfballtreffer von Palacios nach einem von Kobel abgewehrten Schuss von Schick wurde die Anerkennung versagt, weil der Argentinier wohl hauchzart Zentimeter im Abseits gestanden hatte (52.).
Es blieb ein Abnutzungskampf, in dem sich beide Teams Mitte der zweiten Halbzeit beinahe neutralisierten. Nach einer Flanke von Diaby schlich sich Schick zwischen Hummels und Meunier weg, drückte die Kugel aber aus wenigen Metern genau auf Kobels Körper – eine Riesenchance zum Ausgleich (63.)! Seoane wechselte ein zweites Mal und brachte Azmoun für Demirbay (66.). Der Iraner war sofort drin im Spiel und passte klasse quer auf Schick, doch erneut war Kobel zur Stelle und rettete sensationell gegen den Schuss aus kurzer Distanz (68.) – das nächste ganz dicke Ding für die Werkself, die mit Macht auf den Ausgleich drängte.

Bayer 04 bestimmte jetzt das Geschehen, drückte die Borussia tief in deren Hälfte. Jeremie Frimpong agierte längst als Außenstürmer, andererseits lief Diaby auch am eigenen Strafraum Angriffe des Gegners ab. Seoane vollzog die Wechsel vier und fünf: Mitchel Bakker und Nadiem Amiri kamen für die beiden mit Gelb vorbelasteten Hincapie und Palacios (78.). Und die Leverkusener hatten erneut Pech: Als Schlotterbeck den Ball ins eigene Netz beförderte, hatte Azmoun zuvor im Abseits gestanden (80.). Und es kam noch übler für die Gäste: Als sich Hradecky den Ball knapp außerhalb des Strafraums pflückte, intervenierte der Videoassistent, und Schiedsrichter Dr. Brych zeigte dem Finnen im Nachgang die Rote Karte (90.+3). Edmond Tapsoba streifte sich die Torwarthandschuhe über beim folgenden Freistoß, brauchte aber nicht einzugreifen. Kurz darauf war Schluss – und eine Werkself, die alles gegeben hatte, ging tief enttäuscht vom Platz.
Für Bayer 04 geht es mit dem ersten von zwei aufeinanderfolgenden Heimspielen weiter: Am Samstag, 13. August, ertönt in der BayArena um 15.30 Uhr der Anpfiff gegen den FC Augsburg. Eine Woche später am 20. August ist die TSG Hoffenheim zu Gast in Leverkusen (Anstoß: 15.30 Uhr).
Die Statistik:
Borussia Dortmund: Kobel – Meunier, Hummels, Schlotterbeck, Guerreiro (84. Wolf) – Dahoud, Bellingham – Adeyemi (23. Hazard), Reus, Malen (84. Can) – Moukoko (68. Brandt)
Bayer 04: Hradecky – Frimpong, Tah, Tapsoba, Hincapie (78. Bakker) – Andrich (13. Aránguiz), Palacios (78. Amiri) – Bellarabi (46. Hlozek), Demirbay (66. Azmoun), Diaby – Schick
Tor: 1:0 Reus (9.)
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Gelbe Karten: Hazard, Schlotterbeck – Tah, Palacios, Hincapie, Bakker
Rote Karte: Hradecky (90.+3/Handspiel außerhalb des Strafraums)
Zuschauer: 81.365 (ausverkauft)

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