
Schwarz-rote Derby-Stimmung kam bereits mehr als eine Stunde vor dem Anpfiff auf: Die Fans der Werkself versammelten sich in Scharen entlang der Bismarckstraße, um den Leverkusener Mannschaftsbus lautstark in Empfang zu nehmen. So bekamen Lukas Hradecky und Co. noch eine große Portion Motivation mit auf den Weg.

Doch nicht nur der Sport stand an diesem Nachmittag im Vordergrund, sondern auch die Solidarität von Bayer 04 mit der Ukraine. So lief die Werkself in einem cremeweißen Sondertrikot auf, ein großer Teil des Erlöses aus dem Verkauf der 1.930 Jerseys fließt in die Ukraine-Hilfe vor Ort in Leverkusen. Außerdem wurde eine Ukraine-Flagge unter dem Dach der BayArena gehisst, die zudem nach Abpfiff in den Farben der Ukraine leuchtete: Blau und Gelb. Eine Übersicht der Maßnahmen des Werksklubs gibt es HIER.





Zum sportlichen Geschehen und damit zum Personal der Werkself: Im Vergleich zur 2:3-Niederlage im Achtelfinal-Hinspiel der UEFA Europa League bei Atalanta Bergamo am vergangenen Donnerstag tauschte Gerardo Seoane viermal. Für Edmond Tapsoba, Mitchel Bakker, Charles Aránguiz und Amine Adli starteten Odilon Kossounou, Piero Hincapie, Kerem Demirbay und Paulinho. Taktisch entschied sich Seoane für ein 4-2-3-1-System.
Mit dem lautstarken Support der 22.658 Fans in der ausverkauften BayArena im Rücken war die Werkself zu Beginn auf Spielkontrolle bedacht, die Gäste aus der Domstadt gingen ihrerseits teils bereits in der Bayer 04-Hälfte ins Pressing – so gestaltete sich ein intensives Duell mit vielen Zweikämpfen. In der elften Minute hätte Paulinho dann erstmals gefährlich zum Abschluss kommen können, verpasste aus zehn Metern aber den richtigen Moment. Wenig später folgte die verletzungsbedingte Auswechslung von Jeremie Frimpong, der nach einem Tritt von Florian Kainz aufgrund einer Sprunggelenks-Verletzung nicht weitermachen konnte (13.). Für den Niederländer kam Timothy Fosu-Mensah ins Spiel.
Der Druck der Gastgeber nahm im Verlaufe des ersten Abschnitts weiter zu, die beste Chance in Folge eines feinen Wirtz-Zuspiels hatte erneut Paulinho nach 18 Minuten. Der Brasilianer scheiterte jedoch am Fuß von FC-Keeper Marvin Schwäbe. Auf der Gegenseite wurde es erstmals durch einen Fernschuss von Kainz gefährlich, Lukas Hradecky war aber zur Stelle (20.). Es folgte die zweite verletzungsbedingte Auswechslung auf Seiten von Bayer 04: Youngster Wirtz musste nach einem harten Einsteigen von Luca Kilian vom Platz getragen werden, er wurde noch während des Spiels ins Krankenhaus gefahren. Für den 18-Jährigen kam Adli (28.).

Sieben Minuten später erlief dann plötzlich Moussa Diaby einen zu kurzen Rückpass auf Schwäbe, umkurvte den Torhüter – konnte aus spitzem Winkel aber nicht einnetzen. Ein direkter Freistoß von Demirbay landete noch auf dem Tornetz (41.), kurz darauf ging es nach einer fünfminütigen, hitzigen Nachspielzeit torlos in die Kabinen.
Mit einem dritten neuen Mann auf Seiten der Werkself – Tapsoba ersetzte Kossounou, den muskuläre Probleme klagten – ging’s in Abschnitt zwei. Zehn Minuten waren gespielt, als Kölns Top-Torjäger Anthony Modeste erstmals in der Partie zur Torchance kam – der Franzose setzte seinen Kopfball aber über die Querlatte.
Besser machte es da der kurz zuvor eingewechselte Kingsley Schindler, der eine Hereingabe des ebenfalls reingekommenen Dejan Ljubicic per Direktabnahme verwertete und zum 1:0 für Köln einnetzte (67.). Auf Seiten der Werkself hatte Sardar Azmoun gleich zweimal den Ausgleich auf dem Fuß, der Iraner verpasste jedoch erst eine flache Hereingabe von Fosu-Mensah knapp (75.) und verstolperte dann den Ball (78.). So blieb es am Ende bei der knappen 0:1-Niederlage.






Bereits 04 Tage nach dem Derby kommt es in der BayArena zum Achtelfinal-Rückspiel der UEFA Europa League: Am kommenden Donnerstag, 17. März (Anstoß: 18.45 Uhr), gastiert Atalanta Bergamo an der Dhünn. Drei Tage später folgt das Bundesliga-Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg, ehe es in die Länderspielpause geht.
Die Statistik:
Bayer 04: Hradecky – Frimpong (13. Fosu-Mensah), Tah, Kossounou (46. Tapsoba), Hincapie – Palacios (64. Aránguiz), Demirbay – Diaby, Wirtz (28. Adli), Paulinho (64. Azmoun) – Alario
Köln: Schwäbe – Schmitz, Hübers, Kilian, Hector – Özcan, Skhiri (64. Schindler) – Duda (64. Ljubicic), Kainz (87. Lemperle) – Andersson (77. Thielmann), Modeste
Tor: 0:1 Schindler (67.)
Gelbe Karten: Palacios, Demirbay – Skhiri, Schmitz
Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel)
Zuschauer: 22.658 (ausverkauft)

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Mit Milton Queiroz da Paixao fing 1987 alles an: Tita, wie er genannt wurde, war der erste Brasilianer unterm Bayer-Kreuz. Zahlreiche weitere Fußballer vom Zuckerhut sollten in den nächsten Jahren folgen. Viele von ihnen drückten dem Spiel der Werkself ihren eigenen Stempel auf. Rund 40 Jahre später setzt Arthur, der seit Sommer 2023 das Bayer 04-Trikot trägt, diese lange Tradition fort. Der 23-Jährige ist bereits der 24. Brasilianer der Vereinshistorie und hat sich als Teil der Doublesieger-Mannschaft von 2024 schon jetzt in die Geschichtsbücher des Werksklubs geschrieben. Ein Überblick über alle Bayer 04-Spieler aus dem Land des fünfmaligen Weltmeisters in Kurzporträts.
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