
Entsprechend enttäuscht gab sich Jonas Boldt nach dem Abpfiff. „Dieses Ergebnis tut weh. Es war schwer gegen einen Gegner, der fast nur hintendrin stand. Trotzdem hatten wir unsere Möglichkeiten, von denen wir eine hätten nutzen müssen. Es ist sehr, sehr ärgerlich, dass uns das nicht gelungen ist. Es ist aber noch nichts verloren. Wir haben jetzt drei Duelle gegen direkte Konkurrenten um die vorderen Plätze vor der Brust. Da müssen wir Resultate liefern“, sagte der Manager Sport von Bayer 04 im Hinblick auf die nun folgenden Begegnungen in Leipzig, gegen Frankfurt und in Dortmund. „In Ballbesitz war es eigentlich ganz okay, aber wir müssen eine unserer Chancen nutzen, das gilt vor allem für mich", sagte Kevin Volland.
Im Vergleich zur vergangenen Partie in Köln gab es drei Veränderungen bei der Werkself: Vorn nahm Kevin Volland die Position des gesperrten Lucas Alario ein, rechts verteidigte Panos Retsos für Tin Jedvaj und im Mittelfeld ersetzte Dominik Kohr Kai Havertz, der zuvor in gleich drei U19-Länderspielen binnen weniger Tage zum Einsatz gekommen war. Kohr durfte somit von Beginn an gegen seinen Ex-Klub ran, für den er von 2014 bis 2017 tätig gewesen war. Beim angeschlagenen Lars Bender reichte es noch nicht wieder für einen Platz im Kader. „Wir haben gemeinsam entschieden, noch einmal auszusetzen. In einem Endspiel hätte ich zu einhundert Prozent gespielt. So kann ich jetzt aber noch eine weitere Woche in Ruhe trainieren und mich stabilisieren. Dann bin ich am kommenden Wochenende vollkommen gesund“, sagte der Kapitän. Dazu musste auch Joel Pohjanpalo verletzt passen.
Taktisch sortierte sich das bei Bayer 04 als eine Art 4-3-3 ein, drei nominelle Sechser sollten für ein stabiles Zentrum im Team von Heiko Herrlich sorgen, wobei Kohr leicht vorgezogen agierte. Vom Anpfiff weg präsentierten sich die Augsburger so wie vom Bayer 04-Coach erwartet: aggressiv, giftig, wehrhaft in jedem Zweikampf. Das verlangte der Werkself zwingend Präzision und Tempo ab, um Gefahr zu entwickeln. So wie nach einer Viertelstunde: Zügig ging's über Volland auf links nach vorn und nach dessen flacher Hereingabe kam Aránguiz aus dem Hinterhalt im Strafraum frei zum Schuss, setzte den Ball aber aus aussichtsreicher Position einen halben Meter am linken Pfosten vorbei (15.) – das war ein richtig dickes Ding!
Die Werkself würde Geduld brauchen und dicke Bretter bohren müssen – das deutete sich schnell an. Die nächste Torannäherung verbuchte Kohr, dessen listiger Schlenzer Richtung Dreieck das Ziel ein Stück verfehlte (23.). Wie es funktionieren könnte, zeigten die Hausherren nach knapp einer halben Stunde: Wendell entwischte nach schönem Doppelpass auf links, nach seiner scharfen Flanke brachte Augsburg gerade noch ein Abwehrbein dazwischen (29.). Brandt rutschte der Ball beim Schussversuch über den Spann (30.), Aránguiz ging im Strafraum mutig ins Dribbling, wurde aber noch entscheidend gebremst (31.). Bayer 04 hatte sich jetzt in der Hälfte des Gegners eingerichtet. Baileys Solo mit Abschluss wurde noch zur Ecke abgefälscht (36.), Brandts Flachschuss mit links aufs kurze Eck entschärfte Hitz ohne Probleme (38.), ein weiterer Versuch von Bailey rauschte über die Latte (41.). Torlos ging es in die Pause.
Augsburg gab die ersten Schüsse nach dem Wechsel ab – Gregoritschs Lupfer landete auf dem Tornetz, hätte aber auch kein Problem für Leno bedeutet (46.), Hintereggers Versuch nach einer Ecke flog vorbei (49.), bei Cordovas Schuss packte Leno entschlossen zu (52.). Augsburg fand nun auch mal statt in der Offensive, hatte aber Glück, dass ein rüdes Einsteigen von Max gegen Retsos nur die Gelbe Karte nach sich zog. Aránguiz kam nach Doppelpass mit Brandt vielversprechend zum Zuge, traf den Ball aber nicht voll (56.). Und dann hatte Kevin Volland das 1:0 und zugleich sein 50. Bundesligator dicht vor Augen: Von der Mittellinie zog er allein los, verlor aber an Tempo und wurde von Hinteregger m letzten Moment noch entscheidend beim Abschluss gestört (57.) – ärgerlich, da war deutlich mehr drin gewesen!
Dann lag die Kugel nach Julian Brandts Flachschuss mit links ins lange Eck endlich im Augsburger Kasten – doch Schiedsrichter Willenborg entschied nach Rücksprache mit dem Videoassistenten nicht auf Tor, weil Leon Bailey die Kugel noch mit der Ferse touchiert und dabei hauchzart im Abseits gestanden hatte (64.). Wenig später nahm Heiko Herrlich den ersten offensiven Wechsel vor, Kai Havertz kam für Kohr (69.). Kurz darauf verpasste Brandt beim Konter den richtigen Adressaten, üversah den gut postierten Bailey (76.). Dann kamen Stefan Kießling und Benny Henrichs für Baumgartlinger und Retsos (77.) – Bundesligaspiel Nr. 401 für den Routinier!
Bayer 04 warf in der Schlussphase noch mal alles rein, drückte auf den Heimsieg. Henrichs setzte die Kugel vom rechten Strafraumeck deutlich drüber (80.), einem Kopfball von Bailey fehlte die Wucht (82.). Augsburg rettete sich jetzt nur noch in weite Befreiungsschläge, die Werkself suchte den Lucky Punch – vergeblich.
Für Bayer 04 geht es in der Bundesliga mit einer Partie am Montagabend weiter: Am 9. April um 20.30 Uhr ist die Werkself bei RB Leipzig zu Gast und beschließt den 29. Spieltag.
Die Statistik:
Bayer 04: Leno – Retsos (77. Henrichs), Tah, S. Bender, Wendell – Kohr (69. Havertz), Aránguiz, Baumgartlinger (77. Kießling) – Brandt, Bailey – Volland
FC Augsburg: Hitz – Gouweleeuw, Khedira, Hinteregger – Schmid, Max – Baier (39. Cordova), Moravek (77. Richter) – Koo – Caiuby, Gregoritsch (71. Janker)
Tore: Fehlanzeige
Schiedsrichter: Willenborg (Osnabrück)
Gelbe Karten: Moravek, Max
Zuschauer: 25.800

Werkself-TV zeigt den 2:0-Erfolg von Bayer 04 bei Olympiakos Piräus im Play-offs-Hinspiel der UEFA Champions League 2025/26 re-live...

Vor der laufenden Saison der UEFA Champions League trafen Bayer 04 und Olympiakos Piräus insgesamt nur zweimal aufeinander. Nun geht es für die Werkself nach der Partie am 7. Spieltag der diesjährigen Ligaphase für das Play-off-Hinspiel innerhalb von nur vier Wochen zum zweiten Mal gegen die Griechen. Mitte Januar bestimmte Schwarz-Rot zwar über weite Strecken das Geschehen, musste sich aber auch aufgrund vieler guter verpasster Gelegenheiten vor dem gegnerischen Tor am Ende 0:2 geschlagen geben. Das soll am Mittwochabend besser laufen, um die „Chance auf Revanche“, so Geschäftsführer Sport Simon Rolfes vorab, zu nutzen. Die Kurzpässe.
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Bitteres Ende des fünften Showdowns der VBL Club Championship 2025/26. In den übrigen drei Spielen der Online-Vorrunde des fünften und finalen Showdowns haben die Leverkusener eSportler keine Punkte holen können. Der Showdown-Eins-Gewinner Bayer 04 verpasst damit den Einzug in die Offline-Runde und kann keine weiteren Zähler für die Gesamttabelle sammeln. In dieser ist das #B04eSports-Team zudem aus den Top Acht gerutscht. Eine direkte Teilnahme am Finalevent um die Deutsche Klub-Meisterschaft ist damit nicht mehr möglich, die Leverkusener müssen den Umweg über die Play-offs gehen.
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Nur vier Wochen nach dem Duell in der Ligaphase kommt es erneut zum Aufeinandertreffen mit Olympiakos Piräus – und dieses Wiedersehen steht ganz im Zeichen einer offenen Rechnung. Aus der Niederlage schöpft die Werkself zusätzliche Motivation für das Hinspiel der Play-off-Runde der UEFA Champions League 2025/26. Von der ersten Minute an soll ein klares Zeichen gesetzt werden: Mit einem konzentrierten Start, maximaler Entschlossenheit und einer Top-Leistung will das Team die Weichen auf Erfolg stellen.
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Wiedersehen in Athen: Am Mittwoch, 18. Februar (Anstoß: 21 Uhr dt. Zeit/live auf DAZN), begegnet die Werkself im Karaiskakis-Stadion zum zweiten Mal in der laufenden Saison dem griechischen Doublesieger Olympiakos Piräus. Nach dem Duell in der Ligaphase geht es nun im Hinspiel der Play-off-Runde der UEFA Champions League 2025/26 zur Sache. Cheftrainer Kasper Hjulmand sprach vorab über die Herangehensweise für das Duell, Kapitän Robert Andrich erklärte unterdessen, wie die Mannschaft die Stimmung in der morgigen Spielstätte zu bändigen versucht.
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