Waas: Unangenehme Derbys wegen Dieter Prestin

Nach dem 0:0 gegen die TSG Hoffenheim empfängt die Werkself am Samstagabend, 17. April (Anstoß: 18.30 Uhr), den 1. FC Köln zum Derby in der BayArena. Mit dem Nachbarschaftsduell verbindet wohl jeder Bayer 04-Fan Leidenschaft, Emotionen aber vor allem auch ganz viele persönliche Geschichten. Auch Herbert Waas erinnert sich gerne an den Rhein-Klassiker. Im Trikot von der Werkself erzielte der ehemalige Mittelstürmer sechs Tore gegen den FC und wurde so zum erfolgreichsten Derby-Torschützen nach Ulf Kirsten (zwölf Tore).
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Herr Waas, wie haben Sie die Spiele gegen den FC in den 1980er Jahren erlebt?
Waas:
„Die Duelle waren immer sehr eng und für mich persönlich häufig auch unangenehm. Mich hat damals meistens Dieter Prestin gedeckt. Der war ähnlich klein und flink wie ich, dementsprechend habe ich mich gegen ihn häufig schwergetan. Trotzdem sind mir aber anscheinend ein paar Tore gegen Köln gelungen. (lacht)

Haben Derby-Tore eine andere Bedeutung als „normale“ Bundesliga-Tore?
Waas: „Ich glaube, bei einem Derby sind die Emotionen nochmal größer. Aber im Endeffekt ist jedes Tor wichtig. Vor allem als Stürmer, weil gerade diese an Toren gemessen werden.“

Sie haben im Werks11 Podcast gesagt, dass Sie alle Mannschaften, für die Sie während ihrer aktiven Laufbahn gespielt haben, auch weiterhin verfolgen. Was erwarten Sie für das Topspiel in der BayArena?
Waas: „Ich denke, dass Leverkusen das Spiel gewinnen wird. Einfach, weil die Mannschaft besser ist als die der Kölner. Der FC hat einen enormen Druck. Bayer zwar auch, weil sie noch etwas erreichen wollen – trotzdem gehe ich von einem Leverkusener Sieg aus.“

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Herbert Waas (Bayer 04, re.hi.) erzielt im Duell mit Kölns Dieter Prestin (4.v.l.) im Februar 1986 das Tor zum 3:2-Endstand.

Werden Sie das Spiel am Samstag auch live verfolgen?
Waas: „Ich gucke am Wochenende eigentlich fast immer Bundesliga. Entweder Konferenz oder ich picke mir ein Einzelspiel heraus. Das Derby am Samstagabend werde ich mir natürlich anschauen.“

Ihre aktive Zeit bei Bayer 04 liegt bereits 31 Jahre zurück. Wie hat sich der Fußball im Allgemeinen aber auch bei der Werkself seither verändert?
Waas: „Die größten Veränderungen sind eigentlich dem Platz und den Bällen geschuldet. Wenn man den Fußball heute sieht und diesen mit unseren Möglichkeiten von früher vergleicht, wäre das so damals gar nicht möglich gewesen. Die Schnelligkeit und die Länge der Pässe sowie das Direktpassspiel wären bei den damaligen Voraussetzungen in der Form gar nicht umsetzbar gewesen. Früher mussten wir erstmal schauen, wie der Ball auf dem Untergrund überhaupt abspringt. Das braucht man heute nicht mehr, denn das Spielfeld kommt ja fast einem Teppich gleich. Zudem gab es damals viel mehr Härte auf dem Feld.  Wenn du den Ball gespielt und dabei noch den Gegner getroffen hast, dann war es kein Foul. Heute gibt es dafür sofort Gelb oder du fliegst sogar gleich vom Platz. Auch wird heutzutage eher als Team verschoben, statt das Eins-gegen-Eins-Duell gesucht.“

Waas: Eine Ehre, an der Seite von Völler zu spielen

Zu Beginn Ihrer Profi-Karriere haben Sie gemeinsam mit Rudi Völler beim TSV 1860 München gespielt. Wie haben Sie ihn in dieser Zeit als Menschen erlebt?
Waas: „Zu der Zeit war ich noch Jugendspieler und es war eine große Ehre für mich, an Rudi Völlers Seite spielen zu dürfen. Das ist mir aber auch zugutegekommen, weil sich alle auf ihn konzentriert haben. Das hat es für mich als jungen Spieler etwas einfacher gemacht. Rudi war auch neben dem Platz einfach ein super Typ. Ich bin sehr gut mit ihm ausgekommen.“

Seit 2005 ist Rudi Völler als Sportlich-Verantwortlicher bei Bayer 04 tätig. Vor wenigen Wochen hat er allerdings bekannt gegeben, dass er sich Mitte 2022 aus dem Tagesgeschäft zurückziehen wird. Was bedeutet das für den Club?
Waas: „Natürlich wird Rudi in Leverkusen Spuren hinterlassen. Zwar ist es ihm leider verwehrt geblieben, mit Leverkusen einen Titel zu holen. Dennoch hat er den Verein während seiner Amtszeit aufs nächste Level gehoben und über viele Jahre bewiesen, dass er ein echter Fußball-Fachmann ist.“

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Rudi Völler (l.) und Herbert Waas liefen Anfang der 1980er für 1860 München auf. In den Folgejahren trugen sie zudem gemeinsam den Adler auf der Brust.

Sie selbst haben 1995 die Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Wie ging es danach für Sie weiter und was machen Sie heute?
Waas: „Ich habe seitdem verschiedene Sachen gemacht. Ich habe in Bayern als Jugendtrainer bei Vaterstetten gearbeitet. Außerdem war ich selbständig für eine Bank in der Immobilienbranche tätig. Momentan habe ich aber keine beruflichen Verpflichtungen mehr und bin zurzeit auch nicht als Trainer aktiv.“

Zur Person:
In seiner Profi-Karriere lief Herbert Waas für sechs Vereine in drei unterschiedlichen Ländern auf. Nach seinem Durchbruch beim TSV 1860 München, wo Waas auch eine Saison an der Seite von Rudi Völler spielte, zog es den gebürtigen Passauer 1982 zur Werkself. In 240 Partien mit dem Kreuz auf der Brust erzielte der Bayer 83 Tore und legte 7 weitere Treffer auf. Neben seinen wichtigen Derby-Toren für Schwarz-Rot bleibt auch der UEFA-Pokal-Triumph von 1988 unvergessen. Waas, der zur zweiten Hälfte vom damaligen Cheftrainer Erich Ribbeck eingewechselt worden war, behielt im Elfmeterschießen des Final-Rückspiels gegen Espanyol Barcelona in Vollblutstürmer-Manier die Nerven und verwandelte seinen Strafstoß eiskalt.

Nach acht erfolgreichen Jahren in Leverkusen folgte dann der erste Wechsel ins Ausland, wo sich der heute 57-Jährige dem FC Bologna anschloss. Es folgten eine einjährige Leihe zum Hamburger SV und ein anschließender Transfer in die Schweiz zum FC Zürich. Seine aktive Laufbahn beendete der Ex-Leverkusener 1995 bei Dynamo Dresden. Insgesamt blickt Waas auf eine bewegte Karriere zurück: Neben 124 Treffern in 449 Vereinsspielen lief er darüber hinaus elfmal für die deutsche Nationalmannschaft auf – sein Debüt mit dem Adler auf der Brust im Juni 1983 war auch der erste Einsatz eines Bayer 04-Profis für den DFB.

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