
Wichtiger noch als die sportliche Bilanz ist aus Bayer 04-Sicht freilich, dass sich das eigene Stadion bei den von großem öffentlichen Interesse begleiteten Spielen von seiner besten Seite zeigen konnte und organisatorisch alles rund lief. Was durchaus keine Selbstverständlichkeit ist. „Denn die Ansprüche des DFB an die Stadien bei Länderspielen sind hoch“, weiß Stephan Rehm, der als Veranstaltungsleiter von Bayer 04 bei solchen Anlässen eng mit dem größten Einzelsportverband der Welt kooperiert.
Inzwischen komme dem Klub auch bei Länderspielen natürlich die große Erfahrung in Bezug auf internationale Partien in der BayArena zugute. Denn letztlich, so Rehm, werde das Stadion ja auch in der UEFA Champions League und UEFA Europa League „einmal auf links gedreht“. Nichts anderes passiere bei Länderspielen.
Dennoch hat sich im Laufe der Jahre organisatorisch und logistisch einiges verändert. Zuständig für die Durchführung von Länderspielen – dazu zählen auch die Partien der U-Nationalmannschaften und der Frauen-Auswahl – ist beim DFB die Direktion Events & Operations. Auch wenn dort die Haupt-Verantwortung für die Veranstaltung liegt, heißt das nicht, dass die Stadionbetreiber einfach den Schlüssel an den DFB übergeben und nun die Hände in den Schoß legen können.
In der Regel rückt der DFB mit seinem Orga-Team drei Tage vor dem entsprechenden Länderspiel am Austragungsort an. „Matchday-3“, heißt das im Zeitplan der Event-Spezialisten. Zuvor haben dann aber schon „Site Visits“ stattgefunden, Besuche vor Ort, bei denen einzelne Aspekte wie Stadiontechnik, Sicherheit, Ticketing und Catering vom DFB mit den entsprechenden Abteilungen im Verein abgeklopft werden. Rehm: „Da werden dann etwa Büffets und Menüwünsche für den VIP-Bereich mit der Bayer-Gastronomie abgesprochen, denn der DFB hat ja in seinem Sponsoren-Pool Partner, die eigene Produkte einbringen wollen.“ Logisch, dass es von Vorteil ist, wenn Stadionbetreiber und DFB zum Beispiel dieselben Getränkepartner haben.





Apropos Partner: Die Sponsoren des jeweiligen Klubs dürfen im und um das Stadion herum nicht sichtbar sein, die Arena muss „vollumfänglich neutralisiert werden“, so Rehm. Das heißt: Ihre Logos und Werbebanden werden entfernt bzw. überhängt von denen des DFB. Ähnlich läuft es bei internationalen Spielen der Werkself. Und weil Bayer 04 und der DFB denselben Dienstleister für die Durchführung der Neutralisierung haben, verringert auch das wieder den Aufwand. Die dafür zuständige sogenannte „Signage Crew“ besteht aus bis zu zehn Mitarbeitern.
Insgesamt sei der Aufwand bei der Vorbereitung eines Länderspiels in den vergangenen Jahren anders und eher kleiner geworden, sagt der Veranstaltungsleiter der BayArena. Zum einen hat das mit der Digitalisierung vieler Werbebanden zu tun, die ein Umswitchen erleichtere. Zum anderen könne man auch dank neuer Materialien dem Stadion viel schneller einen anderen Look verpassen. „Wo früher schwere bedruckte Metallplatten eingesetzt wurden, arbeitet man heute zum Beispiel in der Mixed-Zone mit Tüchern und Stoffen, Folien und Bannern, die nicht nur leichter zu transportieren, sondern auch schneller angebracht und auch wieder entfernt werden können. Hier haben die Kollegen von TecArena in den letzten Jahren viel getüftelt und ein perfektes System für die BayArena entwickelt“, so Rehm.
Obwohl der DFB die Länderspiele der A-Nationalmannschaft in der Regel nur in Stadien stattfinden lässt, die mindestens 40.000 Zuschauern Platz bieten, sind die acht Begegnungen in Leverkusen auch ein Beleg dafür, dass man im Deutschen Fußball-Bund die hohe Qualität der BayArena als Austragungsort zu schätzen weiß. Zwei Spiele – das 6:2 gegen Österreich im Mai 2002 und das 2:1 gegen Saudi-Arabien Anfang Juni 2018 – waren gar Generalproben für die DFB-Auswahl vor Weltmeisterschaften. Auch das 2:2 gegen Japan Ende Mai 2006 fand kurz vor der WM im eigenen Land statt.
„Einer der Erfolgsfaktoren, ein Länderspiel hier möglichst perfekt über die Bühne zu bringen, ist sicher das vertraute Miteinander, das Bayer 04 und DFB seit vielen Jahren pflegen“, sagt Rehm. „Der DFB weiß, dass er sich auf unsere Mannschaft vor Ort verlassen kann. Am Ende ist es unser Stadion, und wir haben den Anspruch, dass die BayArena den bestmöglichen Eindruck macht bei so einem Spiel.“ Nicht zuletzt ist in Leverkusen natürlich auch stets die „höchste Rasenqualität“ garantiert, die in einem eigenen Passus im Vertrag zwischen Fußball-Bund und Stadionbetreiber gefordert wird.
Einmal, im September 2009 beim Länderspiel gegen Südafrika, sah sich Bayer 04 bei der Austragung einer besonderen Herausforderung gegenüber. Die BayArena war nach dem großen Umbau gerade erst bezugsfertig geworden, nur die Bundesligaspiele gegen die TSG 1899 Hoffenheim und den VfL Bochum 1848 hatten bis dato dort stattgefunden. Nun also folgte das Freundschaftsspiel der DFB-Equipe gegen Südafrika, den WM-Gastgeber von 2010. Rehm: „Wenn man bei der Kapazität von 22.500 Zuschauern auf 30.210 hochgeht, dann hängt da einiges dran. Die Parkplatzsituation ist dabei nur einer von vielen Punkten, die anders waren als vorher. Wir waren zum Zeitpunkt des Länderspiels noch dabei, für uns selbst die Dinge zu organisieren und noch nicht richtig im Flow.“

Trotzdem hat auch bei dieser Begegnung, bei der Werkself-Legende Bernd Schneider offiziell als Nationalspieler vom DFB verabschiedet wurde, alles geklappt. „Vielleicht war’s ein bisschen ruckeliger als sonst“, schmunzelt Rehm. Aber man habe auch viel gelernt und wertvolles Feedback von Besuchern erhalten, die eben nicht nur aus Leverkusen und Umgebung, sondern aus ganz Deutschland gekommen waren. Und denen – weil sie nicht regelmäßig in der BayArena sind – Dinge wie die noch nicht optimale Anreisebeschilderung etwa vom Bahnhof Leverkusen oder zu den Parkplätzen aus dem Stadtgebiet aufgefallen sind. „Diese Hinweise waren für uns Gold wert, weil sie uns zeigten, wo wir noch besser werden mussten.“
Zwei Jahre später, bei der Frauen-WM in Deutschland, hatte Bayer 04 diese Punkte längst optimiert. Vier WM-Spiele fanden in der BayArena statt. Organisatorisch lief alles wie am Schnürchen. „Es war aber vor allem deshalb ein herausragendes Erlebnis, weil sich die ganze Stadt in diesen gelb-orangenen Farbtönen schmückte und nicht nur in Leverkusen, sondern überall in Deutschland eine tolle Stimmung herrschte“, sagt Rehm. „Ein Teil davon zu sein, war etwas Besonderes.“
Noch einmal zurück zu den Länderspielen der DFB-Männer. Nur bei der ersten Partie des Nationalteams in Leverkusen vor 30 Jahren stand kein Bayer 04-Profi im Kader. Es sei denn, man zählt Rudi Völler schon dazu, der in der Startelf spielte, aber damals noch bei AS Rom unter Vertrag stand und erst zweieinhalb Jahre später an die Dhünn kam. Und der dann als Teamchef der DFB-Auswahl 2001 und 2002 noch zwei weitere Einsätze in Leverkusen hatte.
Wann das nächste Mal schwarz-rot-goldene statt schwarz-roter Fahnen in der BayArena geschwenkt werden, steht noch in den Sternen. „Wir wären in jedem Fall bereit“, sagt Stephan Rehm.
18.12.1991: Deutschland – Luxemburg 4:0
(EM-Qualifikation 1992, Tore: 1:0 Lothar Matthäus (15., FE), 2:0 Guido Buchwald (44.), 3:0 Karl-Heinz Riedle (50.), 4:0 Thomas Häßler (62.))
08.10.1995: Deutschland – Moldawien 6:1
(EM-Qualifikation 1996, Tore: 1:0 Serghei Stroenco (16., ET), 2:0 Thomas Helmer (18.), 3:0 Matthias Sammer (24.), 4:0 Andreas Möller (47.), 5:0 Möller (61.), 6:0 Sammer (72.), 6:1 Rebeja (82.))
04.06.1999: Deutschland – Moldawien 6:1
(EM-Qualifikation 2000, Tore: 1:0 Oliver Bierhoff (2.), 2:0 Ulf Kirsten (27.), 3:0 Marco Bode (38.), 4:0 Bierhoff (56.), 5:0 Mehmet Scholl (71.), 5:1 Stratulat (76.), 6:1 Bierhoff (82.))
24.03.2001: Deutschland – Albanien 2:1
(WM-Qualifikation 2002, Tore: 1:0 Sebastian Deisler (50.), 1:1 Kola (65.), 2:1 Miroslav Klose (88.))
18.05.2002: Deutschland – Österreich 6:2
(Letztes Spiel vor der WM 2002, Tore: 1:0 Miroslav Klose (15.), 2:0 Klose (29.), 3:0 Marco Bode (36.), 3:1 Aufhauser (37.), 3:2 Wallner (46.), 4:2 Klose (53.), 5:2 Bode (68.), 6:2 Daniel Bierofka (81.))
30.05.2006: Deutschland – Japan 2:2
(Vorletztes Spiel vor der WM 2006, Tore: 0:1 Takahara (57., 0:2 Takahara (65.), 1:2 Miroslav Klose (75.), 2:2 Bastian Schweinsteiger (80.))
05.09.2009: Deutschland – Südafrika 2:0
(Abschied Bernd Schneider, Tore: 1:0 Mario Gomez (35.), 2:0 Mesut Özil (77.))
08.06.2018: Deutschland – Saudi-Arabien 2:1
(Letztes Spiel vor WM 2018, Tore: 1:0 Timo Werner (8.), 2:0 Omar Hawsawi (43., ET), 2:1 Al-Jassim (85., FE))

Spannende Erlebnisse und exklusive Einblicke rund um die Werkself und die BayArena erwarteten in dieser Woche die Nachwuchs-Fußballer der BA04 Football Academy Guangzhou aus China bei ihrem Besuch im Rheinland. Neben einem gemeinsamen Training mit der Bayer 04 Fußball Akademie bestaunten die Kids bei einer Führung die Spielstätte des Bundesligisten. Das Highlight des Besuchs bildete eine private Pressekonferenz mit Ex-Bayer 04-Stürmer Stefan Kießling, in der dieser den jungen Kickern Tipps aus seiner eigenen Karriere mit auf den Weg gab. Am Samstagnachmittag, 10. Oktober, wird die Gruppe zum Abschluss die Werkself beim Auswärtsspiel in Mainz unterstützen.
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Am 5. Spieltag der Bundesligasaison 2026/27 reist die Werkself zum 1. FSV Mainz 05. Anpfiff ist am Samstag, 10. Oktober, um 15.30 Uhr. Seit dieser Spielzeit ist zudem das neue Fan-Mitfahrportal WERKSELFgo im Einsatz. Die Bayer 04-Fanbetreuung hat vorab alle Infos zur Partie in der MEWA ARENA zusammengefasst.
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Ein Überblick über die aktuellen Ticket-Verkäufe der Heim- und Auswärtsspiele von Bayer 04 in der Saison 2026/27.
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Im Rahmen des 3. Spieltags der Ligaphase der UEFA Europa League 2026/27 gastiert Bayer 04 beim griechischen Klub OFI Kreta. Die Partie steigt am Donnerstag, 22. Oktober, um 18.45 Uhr deutscher Zeit (19.45 Uhr Ortszeit) im Pankritio. Alle Infos zum Ticketverkauf.
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Fans fragen, Carolin Simon antwortet: Im Rahmen des zweiten „Ask me Anything“ (AMA) von Bayer 04 auf der Plattform Reddit hat sich die Leverkusener Kapitänin den Fragen der Community gestellt. Die im Sommer nach zehn Jahren zum Werksklub zurückgekehrte Außenverteidigerin nahm sich für den Austausch mit den Fans eineinhalb Stunden Zeit und gewährte dabei auf eine sehr persönliche Art unter anderem Einblicke in ihren Fußballerinnen-Alltag und ihre Rolle als Kapitänin, aber auch in ihre Leidenschaft für Pokemon.
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