Vor 27 Jahren: Das vorweggenommene Pokal-Endspiel

Die Halbfinal-Auslosung ergab das Duell der vom Papier her hochkarätigsten Teams im Lostopf. In der Vorschlussrunde des DFB-Pokals 1992/93 traf die Werkself auf den Bundesliga-Konkurrenten Eintracht Frankfurt. Das Duell am 30. März 1993 – also genau vor 27 Jahren – war die Grundlage für den späteren Pokalsieg.

Schwarz-Rot legte in der Bundesliga-Spielzeit unter Cheftrainer Reinhard Saftig zunächst einen Traumstart hin. Nach zwölf Spieltagen belegte die Werkself mit zwei Punkten Rückstand auf Tabellenführer Bayern München Rang zwei. Es folgte jedoch ein Leistungseinbruch, am Ende der Hinrunde stand Platz sechs zu Buche. Bereits in der Winterpause hatte sich der damalige Bayer 04-Manager Reiner Calmund dazu entschlossen, zur kommenden Spielzeit mit dem Frankfurter Dragoslav Stepanovic einen neuen Trainer zu installieren.

Dank Sturm-Duo ins Endspiel

In der Rückrunde der Bundesliga erspielte sich die Werkself 7 von möglichen 12 Zählern (Zwei-Punkte-Regel), ehe es am 30. März zum bereits erwähnten Pokal-Halbfinale gegen die Eintracht kam. Während sich im Parallelspiel überraschend die Amateure von Hertha BSC gegen den Chemnitzer FC (2. Liga) durchgesetzt hatten, trafen mit Bayer 04 und Eintracht Frankfurt zwei Klubs aus dem Oberhaus aufeinander. Gegen die in der Bundesliga auf Rang drei liegende Eintracht gelang der Mannschaft von Cheftrainer Saftig letztlich ein deutlicher 3:0-Erfolg. Das legendäre Sturm-Duo Ulf Kirsten/Andreas Thom (2) erzielte alle drei Treffer – und schoss die Werkself damit ins Endspiel im Berliner Olympiastadion.

Stepanovic: Vom Rücktritt auf die Bank

Unmittelbar nach dem Duell trat allerdings Eintracht-Trainer Dragoslav Stepanovic zurück und wurde zunächst Berater bei seinem künftigen Arbeitgeber Bayer 04. Fünf Wochen später entließ Manager Calmund den Cheftrainer Saftig dann vorzeitig; Stepanovic übernahm und gewann mit der Werkself dank eines 1:0-Erfolgs – Kirsten hatte nach 77 Minuten getroffen – gegen die Hertha BSC Amateure erstmals in der Vereinsgeschichte den DFB-Pokal.

Wie Reinhard Saftig die Ereignisse im Frühjahr 1993 im Nachgang wahrnahm.

Die Statistik zum DFB-Pokal-Halbfinale 1993:

Frankfurt: Stein – Bindewald, Binz, Tskhadadze – Weber, Komljenovic (74. Studer), Bein, Falkenmayer (72. Yeboah), Bommer – Schmitt, Kruse

Bayer 04: Vollborn – Kree, Foda, Wörns – Stöver, Lupescu, Hapal, Fischer, von Ahlen (67. Scholz) – Thom, Kirsten (80. Tolkmitt)

Tore: 0:1 Thom (6.), 0:2 Kirsten (72.), 0:3 Thom (75.)

Schiedsrichter: Manfred Harder

Gelbe Karten: Tskhadadze, Schmitt – von Ahlen, Kirsten

Rote Karte: Bindewald (55.)

Zuschauer: 35.000 im Frankfurter Waldstadion

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