
Erleichtert ging man beim VfL in die Länderspielpause. Ein satter Linksschuss von Stürmer Lukas Hinterseer zwei Minuten vor Schluss bescherte den Bochumern am vergangenen Sonntag einen 3:2-Heimerfolg gegen Dynamo Dresden und damit am vierten Spieltag den ersten Sieg der jungen Saison. Die Stimmungslage von Neu-Trainer Ismail Atalan dürfte sich damit erst einmal aufgehellt haben. Dennoch hat sein Team Nachholbedarf: Mit vier Punkten steht der Klub von der Ruhr derzeit auf Rang zwölf.
Ungewöhnlich war der Zeitpunkt, den die Verantwortlichen an der Castroper Straße für die Trennung von Cheftrainer Gertjan Verbeek wählten: Mitten in der Vorbereitung wurde der streitbare Niederländer entlassen und durch Ismail Atalan vom Drittligisten Sportfreunde Lotte ersetzt. Die „neue“ Mannschaft des 37-Jährigen ist im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert: Nur zwei Stammkräfte verließen den Verein, Verstärkung kam vor allem für die Offensive – in Lukas Hinterseer und Dimitrios Diamantakos verpflichtete der VfL zwei Angreifer, die in Deutschland bereits Profi-Erfahrung gesammelt haben. Hinzu kam einer, den man bei Bayer 04 noch gut kennt: Robbie Kruse, bis Anfang des Jahres noch Teil der Werkself, wirbelt seit Juli in der Offensive des VfL. Er ist jedoch mit der australischen Nationalmannschaft unterwegs und verpasst das Wiedersehen mit seinen alten Teamkollegen.
Nur zweieinhalb Wochen lagen zwischen dem Amtsantritt Atalans und dem ersten Saisonspiel gegen St. Pauli. Dass die Mannschaft noch Probleme hat, die Spielidee des Deutsch-Kurden umzusetzen, liegt auf der Hand. Erschwert wurde dies durch eine ausbaufähige Chancenauswertung – bis zu Hinterseers Tor gegen Dresden hatten nur Abwehrspieler für den VfL getroffen.
Seit dem erstmaligen Bundesliga-Aufstieg 1971 war dem VfL nach einem Abstieg stets im ersten Jahr die Rückkehr ins Oberhaus gelungen, nun fristet der Verein bereits seit sieben Jahren sein Dasein in Liga Zwei. 2010 war das letzte Jahr mit Bundesligafußball in Bochum. Trainer damals: Heiko Herrlich. Der jetzige Bayer 04-Chefcoach trainierte die Bochumer in der Saison 2009/2010, für den 45-Jährigen war es die erste Station als Trainer in der deutschen Eliteklasse. Dort will der Verein mittelfristig auch wieder hin.
Eine Rückkehr ins Oberhaus zur kommenden Saison erscheint ob der starken Konkurrenz und des holprigen Saisonstarts fraglich. Die Qualität des Kaders liegt zweifellos über dem Durchschnitt der 2. Liga. Es liegt an Atalan, das Potenzial in Punkte umzumünzen, um beim Bundesliga-Aufstieg ein Wörtchen mitreden zu können.

Werkself-TV zeigt die TV-Zusammenfassung der 0:1-Niederlage der Bayer 04-Frauen beim FC Bayern München im Achtelfinale des DFB-Pokals 2026/27.
Mehr zeigen
Ein Überblick über die aktuellen Ticket-Verkäufe der Heim- und Auswärtsspiele von Bayer 04 in der Saison 2026/27.
Mehr zeigen
„Was die Mentalität und den Willen angeht, können wir uns nichts vorwerfen“, resümierte Robert Andrich nach der ersten Heimniederlage der Werkself in dieser Saison. Auch spielerisch zeigte Schwarz-Rot in der intensiven und körperlichen Partie eine über weite Strecken respektable Leistung, war dem VfB Stuttgart in den meisten statistischen Belangen überlegen. Einzig in Sachen Effizienz vor dem Tor hatten die Schwaben der Werkself etwas voraus. Chefcoach Carles Martínez will daraus lernen, um in Zukunft „auch diese Art von Spielen zu gewinnen“. Der Werkself Nachdreher.
Mehr zeigen
Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
Mehr zeigen
Nach dem 2:4 gegen den VfB Stuttgart am 8. Spieltag der Bundesligasaison 2026/27 äußerten sich Afonso Moreira und Robert Andrich am Mikrofon von Werkself-TV...
Mehr zeigen