
„Ich bin insgesamt zufrieden. Alle Spieler waren total motiviert und waren bei wirklich heißen Temperaturen gewillt zu arbeiten. Wir haben wie schon am Donnerstag gegen eine sehr tiefstehende Mannschaft gespielt, die die Räume ebenfalls wirklich eng gemacht hat. Das war heute auch wieder ein guter Gradmesser, denn das wird in der Liga und auch international auf uns zukommen“, zog Heiko Herrlich ein positives Fazit, auch wenn der Erfolg seiner Mannschaft vor allem aufgrund des großen Chancenplus in ersten Hälfte am Ende deutlich höher hätte ausfallen können.
Der Bayer 04-Trainer hatte im österreichischen Grödig, im vorletzten Testspiel der Vorbereitung, auf Lukas Hradecky (Aufbautraining nach Kiefer-OP), Panos Retsos (Sehnen-Teilriss im Oberschenkel), Charles Aránguiz (Knie-Beschwerden), Leon Bailey (Schulter-Prellung) und Karim Bellarabi (Belastungssteuerung) verzichten müssen – Paulinho feierte indes gegen Al-Wahda sein Startelf-Debüt mit dem Kreuz auf der Brust.
Von Beginn setzte die Werkself im idyllischen Bergpanorama gelegenen Goldberg-Stadion mit phasenweise tollem Kombinations-Fußball die Akzente. Angetrieben von Kapitän Lars Bender erspielte sich die Herrlich-Equipe gleich in den ersten 20 Minuten vier gute Möglichkeiten, konnte den Ball aber nicht im gegnerischen Tor unterbringen. Nach knapp einer halben Stunde glückte Bayer 04 dann endlich der überfällige Führungstreffer: Kai Havertz hatte nach Zuspiel von Benny Henrichs von der linken Seite mit einem überlegten Flachschuss aus acht Metern erst den rechten Pfosten getroffen, ehe er den Nachschuss zum 1:0 im Netz der Saudis unterbrachte (26.). Vom saudi-arabischen Erstligisten war offensiv insgesamt nicht viel zu sehen. Bayer 04-Keeper Thorsten Kirschbaum musste im ersten Durchgang nur einen Schuss parieren – und das tat er problemlos (30.). Mit der knappen Führung im Rücken ging es für die Werkself vor den Augen des leitenden Bayer 04-Geschäftsführers Fernando Carro, des Geschäftsführers Sport Rudi Völler, des Sportdirektors Jonas Bold und des Ex-Leverkuseners Ramalho dann auch in die Halbzeit.
Zur zweiten Halbzeit schickte der Bayer 04-Cheftrainer bei Temperaturen knapp über 30 Grad dann neun neue Spieler auf den Rasen – darunter Kevin Volland sowie die drei A-Junioren Jan Boller, Herdi Bukusu und Ayman Azhil. „Die Jungs haben es im Trainingslager ordentlich gemacht und sich ihre Chance verdient“, erläuterte Herrlich die Hintergründe. Mit frühem Pressing versuchte die nun insgesamt deutlich unerfahrenere Werkself, dem phasenweise sehr aggressiven saudi-arabischen Gegner kaum Entfaltungsmöglichkeiten zu gewähren und hielt sie bis auf ein paar Ausnahmen weitgehend vom eigenen Tor fern. Dabei wurden sie vom Seitenrand lautstark von ihrem Trainer angewiesen. Mit Erfolg – auch wenn die Großchancen bis zum Schlusspfiff auf beiden Seiten eher Mangelware blieben sollten. Ein Treffer von Volland wurde aufgrund vermeintlicher Abseitsstellung nicht gegeben (60.). „Wir haben die erste Phase des Spiels absolut dominiert – auch spielerisch. Aber man muss Fußball manchmal auch arbeiten. Das haben Kevin Volland und Dominik Kohr in der zweiten Halbzeit nachdem wir fast durchgewechselt haben, absolut vorbildlich gemacht“, lobte Herrlich, dessen Schützlinge den fünften Sieg im sechsten und vorletzten Testspiel der Vorbereitung am Ende mit einer starken kämpferischen Leistung verdient über die Zeit brachten.
Nach dem Abpfiff ging es für die Werkself umgehend auf die Rückreise nach Deutschland. Am morgigen Montag und am Dienstag haben die Herrlich-Schützlinge trainingsfrei, ehe es am Mittwoch mit der Vorbereitung weitergeht. Der letzte Härtetest vor dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal gegen Pforzheim (18. August, 15.30 Uhr) findet am kommenden Samstag (11. August, 21.30 Uhr) statt. Dann trifft die Herrlich-Equipe in Spanien auf den FC Valencia.
Bayer 04: Kirschbaum – Weiser (46. Bednarczyk), Tah (46. Dragovic), S. Bender (46. Boller), Henrichs (46. Wendell) – L. Bender (60. Stanilewicz), Baumgartlinger (46. Kohr) – Brandt (46. Volland), Havertz (46. Azhil), Paulinho (46. Schreck) – Alario (46. H. Bukusu)

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