Spiel des Monats: Vor 25 Jahren – Sieg in Unterzahl

Im April 2001 entwickelt sich ein spannender Sechskampf um die Deutsche Meisterschaft. Zwischen dem Tabellenführer FC Bayern München und dem Tabellensechsten 1. FC Kaiserslautern liegen gerade mal drei Punkte. Bayer 04 belegt punktgleich mit den Lauterern, Hertha BSC und Schalke 04 Platz 4. Eine Woche zuvor, am 31. März 2001, hat die Werkself das Heimspiel gegen die Knappen aus Gelsenkirchen mit 0:3 verloren und hat jetzt das Auswärtsspiel gegen die abstiegsbedrohte Frankfurter Eintracht vor der Brust.

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Am Samstag, 7. April 2001, läuft Bayer 04 mit folgender Aufstellung im Frankfurter Waldstadion auf: Frank Juric – Lucio, Jens Nowotny, Robert Kovac, Carsten Ramelow, Jurica Vranjes, Bernd Schneider, Michael Ballack, Paulo Rink, Ulf Kirsten, Oliver Neuville

Die Eintracht beginnt engagiert. Bereits nach sieben Minuten scheitert Gebhardt nach einem schnellen Konter freistehend am stark reagierenden Frank Juric. Mit schnellen Pässen überbrücken die Frankfurter immer wieder das Mittelfeld und kommen nach einer guten Viertelstunde zur zweiten hochkarätigen Chance. Ein Steilpass von Preuß erreicht Wimmer, doch der Österreicher lässt sich auf halbrechts abdrängen, sodass Juric seinen Flachschuss mit dem Fuß abwehren kann (16.).

Völlig überraschend geht die bis dahin harmlose Werkself in der 21. Minute in Führung. Eine maßgeschneiderte Flanke von Paulo Rink verlängert Ulf Kirsten mit links ins rechte Toreck der Eintracht. Frankfurt zeigt sich unbeeindruckt und kommt nur Sekunden später durch Yang nach einem Fehler von Robert Kovac zu einer guten Schusschance. Der künftige Bayern-Profi erwischt keinen guten Tag. Nach seinem zweiten Foul stellt Schiedsrichter Keßler Robert Kovac in der 36. Minute mit Gelb-Rot vom Platz und die Werkself spielt ab jetzt mit einem Mann weniger. Doch Bayer 04 rettet die Führung erstmal in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel tun sich die Gastgeber zunächst schwer, wieder Druck zu entwickeln. Bayer 04 zieht sich weiter zurück und setzt verstärkt auf Konter. Einen davon vergibt Oliver Neuville nach einem Steilpass von Paulo Rink fahrlässig, Dirk Heinen bleibt im Eins-gegen-eins Sieger (57.). Im direkten Gegenzug nutzt Frankfurt seine Chance: Heldt schickt Yang steil, der auf halbrechts entwischt und Frank Juric mit einem Schuss ins lange Eck keine Abwehrchance lässt (58.).

Das Spiel scheint nun zugunsten der Hessen zu kippen, doch ausgerechnet ein Ex-Leverkusener zerstört die Hoffnungen auf ein gelungenes Debüt von Frankfurts neuem Trainer Friedel Rausch. Nach einer Ecke von Paulo Rink unterläuft der ehemalige Werkself-Keeper Dirk Heinen den Ball, Lucio steht goldrichtig und nickt zum 2:1 ein (67.). Zehn Minuten später fischt der Schlussmann einen Freistoß von Ballack aus dem Torwinkel. Gegen Lucios Solo acht Minuten vor Schluss ist er jedoch machtlos. Der Brasilianer hebt geschickt die Abseitsfalle auf und überwindet Heinen anschließend mit dem Außenrist.

Am Ende der Saison steht Bayer 04 auf Platz 4. Hätte die Werkself ihre Heimspiele gegen die beiden am letzten Spieltag um die Meisterschaft kämpfenden Schalker und Bayern gewonnen, anstatt beide zu verlieren, wäre Leverkusen Deutscher Meister 2001 geworden.  Aber es sollte vor 25 Jahren noch nicht sein.

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