Seoane: „Challenge annehmen und bewältigen“

Nach dem verlorenen Heimspielauftakt (1:2) gegen den FC Augsburg am vergangenen Wochenende, startete die Werkself am heutigen Dienstag, 16. August, mit neuer Energie und voller Konzentration in die Trainingswoche. Erfreulich: Mittelfeldakteur Robert Andrich mischte nach muskulären Problemen erstmals wieder beim Mannschaftstraining mit. Im Anschluss an die 90-minütige Einheit, stellte sich Cheftrainer Gerardo Seoane den Fragen der Medienvertreter. In der Gesprächsrunde zeigte sich der Schweizer selbstkritisch und transparent.
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Gerardo Seoane über…

… die Rückkehr von Robert Andrich: Er hat heute 70 bis 80 Prozent des Trainings mitmachen können, wir haben die Intensität also noch etwas dosiert. Jetzt müssen wir schauen, ob sein Körper eine Reaktion zeigt. Wenn die Woche gut verläuft, wird er am Wochenende zur Verfügung stehen.

…. mögliche Gründe für die Niederlage gegen den FC Augsburg: Ganz allgemein geht es darum, richtige Entscheidungen zu treffen. Das ist der Oberbegriff für viele Ebenen in einem Spiel wie zum Beispiel beim Aufbau, im Abschluss oder im Zweikampfverhalten. Wir haben denke ich schon versucht, unser Spiel abzuändern, aber in vielen Situationen am Ende keine gute Wahl getroffen. Wenn du dieses Momentum nicht auf deiner Seite hast und zudem nicht entschlossen und geduldig genug bist, werden kleine Fehler von einem cleveren Gegner bestraft. Eine normale Leistung reicht nicht aus, wir müssen uns unseren Erfolg erst wieder neu verdienen.

… die Aufarbeitung nach dem Wochenende: Die Mannschaft hat sich so verhalten, wie ich mir das vorstelle: Sie hatte einen Tag frei, um die Niederlage zu verarbeiten und ihre Enttäuschung auch richtig auszuleben. Das ist wichtig. Wir sind immer sehr kritisch mit uns, auch nach Siegen. So ist unsere Art zu denken, seitdem wir hier sind. Aber dann richtet sich der Fokus nach vorne. Wir versuchen in vielen konstruktiven Gesprächen mit Spielern aus verschiedenen Perspektiven aufzuarbeiten, wie sie individuell die Situation wahrgenommen haben, was im Kopf passiert und warum jemand eine Entscheidung in bestimmten Momenten so getroffen hat, um dann entsprechende Ansätze zu finden und daraufhin im Training Reize zu setzen.

… die Bedeutung von mentalen Aspekten: Wir haben erfahrene, aber auch junge Spieler, die nach der letzten Saison jetzt in eine andere Situation gerückt sind. Man erwartet mehr von ihnen, dann stimmen vielleicht die Leistungen und die Resultate nicht - das alles macht was mit einem Spieler. Als Beispiel: Es ist ein riesiger Unterschied, ob du auf dem Boden oder in 80 Meter Höhe an einer Hochhauskante auf einem Bein stehen sollst. Jeder geht anders mit Druck um und bringt ein anderes Werkzeug mit, das alles verlangt einen mentalen Prozess. Und alle dürfen dabei Fehler machen oder mal einen schlechten Tag haben. Das hat auch etwas mit Vertrauen in unsere Spieler zu tun. Denn Erfahrung allein ist kein Garant für Fehlerfreiheit. Die größte Herausforderung im Sport ist - egal wie erfahren man ist - sowohl physisch als auch mental im Momentum zu performen.

… die Ziele für die kommende Trainingswoche: Wir waren nach dem Spiel unfassbar enttäuscht, keine Frage. Aber es bringt uns jetzt auch nichts, die Nerven zu verlieren. Wir haben keinen Grund zur Panik, sondern müssen schnellstmöglich aus der Situation herauskommen. Das haben wir letztes Jahr öfter geschafft und schaffen wir jetzt auch wieder, wenn wir die Dinge richtig einordnen, unsere Schlüsse ziehen und unsere negativen Empfindungen in Energie und Lust umwandeln. Das ist die Challenge, die wir annehmen und bewältigen wollen.

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