Round Table: Alonso im Gespräch mit lateinamerikanischen Journalisten

In der Länderspielpause nahm sich Bayer 04-Cheftrainer Xabi Alonso Zeit, um Fragen von Medienvertretern aus dem lateinamerikanischen Raum zu beantworten. Beim digitalen Round Table mit den Journalisten äußerte sich der Spanier unter anderem zu seiner Rolle als Cheftrainer bei Bayer 04, zu den Werkself-Profis Exequiel Palacios und Piero Hincapie sowie zu seiner eigenen Laufbahn und der Frage, inwiefern seine Erfahrungen als Spieler seine jetzige Coaching-Philosophie prägen.
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Dabei startete der Austausch für die 13 zugeschalteten Medienvertreter durch die Zeitverschiebung bereits in den frühen Morgenstunden. Dennoch war das Interesse der Journalisten aus Argentinien, Brasilien, Mexiko und Ecuador enorm.

Alonso: „Mein Stil als Trainer wird von den Spielern bestimmt“

Unter anderem reflektierte Xabi Alonso zunächst seine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen mit Trainern während seiner aktiven Zeit als Spieler: „Ich hatte das Glück, als Spieler mit sehr guten Trainern zusammenzuarbeiten. Sie haben mich alle sehr stark geprägt – sowohl bei Real, Liverpool, Madrid, Bayern (Real Sociedad San Sebastián, FC Liverpool, Real Madrid, FC Bayern München, Anm. d. Red.) als auch in der spanischen Nationalmannschaft.“ Seinen eigenen Trainerstil beschrieb der Spanier wie folgt: „Mein Stil als Trainer wird immer von den Spielern bestimmt, mit denen ich zusammenarbeite. Dabei habe ich mich auch selbst von meiner Zeit als Trainer bei Real Sociedad bis jetzt bei Bayer 04 weiterentwickelt und stets angepasst: Nur so kann man eine Verbindung zu den Spielern herstellen.“ Zudem betonte Alonso: „Es ist sehr bereichernd für mich, tagtäglich in meiner Arbeit zu reifen und diese einzigartigen, wertvollen ersten Erfahrungen als Coach zu sammeln. Im Moment habe ich das Gefühl, dass diese gemeinsame Anpassung mit der Mannschaft sehr gut gelingt.“

Seine Anfangszeit beim Werksklub beschrieb der Spanier als herausfordernd: „Es war ein Prozess des Zusammenfindens, des Reifens und des gegenseitigen Kennenlernens. Es war fordernd, aber auch hilfreich. Anfangs haben wir stagniert, zum Glück hatten wir im Oktober letzten Jahres dann Zeit, die Situation anzunehmen und viel zu arbeiten. Wir brauchten eine konkrete Perspektive und eine strategische Mission.“ Dadurch sei die Mannschaft jetzt bereit für die noch kommenden Herausforderungen im Saisonendspurt, so Alonso: „Jetzt, zwei Monate vor dem Ende der Saison, sind wir in der Bundesliga und der Europa League noch voll im Rennen und damit in einer Position, in der wir optimistisch und realistisch sind, in beiden Wettbewerben noch Wichtiges erreichen zu können.“

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Alonso über Palacios: „Mannschaft hat sich durch ihn stark verbessert“

Großes Interesse hatten die lateinamerikanischen Medienvertreter natürlich an Alonsos Einschätzung zur Leistung der südamerikanischen Bayer 04-Profis Exequiel Palacios und Piero Hincapie. Dabei zeigte sich der Spanier von der Entwicklung des argentinischen Weltmeisters Palacios begeistert: „Die Weltmeisterschaft hat ihm zu mehr Selbstvertrauen verholfen. Wenn man diesen Titel gewinnt und die Trophäe in den Händen hält, bekommt man Lust auf mehr. Pala spielt seit zwei Monaten auf einem sehr hohen Niveau. Er spielt mit Dynamik im Angriff und Aggressivität, um den Ball zurückzuerobern. Je besser er unsere Philosophie und das Tempo unseres Spiels umsetzt, desto besser wird auch die Mannschaft spielen. Das Team hat sich durch ihn und die anderen Mittelfeldspieler bereits stark verbessert und ich bin mir sicher, dass Pala sich darüber hinaus noch weiterentwickeln wird.“

Hincapie als „moderner Verteidiger“

Und auch für den ecuadorianischen Nationalspieler Hincapie fand der 41-Jährige durchweg lobende Worte: „Für mich ist er ein sehr moderner Verteidiger. Er kann auf verschiedenen Positionen spielen: In den letzten Spielen hat er uns als Außenverteidiger gedient, war aber auch schon linker Innenverteidiger, wenn wir mit drei Verteidigern gespielt haben. Er ist aggressiv, trifft immer bessere Entscheidungen, wenn er den Ball am Fuß hat, traut sich öfter, den diagonalen Pass zu spielen und nach hinten zu gehen. Es motiviert mich, einen Spieler mit diesem Potenzial und diesem Willen zu haben, denn er hilft dir und du hilfst ihm. Er ist ein großartiger Spieler.“

Auf die Frage nach südamerikanischen Talenten in der Bundesliga und im Klub sagte Alonso: „Ich erinnere mich, dass Leverkusen immer schon viele sehr talentierte Spieler aus Südamerika geholt hat – aus Brasilien, Argentinien, Chile und Ecuador. Das ist der Fußball, den wir leben. Wir haben natürlich auch alle jungen Talente aus Europa im Blick, gucken aber genauso nach Lateinamerika und Afrika. Die Türen stehen jedem offen.“

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