
Die Situation in Gruppe F war kompliziert: Würde Bayer 04 in Istanbul siegen und gleichzeitig Olympique Lyon zu Hause gegen Barcelona nicht gewinnen, hätte das Toppmöller-Team die Zwischenrunde erreicht. Auch ein Punkt bei Fenerbahce würde reichen, wenn die Franzosen gegen Barca verlieren. Bei einem Sieg Lyons würde die Entscheidung in der Gruppe definitiv erst am letzten Spieltag fallen. Denkbar wäre sogar, dass auch ein Team mit zwölf Punkten nicht weiterkommt. Es gab so einige Rechenspiele. Fest stand jedenfalls: Personell musste die Werkself auf die Gelb-gesperrten Verteidiger Lucio und Diego Placente verzichten, während Kapitän Jens Nowotny trotz seiner Kniebeschwerden spielen konnte. Neben ihm in der Dreierkette kamen Zoltan Sebescen und Boris Zivkovic zum Einsatz.
Im Stadion „Sükrü Saracoglu“ dominierten von Beginn an die Gäste. Nach dem frühen Traumtor von Bernd Schneider (23.) und dem nur elf Minuten später von Ulf Kirsten auf Vorlage von Yildiray Bastürk erzielten 2:0 für Bayer 04 deutete alles auf einen entspannten Abend für die Leverkusener hin. Der 1:2-Anschlusstreffer durch einen Kopfball von Oktay (40.) ließ zum ersten Mal die Stimmung hochkochen in der mit rund 13.000 Zuschauern nur spärlich gefüllten Arena. Doch auch in der zweiten Hälfte blieb Bayer 04 klar spielbestimmend. Allerdings vergab das Team reihenweise allerbeste Chancen. Fast wäre es für diese Schludrigkeit im Abschluss noch bestraft worden, als Bayraktar kurz vor dem Abpfiff am Pfosten scheiterte (84.).
Natürlich der Treffer von Bernd Schneider zum 1:0 für die Werkself. Zé Roberto hatte von der linken Angriffsseite zurück ans rechte Strafraumeck geflankt, „Schnix“ fackelte nicht lange und zirkelte den Ball mit rechts und mit so viel Effet ins linke obere Toreck, dass es für Fenerbahce-Keeper Rüstü nichts zu halten gab. Zu Recht wurde der Treffer im Oktober zum „Tor des Monats“ gewählt.
Für den magischen Moment sorgte Bernd Schneider, die beeindruckendste Leistung aber zeigte Jens Nowotny. Der Käpt’n war alles andere als topfit ins Spiel gegangen, legte dennoch einen fehlerfreien Auftritt hin, gab der Abwehr Halt und konnte sich am Ende selbst kaum noch auf den Beinen halten, weil er einen Schlag auf die Oberschenkelmuskulatur abbekommen hatte. „Er war unser Turm in der Schlacht, ein echter Kapitän, der am besten unseren Teamgeist verkörpert“, hob Manager Reiner Calmund beim Bankett nach dem Spiel hervor.
Die beiden Torhüter brachten es auf den Punkt: „Wir hatten Chancen für fünf Spiele in der zweiten Halbzeit“, rekapitulierte Bayer 04-Keeper Jörg Butt, „das hätte sehr ärgerlich werden können, wenn wir noch den Ausgleich kassiert hätten“. Die krasse Überlegenheit der Gäste und deren scheinbar müheloses Herausspielen bester Tor-Gelegenheiten betrachtete Fenerbahce-Schlussmann Rüstü mit Galgenhumor: „Lasst mal, Leute! Ich spiele ja eh alleine gegen Leverkusen.“ Das habe er, gab Rüstü nach dem Schlusspfiff zu Protokoll, zu seinen Vorderleuten gesagt, als die eine Freistoßmauer aufbauen wollten.
Dass der Sieg der Werkself hochverdient war, darüber gab’s keine zwei Meinungen in der Medienlandschaft. „Über lange Phasen der Partie erteilten die Gäste dem türkischen Meister eine Lehrstunde in modernem Offensivspiel“, schrieb die Kölnische Rundschau. Der Kicker merkte zur zweiten Halbzeit an: „Ballack über links, Bastürk und Schneider über rechts stürzten die nun unsichere Abwehr der Türken von einer Verlegenheit in die andere, doch versäumte es die Toppmöller-Elf, bei weiteren aussichtsreichen Angriffen für die Vorentscheidung zu sorgen, indem sie die notwendige Konzentration vermissen ließen.“
Fenerbahce: Rüstü – Dogan, Meric, Deniz, Johnson – Günes, Lazetic (65. Bayraktar), Akdeniz (77. Rapaic), Yusuf (52. Ogün) – Oktay, Revivo
Bayer 04: Butt – Sebescen, Nowotny, Zivkovic – Ramelow, Schneider, Bastürk (90. Vranjes), Ballack, Ze Roberto – Kirsten (68. Brdaric), Neuville (82. Ojigwe)
Tore: 0:1 Schneider (23.), 0:2 Kirsten (34.), 1:2 Oktay (40.)
Gelbe Karten: Günes, Rapaic, Revivo, Yusuf - Schneider
Chancenverhältnis: 4:11
Torschüsse: 10:20; aufs Tor: 7:10
Ecken: 4:7
Schiedsrichter: Terje Hauge (Norwegen)
Zuschauer: 13.000







Nicht nur die Atmosphäre im Stadion, auch die Stadt selbst hat Guido Misere damals begeistert. „Ich war als Fansprecher vor Ort und fand Istanbul extrem cool. Wir sind dort überall in der Stadt und auf den Märkten sehr herzlich begrüßt worden. Ein ganz besonderes Erlebnis war auch der Abend vor dem Spiel, als wir mit vielen Bayer 04-Fans im Galataturm und mit herrlichem Blick auf den Bosporus aßen und feierten. Beim Spiel selbst spürtest du sofort, wie enthusiastisch die Fenerbahce-Fans ihr Team unterstützten. Obwohl das Stadion längst nicht ausverkauft war, sorgten die türkischen Anhänger für eine Wahnsinns-Lautstärke. Aber auch wir, die knapp 200 Bayer-Fans, feierten den Einzug in die Zwischenrunde ordentlich.“
Der FC Barcelona und Bayer 04 waren mit jeweils zwölf Punkten als Tabellenerster bzw. -zweiter bereits sicher für die Zwischenrunde qualifiziert. Am sechsten Spieltag würde es nur noch um den Gruppensieg gehen. Bayer 04 traf am 31. Oktober zu Hause auf Olympique Lyon, Barca empfing Fenerbahce.

Ein Überblick über die aktuellen Ticket-Verkäufe der Heim- und Auswärtsspiele von Bayer 04 in der Saison 2026/27.
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Im Rahmen des 11. Bundesliga-Spieltags 2026/27 gastiert Bayer 04 bei Borussia Dortmund. Die Partie steigt am Sonntag, 29. November (Anstoß: 19.30 Uhr), im SIGNAL IDUNA PARK. Alle Infos zum Ticketverkauf.
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In den vergangenen drei Jahren führte der Weg der Werkself im DFB-Pokal immer mindestens bis ins Halbfinale. Auch in dieser Spielzeit will es Schwarz-Rot unter die letzten vier Teams schaffen, muss dafür aber in Runde zwei den 1. FC Nürnberg bezwingen, der mit ordentlich Rückenwind aus dem erfolgreichen Liga-Alltag in die BayArena kommt. Zu Hause zeigte sich Bayer 04 jedoch nicht nur in der laufenden Saison bisher makellos – auch sechs der vergangenen sieben Heimpartien im DFB-Pokal entschieden die Leverkusener für sich. Die Kurzpässe.
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Für Stefan Kießling ist das DFB-Pokalduell zwischen Bayer 04 und dem 1. FC Nürnberg eine ganz besondere Begegnung. Beim Club gelang ihm der Durchbruch im Profifußball, in Leverkusen wurde er zur Legende. Im Interview mit Werkself-TV spricht Kies über seine Erinnerungen an die Zeit beim FCN, die Bedeutung beider Klubs für seine Karriere und seine Erwartungen an das anstehende Pokalspiel. Außerdem blickt er auf die gemeinsame Zeit mit Nürnbergs Cheftrainer Miroslav Klose bei der WM 2010 zurück und verrät, worauf es für die Werkself ankommen wird, um in die nächste Runde einzuziehen...
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Zurück zu Hause: In der 2. Runde des DFB-Pokals 2026/27 empfängt Bayer 04 den 1. FC Nürnberg in der BayArena. Das Spiel gegen den aktuellen Tabellenzweiten der 2. Bundesliga steigt am Mittwoch, 28. Oktober, um 20.45 Uhr. Vorab sprach Cheftrainer Carles Martínez unter anderem über die Vorfreude auf das Duell vor heimischer Kulisse. Außerdem äußerte sich der Spanier zu einigen Personalien, darunter Ibrahim Maza, Montrell Culbreath und Gäste-Coach Miroslav Klose.
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