
Vor der härtesten Einheit der Woche waren die meisten Profis bereits ab 7.15 Uhr im Bistro des Lizenzspielertraktes erschienen. Trudeln Lars Bender und Co. sonst eher gegen 8.45 Uhr zum Frühstücken in der BayArena ein, war dieses Mal früheres Aufstehen angesagt. Der Grund: Wegen Temperaturen jenseits der 30 Grad hatte das Trainerteam entschieden, den Start der Einheit auf 9 Uhr vorzuziehen.
Geschwitzt wurde trotzdem. Und das nicht nur wegen der Temperaturen. Peter Bosz trieb seine Spieler permanent an, die sich am Ende der Einheit einem Kleinfeldturnier stellen mussten. Immer wieder Zweikämpfe, Torabschlüsse und intensive Sprints. Selbst Torhüter Lukas Hradecky war nach dem letzten Pfiff aus der Pfeife des Cheftrainers platt. „Ich kann kaum noch sprechen“, so der 29-Jährige, der jedoch schnell seine Stimme wiederfand und gegenüber den Medienvertreter klar ansprach, woran die Werkself trotz der drei Pflichtspiel-Siege zum Auftakt noch arbeiten müsse: „Ich will mal wieder eine ‚weiße Weste‘ haben. Die Gegentore schmecken mir gar nicht.“
Einer, der dafür in der Vergangenheit oft ein Garant war, fehlte bei der Einheit am Dienstag. Jonathan Tah hatte sich am Montag bereits krank abgemeldet. Heute ging es der Nummer 4 der Werkself zwar besser, doch er absolvierte erst einmal ein individuelles Programm auf dem Ergometer in der Werkstatt. Die medizinische Abteilung ist jedoch zuversichtlich, dass der Nationalspieler bei der nächsten Teameinheit am Donnerstag (nicht öffentlich) wieder mit den Kollegen trainieren kann.
Mit dabei war indes Lucas Alario, der gestern eine sehr erfreuliche Mitteilung bekommen hat. Nach einer zweijährigen Pause wurde der Argentinier (3 Einsätze, 1 Tor) wieder für die Nationalmannschaft seines Landes berufen. An der Seite von Stars wie Paulo Dybala und Nicolas Otamendi wird der 26-Jährige bei den kommenden Freundschaftsspielen in den USA gegen Chile (6. September) und Mexiko (10. September) dabei sein. „Dass man mich jetzt nominiert hat, kam etwas unerwartet. Nichtsdestotrotz bin ich natürlich stolz, wieder für mein Heimatland auflaufen zu können“, so Alario, der Nationaltrainer Lionel Scaloni dankt, „dass er mir diese Chance gegeben hat. Das motiviert mich ungemein, weiter hart an mir zu arbeiten. Ich genieße den Moment und will die Möglichkeit unbedingt nutzen, die sich mir jetzt bietet.“
Die Nominierung freut auch Cheftrainer Peter Bosz: „Ich habe ihn kennengelernt als Jungen, der immer seine Arbeit leistet und sich nie beim mir beklagt: 'Trainer, warum spiele ich nicht?' Oder: 'Ich habe drei Tore gemacht. Warum darf ich wieder nicht von Beginn an spielen?' Viele Spieler machen das. Das ist auch okay. Aber er arbeitet, er kämpft.“
Bevor es allerdings am Samstag wieder um Bundesliga-Punkte geht, wird ganz Leverkusen am Donnerstagabend gebannt nach Monaco schauen. Im Fürstentum wird ab 18 Uhr die Gruppenphase der UEFA Champions League ausgelost. Während die Delegation um Fernando Carro, den Vorsitzenden der Geschäftsführung, im Grimaldi Forum die Zeremonie verfolgt, wird sich Lukas Hradecky das Ganze am Fernseher anschauen. „Darauf habe ich 30 Jahre gewartet“, scherzte der 29-Jährige, der zum ersten Mal mit einem Verein an der Königklasse teilnimmt. „Einmal diese Hymne zu hören, gegen die besten Vereine Europas zu spielen: Das stand schon ewig auf meiner Bucket List.“ Und der finnische Schlussmann hat auch einen Wunsch, wo sein erster Auswärtsauftritt stattfinden soll. „Ich hatte schon als kleines Kind den Traum, mal im Camp Nou aufzulaufen.“ Der FC Barcelona also – gegen die Spanier hat Bayer 04 in der Königklasse bis dato achtmal gespielt. Bei nur einem Sieg und einem Remis ist die Bilanz auf jeden Fall ausbaufähig.

Neuzugang Miguel Gutiérrez hat in Leverkusen einen guten Start hingelegt und sich in seinen ersten Bundesliga-Wochen prompt eine Nominierung zum Spieler des Monats erspielt. Ein Tor und drei Assists lautete die Ausbeute nach vier Liga-Partien. Spannende Zahlen brachte der spanische Linksverteidiger auch schon mit zu Bayer 04. Ausgabe #56 des Werkself-Magazins hat ein Blick auf diese Zahlen geworfen. „Facts & Fun“ mit Miguel Gutiérrez!
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Wie bereits beim vergangenen Gastauftritt in Rheinhessen lieferten sich Bayer 04 und der 1. FSV Mainz 05 auch am 5. Spieltag der laufenden Bundesligasaison ein turbulentes Duell. Und erneut behielt die Werkself den längeren Atem. Die frühe Zwei-Tore-Führung durch Robert Andrich (5.) und Patrik Schick (9.) hatten die Hausherren noch vor dem Pausenpfiff durch einen Doppelpack von Anthony Caci (33., 42.) ausgeglichen. Auf die beiden Treffer von Jarell Quansah (55.) und Moussa Diaby (65.) fanden die 05er lange keine Antwort mehr. Bis auf den späten Anschlusstreffer von Benedict Hollerbach (90.+2) ließ Schwarz-Rot kaum noch Offensivaktionen der Mainzer zu und feierte so den ersten Auswärtserfolg in dieser Saison.
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