Das halbe Leverkusener Dutzend im Nationalteam

Kleine Preisfrage kurz vorm Jahreswechsel: Welcher Klub stellt im aktuellen, erweiterten Kader der deutschen Nationalmannschaft die meisten Spieler?
© Bayer 04 Leverkusen Fussball GmbH

Um diese Frage richtig beantworten zu können, würden bei ”Wer wird Millionär?“ vermutlich nicht wenige den Telefon- oder Publikumsjoker ziehen. Wer käme hier aus dem Stegreif schon auf Bayer 04 Leverkusen? Genau das wäre aber die korrekte Antwort! Denn mit sechs Spielern führt die Werkself das Klub-Ranking innerhalb der „MANNSCHAFT“ an - noch vor den Bayern, die fünf Profis stellen. Bernd Leno, Jonathan Tah, Benjamin Henrichs, Julian Brandt, Kevin Volland und Karim Bellarabi sind das halbe Leverkusener Dutzend im Kader von Bundestrainer Joachim Löw.

So stark war Bayer 04 schon lange nicht mehr in der DFB-Auswahl vertreten. Man muss schon vierzehn Jahre zurückgehen, um auf eine ähnlich große Leverkusener Fraktion in der Nationalelf zu stoßen. 2002, bei der WM in Japan und Südkorea, standen fünf Bayer 04-Profis im Kader von Teamchef Rudi Völler: Michael Ballack, Bernd Schneider, Carsten Ramelow, Oliver Neuville und Torhüter Jörg Butt. Bis auf Letzteren kamen damals auch alle zum Einsatz. Im Finale in Yokohama gegen Brasilien (0:2) begannen in Ramelow, Schneider und Neuville drei Leverkusener in der Startelf. Ballack war nur aufgrund einer Gelbsperre nicht dabei.

Gleich fünf Bayer 04-Profis durften nun am 31. August 2016 in einem Testspiel gegen Finnland mit dem Adler auf der Brust auflaufen. Beim Abschiedsspiel für Bastian Schweinsteiger, das die DFB-Auswahl mit 2:0 gewann, standen Karim Bellarabi, Kevin Volland und Julian Brandt in der Anfangsformation, Bernd Leno und Jonathan Tah kamen in der zweiten Halbzeit zum Einsatz. 20 Minuten lang war das Werkself-Quintett sogar gemeinsam auf dem Platz. Ein sechster Leverkusener spielte noch beim Gegner Finnland mit: Joel Pohjanpalo.

Henrichs ist jüngster deutscher Nationalspieler der Bayer 04-Historie

Eine weitere ganz besondere Geschichte schrieb in diesem Jahr auch Benjamin Henrichs. Schon gegen Ende der Rückrunde 2015/16 gehörte der von Roger Schmidt zum Außenverteidiger umgeschulte ehemalige Mittelfeldspieler zur Bayer 04-Stammelf. In dieser Saison bestätigte Henrichs nicht nur seine starken Leistungen, sondern entwickelte sich zum Leistungsträger der Werkself, der Woche für Woche meist auf der rechten Abwehrseite einen hervorragenden Job machte.

Dass irgendwann auch der Anruf von Joachim Löw kommen würde, wunderte angesichts dieser großartigen Entwicklung von Benny nicht mehr wirklich. Dennoch war die Nominierung für den Kader zum EM-Qualifikationsspiel gegen San Marino für ihn natürlich die Krönung eines unglaublichen Jahres. Und am 11. November gehörte Benny ja nicht nur zum Kader, sondern stand bei seinem Länderspiel-Debüt auch gleich in der Startelf. „Ich glaube, ich brauche noch zwei Nächte, um das alles realisieren zu können“, strahlte Henrichs nach dem 8:0-Sieg in San Marino. „Ich bin super von den Jungs aufgenommen worden und fühle mich sehr wohl im Team.“

19 Jahre und 262 Tage: So alt war Henrichs bei seiner Premiere in der Nationalmannschaft. Damit ist er der jüngste deutsche Nationalspieler der Bayer 04-Historie. Gonzalo Castro, bisheriger Rekordhalter, war bei seiner Premiere 2007 einen Monat älter. Auch im aktuellen, erweiterten Kader der Nationalmannschaft ist Benny der jüngste Spieler - gefolgt von seinen Leverkusener Teamkollegen Julian Brandt und Jonathan Tah, die beide jeweils 20 Jahre jung sind.

Die Partie gegen San Marino wurde im Übrigen auch für Kevin Volland zu einem besonderen Erlebnis. Der Stürmer erzielte mit dem Treffer zum 8:0-Endstand sein erstes Länderspieltor.

© Bayer 04 Leverkusen Fussball GmbH

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