
Er war eine der ganz großen Persönlichkeiten des Bayer-Fußballs Mitte der 70er- bis Anfang der 80er-Jahre und danach noch lange Zeit in der Scouting-Abteilung des Klubs aktiv. Als Dieter Herzog 1976 vom Bundesligisten Fortuna Düsseldorf nach Leverkusen wechselte, staunte man in Fußball-Deutschland. Was wollte ein Weltmeister beim Zweitligisten in Leverkusen? Zwei Jahre zuvor bei der WM im eigenen Land hatte Herzog als Linksaußen bei den Siegen gegen Jugoslawien (2:0) und Schweden (4:2) seinen Teil auf dem Weg zum späteren Titelgewinn gegen die Niederlande (2:1) beigetragen.

Als das Angebot aus Leverkusen kam, war der gebürtige Oberhausener schnell überzeugt. „Der Verein hatte sich sportlich viel vorgenommen und mir darüber hinaus auch nach der Karriere eine berufliche Perspektive geboten“, begründete Herzog seinen Schritt. Im Werk arbeitete er vormittags in der Sportwerbung, nachmittags fuhr er zum Training. Unter dem neuen Chefcoach Willibert Kremer übernahm der damals 30-Jährige schnell eine Führungsrolle, wurde Kapitän des Teams und war in der Bundesliga-Aufstiegssaison 1978/79 unermüdlicher Antreiber, Torschütze und Vorbereiter. „Wir hatten damals eine super Mannschaft, in der auch eine wunderbare Kameradschaft herrschte. Es lief irgendwann wie von alleine“, erinnerte sich Herzog später immer besonders gerne an diesen Meilenstein in der Bayer 04-Geschichte. Der Aufstieg ins deutsche Fußball-Oberhaus mit Leverkusen hatte ihn für denselben Stellenwert wie der WM-Gewinn, der sein einziger Titel bleiben sollte.
Herzog war ein Kind des Ruhrgebiets. Und es kam ihm nie in den Sinn, aus seiner Geburtsstadt Oberhausen wegzuziehen. „Meine ganze Familie kommt aus dem Pott. Wir sind gerne Ruhrgebietsleute“, hat er einmal im Werkself-Podcast erzählt. Die Menschen dort seien einfach und bodenständig. So wie er selbst. Mit dem Kicken begann Herzog bei der Spielvereinigung Sterkrade und ging nach Zwischenstationen beim VfB Bottrop, wo er schon mit seinem späteren Leverkusener Mannschaftskollegen Fred Bockholt zusammenspielte, und Hamborn 07 zur Düsseldorfer Fortuna. In seinen sechs Jahren dort (1970 – 1976) nahm seine Karriere richtig Fahrt auf. Ab der Saison 1971/72 verpasste er in drei aufeinander folgenden Spielzeiten keine einzige Bundesligapartie.
Der schnelle, dribbelstarke Linksaußen entwickelte sich zu einem der besten Flügelstürmer in Deutschland und wurde kurz vor der WM im eigenen Land von Bundestrainer Helmut Schön in die Nationalmannschaft berufen. Weil er eigentlich ein Rechtsfuß war, habe er im Training stundenlang Flanken von der linken Seite geschlagen und bald tatsächlich mit links besser geflankt als mit rechts. Über ein Lob von Trainer-Legende Udo Lattek hat er sich besonders gefreut. „Gegen den Dieter Herzog sehen eben auch Weltklassespieler mal schlecht aus“, hatte Lattek einmal nach einem Spiel der Fortuna gegen seine Bayern gesagt, weil FCB-Verteidiger Johnny Hansen ein ums andere Mal von Herzog „vernascht“ worden war. Auch sein Mönchengladbacher Nationalmannschaftskollege Berti Vogts wusste sich gegen den technisch starken Angreifer oft nur zu helfen, „wenn er die Sense rausholte“, wie Herzog einmal in seinem typischen, trocken-humorvollen Tonfall erzählte.







Bei Bayer 04 bestritt der Stürmer, der gegen Ende seiner Karriere häufiger im Mittelfeld auflief, insgesamt 193 Pflichtspiele und schoss 29 Tore. Seinen wohl wichtigsten Treffer erzielte er 1982 im ersten Relegationsspiel um den Bundesliga-Klassenerhalt beim 1:0-Sieg gegen Kickers Offenbach. Auch das Rückspiel gewann Bayer 04 mit 2:1 und blieb damit erstklassig. Mit knapp 37 beendete Dieter Herzog 1983 seine aktive Karriere, passenderweise kam er bei einem Auswärtsspiel in Düsseldorf ein letztes Mal zum Einsatz.
Dennoch blieb er Bayer 04 auch in den kommenden Jahren erhalten. Reiner Calmund beorderte ihn in die Scouting-Abteilung und schickte den ehemaligen Spieler auf Dienstreisen rund um den Globus. Herzog, den es als Profi nie ins Ausland gezogen hatte, war nun ständig unterwegs in Sachen Spieler- und Spielebeobachtung. „Calli rief dann manchmal mittwochs an und sagte: ‚Dieter, du musst am Samstag für zehn Tage nach Brasilien‘.“ Der neue Job habe ihm Spaß gemacht und ihn viele Jahre erfüllt, sagte Herzog, dem Bayer 04 längst zur zweiten Heimat geworden war.
Dieter Herzog und Bayer – dieses Verhältnis war von höchster gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Der Klub war ihm ans Herz gewachsen – und er dem Klub, seinen Mitarbeitern und den Fans von Schwarz-Rot.
In dieser Woche ist Dieter Herzog im Alter von 79 Jahren verstorben. Bei Bayer 04 wird er als Spieler, Kollege und besonderer Mensch unvergessen bleiben.

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