
Vor dem heutigen Duell (Anstoß: 19 Uhr Ortszeit / deutsche Zeit: 2 Uhr, 17. November - live auf DAZN) sprach Max Schneider im Interview mit bayer04.de über seine Verbindung zu St. Louis, Sportdirektor Lutz Pfannenstiel, die Unterschiede der deutschen und amerikanischen Fußballkultur und den Grund dafür, dass er selbst gerade nicht in St. Louis, sondern in Leverkusen ist.
Max, du bist seit Februar dieses Jahres in St. Louis. Wie ist dein Wechsel zum St. Louis CITY SC zustande gekommen?
Schneider: Ich hatte meine dritte Saison im College-Fußball beendet und wollte den nächsten Schritt gehen – mein Ziel war der Profifußball. Zu der Zeit hatte ich Kontakt mit Lutz Pfannenstiel (Sportdirektor beim St. Louis CITY SC, Anm. d. Red.). Er hat mir die Möglichkeit gegeben, im MLS Next Pro-Team von St. Louis unterzukommen. Dort habe ich dann bis vor wenigen Wochen meine erste Saison gespielt, die für mich durchaus erfolgreich war. Ich bin schon jetzt voller Vorfreude auf die neue Saison!
Gehen wir zurück in deine Jugendzeit. Sportlich bist du im Nachwuchsbereich von Bayer 04 großgeworden. Du kennst also sowohl die deutsche als auch die amerikanische Fußballkultur. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede hast du festgestellt?
Schneider: In der Leverkusener Jugend war alles sehr professionell, hier in St. Louis geht es ähnlich zu. Hier ist der Druck für mich aber natürlich größer – weil ich inzwischen natürlich im Profifußball statt im Nachwuchsfußball spiele. Also geht es ausschließlich um gute Ergebnisse. In Deutschland herrscht generell ein großer Leistungsdruck. Der ist zwar auch hier in den USA vorhanden, allerdings gepaart mit einem noch größeren Fokus auf die Entwicklung des individuellen Spielers. Das gefällt mir sehr.
Mit welchen Argumenten konnte der St. Louis CITY SC in diesem Jahr erfahrene Ex-Bundesligaprofis wie Roman Bürki für einen Wechsel überzeugen?
Schneider: Zum einen ist das vor allem Lutz Pfannenstiel zu verdanken, der hier als Sportdirektor herausragende Arbeit leistet. Zum anderen lockt auch einfach dieser amerikanische Lifestyle. Verpflichtungen wie die von Roman Bürki oder Eduard Löwen zeigen, dass die MLS auf einem guten Weg ist, sich zu einer der Top-Ligen weltweit zu entwickeln. Und St. Louis kann dort mit seiner Philosophie eine gute Rolle spielen. Uns stehen sehr interessante Jahre bevor.

Wie sieht die Fußballkultur hier im St. Louis County aus?
Schneider: Die Fußballkultur ist hier sehr groß. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die Universitäten hier, wie etwa die St. Louis University, ein herausragendes Soccer-Programm haben. Bei unseren Spielen in der MLS Next Pro waren meistens mehr als 6.000 Zuschauer im Stadion. Da hat man auch gemerkt, dass sich die Menschen hier in der Stadt sehr auf das MLS-Team freuen.
Du bist aktuell nicht in St. Louis, sondern in Deutschland. Genauer gesagt in Leverkusen. Wieso?
Schneider: Ich habe mir leider vor kurzem den rechten Fuß gebrochen. Die gleiche Verletzung hatte ich vor drei Jahren am linken Fuß, für mich ist das also leider nichts Neues. Der Ablauf in der Reha war schon damals sehr gut, und auch jetzt läuft es bislang wieder sehr gut. Ich bin Bayer 04 sehr dankbar für die Möglichkeit, meine Reha erneut hier zu absolvieren. Die OP ist jetzt vier Wochen her, in zwei Wochen werde ich Stand jetzt mit dem Aufbautraining beginnen können. Ich hoffe, beim Start der Vorbereitung auf die MLS-Saison am 6. Januar wieder einsteigen zu können.
Wirst du das Spiel zwischen St. Louis und Bayer 04 verfolgen?
Schneider: Ich habe am Donnerstag erst mittags meinen Reha-Termin, ich kann also ausschlafen. (lacht) Von daher werde ich mir das Spiel tatsächlich nachts anschauen.
Das Spiel von Bayer 04 gegen den St. Louis CITY SC wird live auf DAZN gezeigt. Anstoß ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um 2 Uhr deutscher Zeit. Hier geht's zur TV-Übertragung!
Über Max Schneider:
Max Schneider ist am 28. Juli 2000 in Köln geboren. Mit Bayer 04 kam der Mittelfeldspieler erstmals bei seinem Wechsel in die U13 in Berührung. Fortan durchlief er mit Ausnahme der U16 alle Leverkusener Nachwuchsmannschaften. Im Sommer 2019 entschied sich der Sohn des ehemaligen Zweitligaspielers und heutigen Bayer 04-Physiotherapeuten Hansjörg Schneider nach seinem Abitur schließlich für einen Wechsel in die USA, um dort sowohl seine Profifußballer-Ambitionen als auch sein Psychologie-Studium voranzutreiben. Zweieinhalb Jahre lief Schneider für die Marshall Thundering Herds auf, gewann mit dem University-Team die nationale College-Meisterschaft. Im Februar dieses Jahres zog es Schneider zum St. Louis CITY Soccer Club, wo er in der abgelaufenen Saison in der MLS Next Pro fast in jedem Spiel von Beginn an zum Einsatz kam.

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