4:1 – DFB-Team stürmt mit Henrichs ins Finale

Die deutsche Nationalelf hat beim Confed-Cup in Russland das Finale am Sonntag gegen Chile erreicht. In der Vorschlussrunde bezwang das DFB-Team mit Benjamin Henrichs in der Startelf Mexiko mit 4:1 (2:0). Der starke Werkself-Youngster spielte durch und bereitete den Führungstreffer vor. "Auch ihm gehört die Zukunft", sagte Bundestrainer Joachim Löw nach der Partie. Julian Brandt wurde eingewechselt, Chicharito vergab eine gute Chance für Mexiko.
© Bayer 04 Leverkusen Fussball GmbH

Als der argentinische Schiedsrichter Pitana die Partie vor 37.000 Fans im Olympiastadion in Sotschi anpfiff, standen zwei Werkself-Profis auf dem Platz. Dass Rekordtorschütze Chicharito bei den Mexikanern in der Anfangsformation stand, war von vornherein erwartet worden; dass Benjamin Henrichs in diesem Halbfinale von Beginn an das Vertrauen von Joachim Löw erhielt, durfte indes durchaus als Überraschung gelten – zugleich war es ein absoluter Vertrauensbeweis des Bundestrainers für den Youngster im DFB-Team. Bernd Leno und Julian Brandt saßen auf der Bank, der ehemalige Leverkusener Andrés Guardado, der 2014 vier Bundesligaspiele für Bayer 04 bestritten hat, fehlte bei „El Tri“ gelbgesperrt.

Gerade fünf Minuten waren absolviert, da hatte Benny Henrichs schon entscheidend seine Füße im Spiel: Nach seiner punktgenauen flachen Hereingabe vom rechten Flügel traf Leon Goretzka von der Strafraumgrenze zur deutschen Führung ins Eck (6.). Und keine zwei Minuten später ließ der Schalker sofort das 2:0 folgen (8.), diesmal hatte ihn Timo Werner hervorragend in Szene gesetzt. Nach knapp 20 Minuten die nächste starke Szene von Henrichs, der den Ball pfiffig zu Werner durchsteckte, doch Mexikos Keeper Ochoa parierte dessen Schuss zur Ecke

Chancen für Benny und Chicha

Danach fanden die vom frühen Doppelschlag geschockten Mexikaner gegen zunehmend passive Deutsche deutlich besser in die Partie, ter Stegen musste einige Male klären. Dann binnen weniger Sekunden die beiden Leverkusener im Blickpunkt: Erst wurde Henrichs, der sich oft geschickt aus der eigenen Hälfte löste, beim Abschluss gerade noch entscheidend gestört (34.), dann schaufelte Chicharito die Kugel allein vor dem Tor knapp über den deutschen Kasten (35.).

Nach der Pause machte Timo Werner nach Vorarbeit von Jonas Hector mit seinem 3:0 den Deckel drauf (59.). Jimenez traf für Mexiko per Kopf nur die Latte (75.). Kurz darauf kam auch Julian Brandt ins Spiel, er löste Stindl ab (79.). Unmittelbar vor Spielende traf der eingewechselte Frankfurter Fabian aus gewaltiger Distanz zum 1:3 (89.) – diesen Treffer hatten sich die Mexikaner mehr als verdient. Amin Younes, ebenfalls kurz zuvor eingewechselt, setzte dem in der Nachspielzeit noch das Tor zum 4:1-Endstand entgegen.

Im Endspiel des Confed-Cups am Sonntag trifft die deutsche Mannschaft auf Chile. Anstoß in St. Petersburg ist um 20 Uhr. Zuvor steigt am selben Tag um 14 Uhr in Moskau das Spiel um Platz drei zwischen Mexiko und Europameister Portugal. Beide Partien gab es übrigens schon in den Gruppenspielen – jeweils ohne Sieger: Deutschland und Chile (1:1) trennten sich ebenso unentschieden wie Portugal und Mexiko (2:2). Das wird’s Sonntag nicht mehr geben.

Aránguiz sicher vom Punkt

Im ersten Halbfinale am Mittwochabend in Kasan hatte sich Chile nach torlosen 120 Minuten mit 3:0 im Elfmeterschießen gegen Portugal durchgesetzt. Vor 40.000 Zuschauern lieferten sich beide Teams weitgehend ein Duell auf Augenhöhe, das nach sehr unterhaltsamer Anfangsphase von den Defensivreihen dominiert wurde. Charles Aránguiz ging über die volle Distanz, machte ein starkes Spiel im Mittelfeldzentrum von „La Roja“ und kam auch in der Offensive verheißungsvoll zum Abschluss. In der Schlussphase der Verlängerung hatte die Chilenen gleich dreimal Pech: Erst wurde ihnen ein Elfmeter nach Foul an Silva verweigert (113.), dann trafen Vidal und Rodriguez nur Pfosten und Latte (119.). Im Elfmeterschießen machte Chile-Keeper Bravo seinem Namen alle Ehre und entschärfte die ersten drei Schüsse Portugals von Quaresma, Joao Moutinho und Nani, während Vidal, Charles Aránguiz und Sanchez ihre Versuche sicher verwandelten.

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