
Jörg Kappenhagen, FCSA-Instruktor von Bayer 04 und gemeinsam mit Meinolf Sprink (Direktor Fans und Soziales) angereist, zeigte sich im Nachgang beeindruckt: „Es ist bemerkenswert, zu sehen, wie viele unserer damals ausgebildeten Young Coaches nach über fünf Jahren noch aktiv sind. Vor allen Dingen geht mir bei den ganzen Peer Young Coaches das Herz auf, die von unseren Young Coaches ausgebildet wurden und so für die Nachhaltigkeit dieses tollen Projekts sorgen.“
Meinolf Sprink ergänzt: „Wir haben eine Verpflichtung, auf diesem Globus um die Ecke zu schauen. Wenn man dort auf den Platz schaut, der sicherlich nicht einer Bezirkssportanlage in Deutschland entspricht, dann sieht man Jung und Alt rumflitzen und dem Ball hinterherjagen. Egal, wie der Ball aussieht. Das hat etwas Verbindendes .Es werden Dinge wie Fair Play, Rücksichtnahme, Gewinnen und Verlieren erlernt - und das in einer Form, die besser gar nicht erfolgen kann.“
Ruanda ist aufgrund anhaltender politischer Instabilität und zahlreicher Konflikte in Zentralafrika seit vielen Jahren Anlaufstelle für Flüchtlinge – vor allem aus der Demokratischen Republik Kongo und Burundi. Derzeit beherbergt das Land etwa 135.000 Flüchtlinge, die überwiegend in den fünf Flüchtlingscamps des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) untergebracht sind. Die Geflüchteten sind zum Teil großen Herausforderungen wie mentaler Belastung durch ihre Flucht, schwierigen Lebensumständen und wenig Perspektive ausgesetzt. Daraus können sich negative Bewältigungsstrategien, Aggressionen und Gewalt entwickeln.
Aus diesem Grund bildete die Football Club Social Alliance (FCSA) in den Jahren 2017 und 2018 junge Geflüchtete zu Trainerinnen und Trainern für Kinder aus. Bei der Ausbildung wurde die positive Kraft des Fußballs genutzt, um Kindern in den Camps eine sinnvolle und sichere Freizeitbeschäftigung zu bieten und sie dabei zu unterstützen, Stress abzubauen und Traumata zu verarbeiten.






Fünf Jahre später zeigt die Ausbildung große Wirkung: Die damals ausgebildeten Young Coaches haben ihr Wissen und ihre Motivation an über 200 weitere Flüchtlinge (Peer Young Coaches) weitergegeben, die jetzt ebenfalls als Trainerinnen und Trainer für Kinder agieren. Somit profitierten in den vergangenen Jahren mehr als 6.000 Kinder in den Camps von den sozialen Fußball-Aktivitäten.
In diesem Zusammenhang und um das Engagement sowie die Wirkung dieser Trainerinnen und Trainer weiter zu fördern, führte die FCSA Mitte September eine Follow-up-Ausbildung durch. Die 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Follow-ups setzten sich aus noch aktiven Young Coaches der Erstausbildung 2017/18 und einer Auswahl ihrer Peer Young Coaches zusammen.
Das abwechslungsreiche Programm vermittelte ihnen eine Vielzahl an neuen Werkzeugen für ihre Trainertätigkeiten. So lernten sie beispielsweise, wie sie ihre Aktivitäten an verschiedene Fähigkeitsniveaus anpassen und dadurch alle Kinder – auch Kinder mit einer Behinderung – integrieren können. Praktische Erfahrung sammelten die Teilnehmenden bei der Durchführung einer Trainingseinheit für 60 Kinder mit und ohne Behinderung und bei zwei großen Veranstaltungen mit je über 200 Kindern in den Flüchtlingscamps. Neben den praktischen Fußball-Einheiten erhielten die Young Coaches auch Input zu sexueller Gesundheit und geschlechterspezifischer Gewalt.
Das Follow-up wurde von der Scort Foundation und den FCSA-Klubs in enger Zusammenarbeit mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk und von lokalen Implementierungspartnern durchgeführt und von der Fondation Botnar unterstützt.

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