FCSA: Young Coaches-Ausbildung in Kolumbien

Das FCSA-Projekt zu Gast in der „Stadt des ewigen Frühlings“: Vom 24. bis zum 28. Oktober wurde in der kolumbianischen Millionenmetropole Medellín die diesjährige Young Coaches-Ausbildung der Football Club Social Alliance (FCSA) abgeschlossen. Für das dritte und somit letzte Modul waren Thorsten Judt und Jörg Kappenhagen, die FCSA-Instruktoren von Bayer 04, in das südamerikanische Land gereist, um auch dort einheimische, junge Trainerinnen und Trainer auszubilden.
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Der Schwerpunkt dieses abschließenden, dritten Moduls lag auf der Gestaltung eines inklusiven Fußballs, um den physischen und psychischen Folgen des bewaffneten Konflikts in Kolumbien sowie der anhaltenden Stigmatisierung von Menschen mit einer Behinderung in dem Land entgegenzuwirken. So lernten die Young Coaches aus Kolumbien, wie sie durch spezifische Trainingsmethoden Übungen und Spiele auf verschiedene Fähigkeitslevel anpassen und so auch Kinder mit einer Beeinträchtigung in die Aktivitäten integrieren können. Engagiert wandten die Young Coaches dieses Wissen direkt bei einem Fußball-Festival mit einer Gruppe von Kindern mit einer Behinderung an.

„Turnier der Werte“ und workshops

Die Young Coaches lernten auch, wie sie für eine große Gruppe an Kindern ein Turnier gestalten können, bei dem es nicht nur um das Gewinnen geht, sondern auch um das Vermitteln sozialer Werte und Themen, wie beispielsweise Solidarität oder friedliches Zusammenleben. 120 Kinder aus lokalen Communities, inklusive einer Gruppe Kinder mit einer Beeinträchtigung, konnten sogleich davon profitieren und nahmen an dem von den Young Coaches organisierten „Turnier der Werte“ in der berüchtigten Comuna 13 Medellíns teil. Ergänzt wurde die Ausbildung durch Workshops der lokalen Projektpartner UNHCR Kolumbien und Humanity & Inclusion. Themen waren dabei Inklusion sowie Kinderschutz im Sport.

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Zum Abschluss erhielten alle 41 Teilnehmenden bei einer Urkundenfeier das FCSA-Zertifikat. Dieses bestätigt, dass die Young Coaches altersgerechte und inklusive Aktivitäten rund um den Fußball gestalten und einen pädagogisch wertvollen Umgang mit Kindern vorweisen können. Die frisch zertifizierten Young Coaches erreichen mit ihren Aktivitäten aktuell über 3.800 Kinder in ganz Kolumbien und sind hochmotiviert, das Erlernte weiterhin in ihren Communities anzuwenden und zu teilen.

Judt: „Sehr bewegende Momente“

Jörg Kappenhagen sagte nach den Tagen vor Ort in Medellín: „Die Gruppe der Young Coaches tauscht sich viel aus und behandelt sich gegenseitig sehr respektvoll“, so der Instructor von Bayer 04. „Sie schätzen es total, dass sie für dieses Projekt aus ihren Communities ausgewählt wurden. Für uns ist im nächsten Schritt vor allem wichtig, dass die Young Coaches in ihren eigenen Communities wiederum andere Personen ausbilden, damit das ganze Thema noch mehr Kinder erreicht und eine größere Wirkung erzielt.“ Kappenhagens Leverkusener Kollege Thorsten Judt ergänzte: „Für mich ist es immer sehr emotional zu sehen, wie die Young Coaches auf die Kids eingehen. Es sind sehr bewegende Momente, wenn sie mit einer unglaublichen Energie für alle Kinder ein schönes Erlebnis schaffen.“

Das Young Coaches-Ausbildungsprogramm in Kolumbien wurde von der FCSA und von Scort in enger Zusammenarbeit mit Fútbol Con Corazón und UNHCR Kolumbien durchgeführt und von der Fondation Botnar unterstützt.

Zur Situation in Kolumbien:

Die Liste der Herausforderungen, die Kolumbien lösen muss, ist lang: Armut, Gewalt, Inflation und Einwanderung von 1,8 Millionen Menschen aus Venezuela sind nur einige der Probleme. Und diese wurden durch die Pandemie weiter verschärft. Zudem hat das südamerikanische Land nach wie vor mit bewaffneter Gewalt in verschiedenen Regionen zu kämpfen. Die lokalen Umstände im Land in Kombination mit dem großen Influx an Schutzsuchenden aus dem Ausland zehren an den Ressourcen und der Hilfsbereitschaft der kolumbianischen Bevölkerung. Dies wiederum macht es den vertriebenen oder geflüchteten Menschen schwer, Traumata zu verarbeiten, sich in den „Host Communities“ (Gastgemeinden) zu integrieren und ein neues Leben aufzubauen.

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