Teil­habe in Schwarz-Rot und Bunt

Ink­lu­si­ons­werks­elf begeis­tert beim Genuine Cup 2026

Neun Spiele gegen Teams aus neun Ländern, zwei gewonnene Elfmeterschießen und Begegnungen, die weit über den Fußball hinausreichen: Wie bereits im vergangenen Jahr hat die Inklusionswerkself beim Genuine Cup 2026 im US-amerikanischen Houston eine außergewöhnliche Woche erlebt und Erinnerungen fürs Leben gesammelt. In diesem Jahr waren die Leverkusener als offizieller Vertreter Deutschlands dabei und liefen entsprechend im DFB-Dress auf. Gemeinsam mit 53 Mannschaften aus 53 Nationen setzte Schwarz-Rot einmal mehr ein kraftvolles Zeichen für Inklusion und Teilhabe – und begeisterte mit dem Titelgewinn ihres Turnierabschnitts auch sportlich.

Abschiedsworte von Malik Tillman

Den ersten Wow-Moment erlebte die Inklusionswerkself bereits vor der Abreise, als Werkself-Profi Malik Tillman – wenige Wochen zuvor selbst bei der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft in den USA aktiv – das Team auf das Turnier einstimmte. Der Mittelfeldspieler hatte der Mannschaft auch Tipps zum Verhalten in der texanischen Hitze gegeben, die hohen Temperaturen waren jedoch nicht die einzige Herausforderung.

Bereits für die Anreise nach Houston mussten die Teilnehmenden eine gehörige Portion Mut aufbringen: Für viele war es die erste Reise ins Ausland, hinzu kamen die fremde Sprache, neue Abläufe und die Zeitverschiebung. Keine einfache Aufgabe für die Spielerinnen und Spieler, die mit unterschiedlichen Einschränkungen leben und auf individuelle Unterstützung angewiesen sind. So haben einige Angststörungen, Konzentrationsschwierigkeiten oder können Reize nur schwer filtern.

Mit Hilfe des Trainer- und Betreuungsteams wuchs die Inklusionswerkself jedoch schnell an den Herausforderungen und begann, die internationalen Begegnungen mit den anderen Mannschaften zu genießen. „Das war für sie unvergesslich“, sagt Teammanagerin Elisabeth Garcia. „Viele konnten erstmals Menschen aus so vielen Ländern kennenlernen. Unser großer Dank gilt den Organisatoren.“ Beim Genuine Cup treffen 53 Teams aus 53 Ländern zusammen, um in einem sportlichen Umfeld Teilhabe und Gemeinschaft in den Mittelpunkt zu stellen – über Grenzen, Sprachen und kulturelle Unterschiede hinweg. 

Inklusionswerkself beim Genuine Cup in Houston

Von der NASA zur Generalkonsulin

Bevor es für die Inklusionswerkself aber auf dem Platz zur Sache ging, stand noch ein Besuch im NASA Space Center an. Der Blick ins All war für viele ein besonderer Start in eine besondere Woche, die auch einen Besuch beim Houston Saengerbund, einem Musikverein mit deutschen Wurzeln, bereithielt. Auf Einladung des Deutschen Generalkonsulats genossen die Leverkusener dort einen Abend bei typisch amerikanischem Essen und in Gesellschaft der stellvertretenden Generalkonsulin Dr. Nicola Gotthardt.

„Die Entwicklungen waren beeindruckend

Spannende Begegnungen erlebte die Inklusionswerkself dann endlich auch auf dem Rasen. Trotz zweier Niederlagen zu Beginn gegen Peñarol Inclusivo/Uruguay (0:4) und die Glasgow Rangers/Schottland (0:1) griffen die Räder der Leverkusener immer mehr ineinander. Und schon bald belohnte sich Schwarz-Rot auch für die Anstrengungen bei durchgehend 33 bis 36 Grad.

Gegen den FC Andorra Genuine gewann Bayer 04 überzeugend 6:2 und steckte auch den folgenden Dämpfer, ein 1:7 gegen Ajax Only Friends/Niederlande, sofort weg: Es folgten zwei 5:2-Siege gegen Special Olympics Ukraine und Wrexham AFC/Wales.

Eine starke Reaktion, fand auch Cheftrainer Niclas Albers: „Die Entwicklung unseres Teams in dieser Woche war beeindruckend. Die Spielerinnen und Spieler sind über sich hinausgewachsen und haben taktische wie spielerische Vorgaben immer besser umgesetzt. Das macht uns als Trainerteam unglaublich stolz.

Inklusionswerkself beim Genuine Cup in Houston

„Ich bin stolz, Teil von Bayer 04 zu sein

Wie beim Genuine Cup üblich, wurden auch in diesem Jahr die Teams anhand ihrer anfänglichen Ergebnisse Gruppen mit gleichstarken Gegnern zugeteilt. Dort setzte die Inklusionswerkself den Aufwärtstrend fort, bezwang erst JR-SP/Andreense aus Brasilien im Elfmeterschießen (3:1) und setzte sich auch gegen die mexikanische Auswahl durch (3:1).

Damit stand Schwarz-Rot verdientermaßen im Finale ihres Turnierabschnitts, wo ein umkämpftes Duell mit der kroatischen Auswahl torlos endete. Erneut musste die Entscheidung vom Punkt her – und erneut zeigte die Inklusionswerkself die stärkeren Nerven. Mit einem 2:1 gewannen die Leverkusener den Titel und feierten im Anschluss mit großen Emotionen.

„Ich bin sehr stolz, Teil dieses Teams und Teil von Bayer 04 sein zu dürfen“, freute sich Kapitän Marvin Kruse und erklärte: „Wir sind dankbar für diese Chance und haben hier gemeinsam alles gegeben. Für uns ist es immer etwas ganz Besonderes, für den Erfolg der Werkself zu kämpfen.“

Inklusionswerkself beim Genuine Cup in Houston

Mehr Inklusion, mehr Werkself

Sowohl auf als auch neben dem Platz erlebte die Inklusionswerkself beim Genuine Cup einmal mehr besondere Momente. Wo eine gemeinsame Sprache fehlte, halfen Gesten, ein Lächeln oder gemeinsamer Applaus. Gegner wurden zu Freunden – Unterschiede trennten nicht, sondern wurden ausgetauscht. Die glücklichen Gesichter der vielen Teilnehmenden aus jedem Winkel der Erde zeigten, dass Teilhabe gelingt, wenn Menschen die passende Unterstützung und eine echte Bühne erhalten. Weil der Fußball eben allen gehört!

Die Reise nach Houston soll für die Inklusionswerkself jedoch nicht der einzige Höhepunkt bleiben, wie Teammanagerin Garcia betont: „Unser Ziel ist es, die Inklusionswerkself kontinuierlich weiterzuentwickeln und noch stärker als festen Teil von Bayer 04 sichtbar zu machen.

Zu sehen ist die Inklusionswerkself bereits am kommenden Wochenende bei der Saisoneröffnung 2026. Im Rahmen eines Einlagespiels vor der Partie der Bayer 04-Frauen zeigen die inklusiven Spielerinnen und Spieler im Ulrich-Haberland-Stadion ihr Können und freuen sich über zahlreiche Fans auf den Rängen.