
Was hast du für ein Gefühl? Wie haben die Jungs die Zeit im Zeichen der Coronavirus-Pandemie bisher aufgenommen?
Natürlich fehlt ihnen der Fußballplatz, aber im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten sind sie voll dabei. Sie freuen sich auf jedes digitale Treffen und es sind immer alle dabei. Die Gespräche halten uns zusammen und wir bekommen große positive Rückmeldung aus den Familien.
Was ist jetzt besonders wichtig für so junge Fußballer?
Nicht nur für Fußballer, sondern überhaupt für Kinder in diesem Alter ist es wichtig, in Bewegung zu bleiben, sowohl vom Kopf her als auch vom Körper. Das ist natürlich unter den gegebenen Bedingungen nicht immer einfach, aber genau da liegen für meinen Trainerkollegen Marvin Schmitz und mich die Herausforderungen.
Welche Trainingsinhalte gibt es aktuell für die Jungs?
Wir können jetzt Schwerpunkte setzen, die sonst im Fußballalltag vielleicht nicht so stark präsent sind. Im Moment liegt unser Augenmerk auf Stabilisation, Koordination und Ballgefühl. Das alles muss auf vielleicht drei, vier Quadratmetern stattfinden.
Was kann man in einem solch kleinen Radius überhaupt mit dem Ball machen?
Unter den Bedingungen zu Hause bleibt der Ball natürlich hauptsächlich am Boden. Aber da gibt es schon viele Übungen und Herausforderungen, um sich mit und um den Ball zu bewegen. Das ist dann teilweise schon Fußball-Artistik. (lacht) Wir haben in unseren Einheiten immer einen Teil, in dem die Jungs sich selbst Übungen ausdenken und die dann präsentieren. Da sind mittlerweile Dinge bei herumgekommen, die ich für ihr Alter in meiner Trainerzeit bei Bayer 04 noch nicht gesehen habe. Aber vor allem ist zu sehen, dass sich jeder von Woche zu Woche auf seinem Niveau verbessert. Das bereitet uns große Freude.
Welche weiteren Bewegungsaufgaben gibt es, die den Kindern helfen?
Wie gesagt, geht es viel um Stabilisation und Koordination. Wir bauen klassische Turnübungen wie eine Rolle oder Kerze ein. Wir jonglieren mit unterschiedlichen Gegenständen, um die Auge-Hand-Koordination zu verbessern. Auch Seilspringen gehört regelmäßig dazu, weil das viele Herausforderungen an Kopf und Körper stellt. Es ist für Kinder in diesem Alter wichtig, dass die Übungen vielfältig sind.
Wo holt ihr euch als Trainer Inspiration?
Erst einmal stehen wir im gesamten Trainer-Team von Bayer 04 im engen Austausch. Wir haben verschiedene Gruppen, in denen wir miteinander sprechen. Aktuell haben wir zum Beispiel eine Art Partnerschaft mit der U8, in der wir Inhalte und Challenges zum Teil zwischen Mannschaften hin und her geben. Außerdem hat sich gerade in der Corona-Zeit die Auswahl an Übungen und Möglichkeiten im Internet noch einmal erheblich vergrößert. Marvin und ich entdecken ständig Neues.
Welche Effekte kann das Heim-Training haben?
Was den Fußball angeht, werden wir das natürlich erst sehen, wenn wir wieder auf den Platz dürfen. Aber wie gesagt, können wir gerade Schwerpunkte so deutlich setzen, wie das im Regelbetrieb nicht möglich ist. Wir sehen, wie sich die Jungs entwickeln. Und ich bin absolut gespannt, was sich in puncto Ballbehandlung und Stabilität, zum Beispiel in den Zweikämpfen, getan hat. Aktuell versprechen wir uns von unseren drei Einheiten die Woche, dass wir die Entwicklung der Kinder weiter unterstützen können.
Zum Abschluss noch einmal: Wann würdest du sagen, wäre es für euch als U10 ein gutes Jahr?
So weit zu schauen, ist aktuell ja noch schwieriger als sonst. Ich hoffe, dass wir am Ende des Jahres Fußball spielen und unsere Jungs sich unter den gegebenen Umständen bestmöglich entwickelt haben.

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