Vor DFB-Pokal-Halbfinale: Potsdams Barth über die enge Verbindung zu Klink

Für Merle Barth ist das DFB-Pokal-Halbfinale im Ulrich-Haberland-Stadion ein ganz besonderes Duell: Die 27-Jährige tritt in der Runde der letzten Vier mit dem 1. FFC Turbine Potsdam am Ostermontag, 18. April (Anstoß: 18.30 Uhr), bei ihren Ex-Klub Bayer 04 an. Mehr als ein Jahrzehnt lief die Defensivakteurin an der Dhünn auf, ehe sie sich im Sommer 2020 für den Schritt nach Potsdam entschied. Im Interview mit bayer04.de spricht Barth über ihren Eindruck der sportlichen Entwicklung der Leverkusenerinnen und den Reiz des K.-o.-Duells im UHS.
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Merle, Hand aufs Herz: War das Los mit der Aufschrift „Bayer 04 Leverkusen“ dein Wunschlos?

Barth: Aus sportlicher Sicht haben sich wahrscheinlich sowohl Leverkusen als auch wir über das Los gefreut. Wolfsburg und auch Bayern München wären da sicherlich die schwierigeren Gegner gewesen. Zudem finde ich es super, dass auch mal ein anderes Team im Finale vertreten sein wird statt dieser beiden.

Mit deinem Wechsel nach Potsdam hast du deine Heimatregion zum ersten Mal verlassen. Wie sehr bist du noch verbunden mit der Region, aber auch mit deinem Ex-Klub?

Barth: Allein durch meine Familie, die nach wie vor dort wohnt, ist die Verbindung noch immer sehr groß. In der Mannschaft hat sich, seit ich weg bin, personell zwar viel getan. Trotzdem sind noch einige Spielerinnen und Staff-Mitglieder da, mit denen ich über lange Jahre viel Zeit verbracht habe. Und natürlich guckt man immer noch gespannt auf die Ergebnisse. Ich drücke ihnen jedenfalls nach wie vor in allen Spielen, die nicht gegen uns sind, fest die Daumen.

Zu wem ist der Kontakt bis heute bestehen geblieben?

Barth: Mit ein paar Mädels noch hin und wieder, vor allem aber zu Anna Klink (seit 2009 bei Bayer 04, Anm. d. Red.). Wir sind quasi beste Freundinnen und waren ewig zusammen in Leverkusen aktiv. Wir haben nach wie vor täglich Kontakt und sie ist tatsächlich bei meinen Heimatbesuchen auch die Person, bei der ich meistens hause. (lacht)

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Wie bewertest du die sportliche Entwicklung von Bayer 04 seit deinem Abgang?

Barth: Die letzte Saison war, aus meiner Sicht etwas überraschend, sehr erfolgreich. Da kann man dem Scouting und den Verantwortlichen auch mal ein großes Lob aussprechen. Die vielen jungen Talente, die geholt worden sind, sind allesamt voll eingeschlagen. Auch in der Hinrunde dieser Saison waren sie lange oben dabei und haben viele Punkte geholt. Die paar verlorenen Spiele zuletzt hängen, zumindest aus der Ferne betrachtet, auch ein Stück weit mit den Verletzungen einiger wichtiger Spielerinnen zusammen.

Kommen wir zu dem Duell am Montag. Die Bilanz zwischen Bayer 04 und Turbine Potsdam ist diese Saison ausgeglichen: Leverkusen gewann in der Hinrunde (2:0), in der Rückrunde wart ihr erfolgreich (4:2). Was für ein Spiel erwartest du und worauf wird es für euch ankommen?

Barth: Auf die Tabelle jedenfalls sollte man nicht schauen. Da sind vielmehr die bereits angesprochenen direkten Duelle aus dieser Saison der bessere Maßstab. Wir haben uns gegen Leverkusen immer sehr schwergetan, gerade auswärts. Seitdem ich in Potsdam bin, haben wir beide Spiele dort verloren. Von daher sind wir mehr als gewarnt. Wir müssen defensiv gut stehen gegen ihre Offensivpower, uns aber auch selbst Chancen kreieren und diese dann sofort nutzen. Wir werden, denke ich, nicht viele Gelegenheiten bekommen.

Du bestreitest am Montag dein drittes DFB-Pokal-Halbfinale, 2017 und 2020 noch im Bayer 04-Trikot. Was macht dieser Wettbewerb für dich aus?

Barth: Der DFB-Pokal hat einen ganz besonderen Reiz, gerade das Endspiel in Köln. Dort will jede Fußballerin einmal in ihrem Leben auflaufen. Deswegen ist dieses Halbfinale einfach so ein wichtiges Spiel für uns. Wir haben sehr viel Energie in die Vorbereitung gesteckt. Umso schöner wäre es, sich durchzusetzen und unsere jetzt schon gute Saison zu krönen.

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Wie bewertest du die Entwicklung der Außendarstellung des Frauenfußballs in Deutschland in den vergangenen Jahren?

Barth: Allein durch die Übertragung der Halbfinals auf Sky lässt sich die positive Entwicklung gut aufzeigen. Wir wissen allerdings alle, dass wir in Deutschland im europäischen Vergleich noch etwas hinterherhängen. Wir wollen und müssen dahinkommen, wo England und Spanien beispielsweise gerade sind: mehr mediale Aufmerksamkeit, mehr Fans und Zuschauer in den Stadien.

Abschließend: Wie sieht dein ganz persönlicher Support am Montag vor Ort beim Spiel in Leverkusen aus?

Barth: Von meiner Familie werden sehr viele vor Ort sein, wir treffen uns sozusagen alle zum Osterfest am Spielfeldrand. (lacht) Auch aus Potsdam werden einige Fans mit dem Bus anreisen und uns unterstützen. Die Stimmung wird sicher super, ich jedenfalls freue mich sehr auf den Tag und dieses Spiel!

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