
„Es war ein hartes Stück Arbeit heute, ein wilder Fußball-Ritt. Für die Zuschauer war es sicher ein attraktives Spiel, es ging hin und her. Beide Mannschaften haben aber auch einiges liegen lassen, gerade bei Standard-Situationen“ resümierte Pätzold: „Nach der deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit sind wir glücklich über den Sieg, auch in dem Wissen, dass das Pendel heute hätte in beide Richtungen ausschlagen können.“
Nach der 2:3-Heimniederlage gegen den FC Bayern München hatte Pätzold drei Veränderungen in seiner Anfangsformation vorgenommen. Sofie Zdebel kehrte nach ihrer Gelb-Rot-Sperre wieder zurück in die erste Elf und lief erneut anstelle der verletzten Carolin Simon als Kapitänin auf. Dafür rückte Claudia Wenger, die Zdebel am Montagabend im zentralen Mittelfeld vertrat, in die Innenverteidigung und ersetzte Selina Ostermeier. Zudem startete Vanessa Fudalla für Loreen Bender.
Freiburg hatte in der Vorwoche den 1. FSV Mainz 3:0 bezwungen und damit nach dem 1:0 gegen Union Berlin am zweiten Spieltag den zweiten Heimsieg gefeiert. Da Bayer 04 die ersten beiden Auswärtsspiele der Spielzeit 2026/27 gewonnen hatte, war klar, dass am Sonntagnachmittag zumindest eine der beiden Serien enden würde. Im Dreisamstadion ging es aber für beide Teams vor allem darum, durch einen Sieg den Anschluss an die Champions-League-Plätze zu wahren. Nach einem ausgeglichenen Start in die Partie erhielten die Leverkusener Hoffnungen auf einen weiteren Erfolg in der Fremde und die Punkte sieben bis neun einen herben Dämpfer: Kramer wollte einen eigentlich harmlosen Freistoß von Acikgöz klären, traf den Ball aber nicht richtig. So wurde die Hereingabe zur Bogenlampe und senkte sich hinter der verdutzten Torhüterin Rafaela Borggräfe ins Tor (9.).
Der unglückliche und kuriose Gegentreffer änderte zunächst aber nichts am Spielverlauf. Beide Mannschaften waren um Kontrolle bemüht und agierten aus einer sicheren Defensive. In den Strafräumen blieb es weitgehend ruhig. Nach zwölf Minuten wurde Borggräfe von Maj Schneider geprüft, parierte den Abschluss der Freiburgerin aber ebenso sicher wie einen Kopfball von Luca-Emily Birkholz (14.). Mit zunehmender Spieldauer arbeitete sich die Werkself immer besser in die Partie und kam ihrerseits zu Abschlüssen. Die bis dahin beste Möglichkeit bot sich Lilla Turanyi, die den Ball nach einer Hereingabe von Fudalla aber nicht mehr kontrolliert erwischte (19.).






Nach der mit viel Lob bedachten Vorstellung beim unglücklichen 2:3 gegen den FC Bayern München gelang es den Bayer 04-Frauen aber nicht, ihre Stärken konstant auszuspielen. So lagen die Freiburgerinnen nach einer halben Stunde in den wichtigen Statistiken vorn. Leverkusen arbeitete nun jedoch konsequent daran, die Spieldaten zu verbessern und wurde vor allem durch Standards gefährlich. In der 37. Minute scheiterte Kramer aus 19 Metern an Anna Reimann im Freiburger Tor, kurz danach entschärfte die Keeperin auch einen Versuch von Merino Gonzalez (39.). Nur drei Minuten später rückte die Torhüterin erneut in den Fokus: Die Werkself konterte geschickt und spielte Paulina Tomasiak frei. Die polnische Angreifern, der gegen München ein Doppelpack gelang, zog kraftvoll ab, Reimann riss die Hände aber reaktionsschnell nach oben und rettete ihrem Team die Führung (42.). Diese hatte auch in der Pause bestand, war angesichts des starken Leverkusener Schlussspurts vor dem Halbzeitpfiff aber mittlerweile glücklich.
Der zweite Durchgang begann spektakulär: Die Werkself leistete sich einen Fehler im Spielaufbau, Birkholz kam im Strafraum an den Ball und zog ab. Die herauseilende Borggräfe warf sich dazwischen, der Ball flog dennoch in Richtung Tor, die heranrauschende Wenger klärte jedoch in letzter Sekunde und kratzte den Ball im Flug von der Linie (48.). Freiburg setzte nach, Leverkusen überstand die Druckphase aber und erhielt nach 55 Minuten die große Chance auf den Ausgleich: Nach einem Schubser der kurz zuvor eingewechselten Amira Arfaoui gegen Turanyi gab es einen Strafstoß für die Werkself. Kramer trat an - verwandelte sicher (56.) und freue sich über einen kuriosen Doppelpack an diesem Tag.






Der Ausgleich hatte keine beruhigende Wirkung auf das Spiel - im Gegenteil. Die 2.031 Zuschauer bekamen eine intensive und spannende zweite Hälfte zu sehen. Die nächste Großchance bot sich dabei dem SCF: Birkholz setzte sich auf dem rechten Flügel durch und passte flach ins Zentrum, wo Merino Gonzalez herausragend vor der einschussbereiten Arfaoui klärte (68.). Doch auch die Werkself blieb gefährlich und verpasste die Führung nur knapp: Nach einer Ecke gewann Paulina Platner das Luftduell mit Reimann, köpfte den Ball aber an den Pfosten (82.). Besser machte es Merino Gonzalez in der Schlussminute: Nach Flanke von Tomasiak schloss Leverkusens Nummer 10 entschlossen ab, traf zum 2:1 (89.) und sicherte damit den dritten Leverkusener Auswärtssieg im dritten Saisonspiel.
Am kommenden Wochenende ruht zwar in der Google Pixel Frauen-Bundesliga der Ball, gespielt wird allerdings trotzdem: Am Sonntag, 27. September (14 Uhr, ZDF-Livestream), startet die Werkself beim Zweitligisten FC Viktoria Berlin in die DFB-Pokal-Saison. Eine Woche später eröffnen die Leverkusenerinnen dann am Freitag, 2. Oktober (18.30 Uhr, live bei MagentaSport und DAZN), im Ulrich-Haberland-Stadion den 6. Bundesliga-Spieltag. Tickets für das Heimspiel gegen den SV Werder Bremen gibt es HIER im Online-Ticket-Shop.
Die Highlights:
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Die Statistik:
SC Freiburg: Reimann - Karl, Axtmann, Stierli, Memminger - Vobian (74. Vincze), Acigöz, Schneider (46. Ojukwu), Kolb (49. Arfaoui) - Birkholz, Brunold (74. Bienz)
Bayer 04: Borggräfe - Merino Gonzalez, Wenger, Turanyi (76. Ostermeier), Brandau - Zdebel (76. Misni), Platner - Fudalla (46. Loonen), Tomasiak - Kramer (89. Kehrer), Sternad (66. Müller)
Tore: 1:0 Kramer (9./Eigentor), 1:1 Kramer (56.), 1:2 Merino Gonzalez (89.)
Gelbe Karten: Arfaoui, Stierli, Vincze - Turanyi, Brandau, Merino Gonzalez
Schiedsrichterin: Karoline Wacker (Murrhardt)
Zuschauer: 2.031 im Dreisamstadion

Das Achtelfinale von Bayer 04 im DFB-Pokal 2026/27 ist zeitgenau angesetzt. Die Werkself empfängt den Bundesliga-Konkurrenten RB Leipzig demnach am Mittwochabend, 2. Dezember, um 18 Uhr. Das hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bekannt gegeben.
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