
Insgesamt 30 Spielerinnen, darunter auch Kristin Kögel, die krankheitsbedingt erst zur zweiten Hälfte vor Ort sein konnte, waren bei Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad Teil der Einheiten im Sport-Center Complexo Desportivo de VRSA. „Wir haben hier sehr gute Bedingungen vorgefunden und konnten auch aufgrund der Anzahl an Spielerinnen, die mit dabei waren, die Belastung gut steuern“, sagte Pätzold: „Wir haben gute Eindrücke gewonnen, konnten die Zeit bei gutem Wetter nutzen, um taktisch zu arbeiten, auch mal unterbrechen zu können und viele Abläufe einzustudieren. Weil wir obendrein kurze Wege zwischen Hotel, Kraftraum und Trainingsgelände hatten, war es insgesamt ein rundum gelungenes Trainingslager.“









Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass einige Spielerinnen im abschließenden Test gegen den Schweizer Spitzenreiter Servette FCCF (3:0) nicht zum Einsatz kamen. „Natürlich wollten wir kein Risiko eingehen, dass sich irgendjemand ernsthaft verletzt, zumal wir schon am Montag einen internen Test hatten, in dem fast alle zum Einsatz kamen“, sagte Pätzold über die Belastungssteuerung am Tag vor dem Rückflug nach Deutschland. „Wir hatten zwischen den Jahren nur rund zwei Wochen Pause, von daher haben die Spielerinnen nicht viel an Substanz verloren. Leider hatten wir aber eine kleine Krankheitswelle und auch hier im Trainingslager hat es die eine oder andere erwischt.“
Auch in leicht dezimierter Mannschaftsstärke gelang es, die angepeilten Trainingsschwerpunkte umzusetzen. „Die Hinrunde hat gezeigt, dass wir vor allem im Herausspielen und in der Verwertung von Torchancen noch effektiver werden können, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, mehr Spiele für uns zu entscheiden“, so der Coach: „Deshalb lag unser Schwerpunkt auf den Offensivabläufen und darauf, die Positionierung unter Wettkampfbedingungen auf den Platz zu bringen. All das bei deutlich besserer Witterung als bei Minusgraden in der Heimat.“ Zudem studierten die Leverkusenerinnen in zwei Einheiten verschiedene Varianten bei Standardsituationen ein.
Im Test gegen Servette überzeugte die Mannschaft ihren Coach vor allem im ersten Durchgang spielerisch. „Wir haben auf jeden Fall viele Dinge auf den Platz gebracht, die wir auch in den kommenden Wochen benötigen werden“, sagte er. Daher ordnete Pätzold das Spiel insgesamt als „gelungene Generalprobe“ für die Partie am Freitag (18.30 Uhr, live bei MagentaSport und DAZN) beim Aufsteiger 1. FC Union Berlin ein. Bereits am vergangenen Montag, zwei Tage nach der Ankunft in Monte Gordo im Distrikt Faro, hatte die Werkself im internen Testspiel Wettkampfbelastung simuliert.








Neben den Testspielen, sechs regulären Trainingseinheiten im nur 2,5 Kilometer vom Hotel Apartamento Dunamar entfernten Stadion und einer gemeinsamen Kraft-Einheit blieb auch ausreichend Zeit für nicht-fußballerische Aktivitäten. Der Sportliche Leiter Achim Feifel nutzte die gemeinsame Woche für Einzelgespräche mit allen Spielerinnen. Viele Spielerinnen wiederum nutzten fast täglich die Möglichkeit, sich im direkt an das Hotel angrenzenden Atlantik abzukühlen. Am trainingsfreien Mittwochnachmittag erkundeten einige in Kleingruppen den Ort Monte Gordo. Tags darauf übergab die Mannschaft bei einem kurzen Treffen mit der deutschen 400-Meter-Sprinterin Alica Schmidt ein unterschriebenes Trikot an die Olympia-Teilnehmerin.
Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen des vom Sportpsychologen Simon Borgmann instruierten Teambuildings. An insgesamt vier Stationen galt es für die Mannschaft, gemeinsam als Gruppe verschiedene Eigenschaften wie Geschlossenheit, Mut und Risiko, Einigkeit oder auch Ruhe und Nervenstärke zu beweisen. Zum Abschluss meisterten alle gemeinsam einen Hindernis-Parcours. Nach dem Testspiel und einem entspannten letzten Abend flog die Bayer 04-Reisegruppe am frühen Samstagvormittag vom Flughafen Faro aus zurück gen Heimat.










Nach einem freien Sonntag stehen ab Montag die letzten Trainingstage vor dem Pflichtspiel-Auftakt auf dem Programm. „Wir haben jetzt zwei Wochen lang hauptsächlich am Spiel mit Ball gearbeitet. Von daher werden wir sicher noch die ein oder andere Einheit zum Pressing haben“, sagte Pätzold: „Aber generell wird der Fokus schon eher auf der Gegner-Vorbereitung liegen und auf den Handlungsoptionen, die uns erfolgsversprechend erscheinen. Dann wollen wir ausgeruht, frisch und mit hoffentlich komplettem Personal nach Berlin fahren.“

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