
Nach sechs Spielen ohne Niederlage ist die Serie am vergangenen Sonntag gerissen: Gegen RB Leipzig musste sich der Hamburger SV zu Hause 1:2 geschlagen geben und verlor damit erstmals in der Rückrunde. Die Gastgeber starteten schwungvoll im ausverkauften Volksparkstadion und gingen nach 22 Minuten durch Fabio Vieira in Führung. Es war bereits das zehnte HSV-Kontertor der laufenden Saison. Dennoch drehten die Gäste die Partie noch zu ihren Gunsten. Verdientermaßen, wie auch die Hamburger offen zugaben. „Wir müssen so ehrlich sein, dass es eine verdiente Niederlage ist. Wir hatten irgendwie eine komische Energie, waren nicht so griffig wie sonst“, sagte Mittelfeldspieler Nicolai Remberg und ergänzte: „Wir haben gegen einen spielstarken Gegner mit einer hohen Qualität auf den Außenpositionen extrem viel verteidigen müssen, und damit fehlte auch etwas die Power im Spiel mit dem Ball nach vorn.“ Torhüter Daniel Heuer Fernandes, der beim Stand von 1:2 noch einen Elfmeter von Romulo parieren konnte, haderte ebenfalls mit der Gesamtleistung des eigenen Teams: „Wir sind nicht an unser Maximum gekommen, und dann reicht es eben nicht.“
HSV-Trainer Merlin Polzin gratulierte seinem Leipziger Kollegen Ole Werner „zu einem verdienten Sieg“. Bei seiner eigenen Mannschaft habe er nach der Führung „Spannung und Klarheit“ vermisst. „Das Team auf der Gegenseite war uns in vielen Belangen voraus, was auch an ihrer individuellen Qualität liegt. Wir haben es nicht geschafft, das Volksparkstadion für uns zu nutzen und zwingender zu werden – sowohl nicht im Verlauf der zweiten Hälfte als auch in den Schlussminuten, als wir mehr Risiko eingegangen sind. Ganz nüchtern betrachtet, war es einfach kein gutes Spiel von uns, wir wollen es am Mittwoch besser machen.“
Dann stellt sich die Werkself im Volksparkstadion vor. Zum ersten Mal seit acht Jahren stehen sich Bayer 04 und der Hamburger SV in der Bundesliga wieder gegenüber. Am Mittwoch wird Polzin, mit 35 Jahren der jüngste Bundesliga-Trainer, sein Team im Nachholspiel gegen Schwarz-Rot auf einigen Positionen umbauen müssen. Vize-Kapitän Nicolas Capaldo war gegen Leipzig bereits früh wegen muskulären Problemen ausgewechselt worden. Seine Position in der Dreierkette übernahm Warmed Omari, der wohl auch gegen Bayer 04 spielen dürfte. Definitiv fehlen wird erstmals in dieser Saison der linke Schienenspieler Miro Muheim, der am vergangenen Sonntag seine fünfte Gelbe Karte sah und damit für die Partie gegen die Werkself gesperrt ist. Muheim verpasste bislang kein einziges Spiel, der Schweizer kommt auf die meisten Schussvorlagen beim HSV und bereitete vier Treffer vor.
An Alternativen mangelt es Polzin jedoch nicht: „Ich habe immer wieder betont, dass wir gut aufgestellt sind. Besonders im Hinblick auf die Schienenposition haben wir drei, vier Spieler, die für diese Position infrage kommen. Das wird von der Ausrichtung abhängen, ob wir es offensiver oder defensiver gestalten wollen.“ Möglicherweise wird Mittelfeldakteur Bakery Jatta wieder eine Option sein. Der 27-Jährige war gegen RB wegen eines Infekts nicht einsatzfähig. Weiterhin ausfallen werden in jedem Fall Albert Grönbaek (Faszienverletzung im Oberschenkel) und Alexander Rössing-Lelesiit (Syndesmoseriss).
Man stehe vor „einer besonderen Woche“ hatte Merlin Polzin vor den drei Spielen gegen Leipzig, Bayer 04 und den VfL Wolfsburg gesagt. Durch die dritte Heimniederlage dieser Saison gegen RB ist der Vorsprung des Tabellenelften HSV vor dem Relegationsrang auf vier Punkte geschrumpft. Natürlich wollen die sonst so heimstarken Hanseaten im Nachholspiel gegen die Werkself wieder ein anderes Gesicht zeigen. Im Volksparkstadion hatten die Rothosen in dieser Spielzeit gerade gegen Topklubs wie den FC Bayern München (2:2), Borussia Dortmund (1:1), Eintracht Frankfurt (1:1) und den VfB Stuttgart (2:1) überzeugende Leistungen geboten. Fünf seiner sechs Saisonsiege holte Hamburg zu Hause.
Von den ersten acht Spielen im neuen Jahr verlor der HSV nur zwei. Ihre Stärken haben die Hanseaten vor allem im Umschaltspiel. Sie sind mit ihren zehn Treffern nach schnellen Gegenangriffen die Konter-Könige der Liga. Gefährlichste Offensivspieler bei den Rothosen sind Top-Scorer Fabio Vieira (4 Tore/4 Assists) sowie Ransford-Yeboah Königsdörffer (4/1), Rayan Philippe (5/0) und Albert Sambi Lokonga (4/0). Auch auf Innenverteidiger Luka Vuskovic sollte die Werkself ein Auge haben. Der 19 Jahre alte Kroate traf bereits viermal in dieser Saison.
Die Partie gegen Schwarz-Rot dürfte eine sehr intensive werden, weil in Hamburg die beiden Teams aufeinandertreffen, die nach dem VfB Stuttgart die besten Zweikampf-Quoten aller Bundesligisten aufweisen. In der Defensive stehen die Hanseaten recht stabil. Nur sechs Mannschaften haben weniger Gegentore kassiert als der HSV (34). Das konterstarke Polzin-Team ist selbst wenig konteranfällig (nur ein Gegentreffer) und lässt auch bei Standards kaum etwas zu - acht Gegentore sind in dieser Kategorie der zweitbeste Wert im Tableau. Hamburg selbst ist nach ruhenden Bällen bislang selten erfolgreich gewesen. Nur sechs Tore erzielte man nach Standards – lediglich der 1. FC Köln traf auf diese Weise genauso wenig.

Wie bereits in den Jahren zuvor wurden im Rahmen der Tandem Young Coach-Ausbildung der Scort Foundation in Kooperation mit der Football Club Social Alliance (FCSA) auch 2026 wieder 22 Teilnehmende zu Fußballtrainern für Menschen mit Behinderung ausgebildet. Mit dabei in Karlsruhe war als langjähriger FCSA-Partnerklub auch Bayer 04. Gemeinsam als Tandem durchliefen Personen mit und ohne Behinderung die Ausbildung und lernten so aus unterschiedlichen Perspektiven voneinander. Nach spannenden und lehrreichen Tagen kehrte auch das Leverkusener Duo mit viel neuem Wissen und einem offiziellen Zertifikat zurück unters Kreuz.
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Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die drei Kandidaten für den Titel Bundesliga-„Rookie of the Season“ 2025/26 bekannt gegeben. Zur Wahl steht unter anderem Werkself-Profi Ibrahim Maza. Fans von Bayer 04 können ab sofort und noch bis einschließlich Donnerstag, 7. Mai (23.59 Uhr), in der Bundesliga-App für ihren Favoriten abstimmen.
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Freude und Enttäuschung lagen bei den Nachwuchs-Teams von Bayer 04 an diesem Wochenende nah beieinander: Während die U19 mit einem 1:3 nach Verlängerung gegen den 1. FC Heidenheim 1846 im Achtelfinale aus dem Kampf um die Deutsche Meisterschaft ausschied, eroberte die U14 mit einem 1:0 gegen Borussia Dortmund die Tabellenführung im WDFV Junioren-Nachwuchs-Cup. Bei den Juniorinnen stand den Niederlagen der U19 und U16 der Turniersieg der U13 im belgischen Beveren gegenüber, wo Schwarz-Rot unter anderem den FC Barcelona bezwang. Das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
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Nach dem überzeugenden 4:0-Sieg der Bayer 04-Frauen bei der SGS Essen sprechen zwei der Torschützinnen über die souveräne Leistung und den außergewöhnlichen Auswärts-Support der Fans. Doppelpackerin Kristin Kögel und Loreen Bender ordnen den vierten Dreier in Folge ein und blicken auf die letzten beiden Spiele der Saison voraus.
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