Gegner-Update: Werkself zu Gast bei den „Konter-Königen“ der Liga

Nachdem die Partie am 13. Januar aufgrund wetterbedingter statischer Risiken im Bereich des Hamburger Stadiondachs kurzfristig hatte abgesagt werden müssen, empfängt der HSV die Werkself nun an diesem Mittwoch, 4. März (Anstoß: 20.30 Uhr/live bei Sky und im Stream bei WOW sowie im Werkself-Radio), zur Nachholpartie des 17. Spieltags. Für die Hanseaten ist es das zweite Heimspiel innerhalb von drei Tagen. Das Gegner-Update.
Hamburger SV

Nach sechs Spielen ohne Niederlage ist die Serie am vergangenen Sonntag gerissen: Gegen RB Leipzig musste sich der Hamburger SV zu Hause 1:2 geschlagen geben und verlor damit erstmals in der Rückrunde. Die Gastgeber starteten schwungvoll im ausverkauften Volksparkstadion und gingen nach 22 Minuten durch Fabio Vieira in Führung. Es war bereits das zehnte HSV-Kontertor der laufenden Saison. Dennoch drehten die Gäste die Partie noch zu ihren Gunsten. Verdientermaßen, wie auch die Hamburger offen zugaben. „Wir müssen so ehrlich sein, dass es eine verdiente Niederlage ist. Wir hatten irgendwie eine komische Energie, waren nicht so griffig wie sonst“, sagte Mittelfeldspieler Nicolai Remberg und ergänzte: „Wir haben gegen einen spielstarken Gegner mit einer hohen Qualität auf den Außenpositionen extrem viel verteidigen müssen, und damit fehlte auch etwas die Power im Spiel mit dem Ball nach vorn.“ Torhüter Daniel Heuer Fernandes, der beim Stand von 1:2 noch einen Elfmeter von Romulo parieren konnte, haderte ebenfalls mit der Gesamtleistung des eigenen Teams: „Wir sind nicht an unser Maximum gekommen, und dann reicht es eben nicht.“

HSV-Trainer Merlin Polzin gratulierte seinem Leipziger Kollegen Ole Werner „zu einem verdienten Sieg“. Bei seiner eigenen Mannschaft habe er nach der Führung „Spannung und Klarheit“ vermisst. „Das Team auf der Gegenseite war uns in vielen Belangen voraus, was auch an ihrer individuellen Qualität liegt. Wir haben es nicht geschafft, das Volksparkstadion für uns zu nutzen und zwingender zu werden – sowohl nicht im Verlauf der zweiten Hälfte als auch in den Schlussminuten, als wir mehr Risiko eingegangen sind. Ganz nüchtern betrachtet, war es einfach kein gutes Spiel von uns, wir wollen es am Mittwoch besser machen.“

Leistungsträger Muheim gesperrt

Dann stellt sich die Werkself im Volksparkstadion vor. Zum ersten Mal seit acht Jahren stehen sich Bayer 04 und der Hamburger SV in der Bundesliga wieder gegenüber. Am Mittwoch wird Polzin, mit 35 Jahren der jüngste Bundesliga-Trainer, sein Team im Nachholspiel gegen Schwarz-Rot auf einigen Positionen umbauen müssen. Vize-Kapitän Nicolas Capaldo war gegen Leipzig bereits früh wegen muskulären Problemen ausgewechselt worden. Seine Position in der Dreierkette übernahm Warmed Omari, der wohl auch gegen Bayer 04 spielen dürfte. Definitiv fehlen wird erstmals in dieser Saison der linke Schienenspieler Miro Muheim, der am vergangenen Sonntag seine fünfte Gelbe Karte sah und damit für die Partie gegen die Werkself gesperrt ist. Muheim verpasste bislang kein einziges Spiel, der Schweizer kommt auf die meisten Schussvorlagen beim HSV und bereitete vier Treffer vor.

An Alternativen mangelt es Polzin jedoch nicht: „Ich habe immer wieder betont, dass wir gut aufgestellt sind. Besonders im Hinblick auf die Schienenposition haben wir drei, vier Spieler, die für diese Position infrage kommen. Das wird von der Ausrichtung abhängen, ob wir es offensiver oder defensiver gestalten wollen.“ Möglicherweise wird Mittelfeldakteur Bakery Jatta wieder eine Option sein. Der 27-Jährige war gegen RB wegen eines Infekts nicht einsatzfähig. Weiterhin ausfallen werden in jedem Fall Albert Grönbaek (Faszienverletzung im Oberschenkel) und Alexander Rössing-Lelesiit (Syndesmoseriss).

Polzin „Vor einer besonderen Woche“

Man stehe vor „einer besonderen Woche“ hatte Merlin Polzin vor den drei Spielen gegen Leipzig, Bayer 04 und den VfL Wolfsburg gesagt. Durch die dritte Heimniederlage dieser Saison gegen RB ist der Vorsprung des Tabellenelften HSV vor dem Relegationsrang auf vier Punkte geschrumpft. Natürlich wollen die sonst so heimstarken Hanseaten im Nachholspiel gegen die Werkself wieder ein anderes Gesicht zeigen. Im Volksparkstadion hatten die Rothosen in dieser Spielzeit gerade gegen Topklubs wie den FC Bayern München (2:2), Borussia Dortmund (1:1), Eintracht Frankfurt (1:1) und den VfB Stuttgart (2:1) überzeugende Leistungen geboten. Fünf seiner sechs Saisonsiege holte Hamburg zu Hause.

Von den ersten acht Spielen im neuen Jahr verlor der HSV nur zwei. Ihre Stärken haben die Hanseaten vor allem im Umschaltspiel. Sie sind mit ihren zehn Treffern nach schnellen Gegenangriffen die Konter-Könige der Liga. Gefährlichste Offensivspieler bei den Rothosen sind Top-Scorer Fabio Vieira (4 Tore/4 Assists) sowie Ransford-Yeboah Königsdörffer (4/1), Rayan Philippe (5/0) und Albert Sambi Lokonga (4/0). Auch auf Innenverteidiger Luka Vuskovic sollte die Werkself ein Auge haben. Der 19 Jahre alte Kroate traf bereits viermal in dieser Saison.

Defensiv recht stabil unterwegs

Die Partie gegen Schwarz-Rot dürfte eine sehr intensive werden, weil in Hamburg die beiden Teams aufeinandertreffen, die nach dem VfB Stuttgart die besten Zweikampf-Quoten aller Bundesligisten aufweisen. In der Defensive stehen die Hanseaten recht stabil. Nur sechs Mannschaften haben weniger Gegentore kassiert als der HSV (34). Das konterstarke Polzin-Team ist selbst wenig konteranfällig (nur ein Gegentreffer) und lässt auch bei Standards kaum etwas zu - acht Gegentore sind in dieser Kategorie der zweitbeste Wert im Tableau. Hamburg selbst ist nach ruhenden Bällen bislang selten erfolgreich gewesen. Nur sechs Tore erzielte man nach Standards – lediglich der 1. FC Köln traf auf diese Weise genauso wenig.

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