
In der Startelf hatte Pätzold nach dem 0:1 im DFB-Pokal-Achtelfinale beim FC Bayern München einen Wechsel vorgenommen. Sofie Zdebel begann anstelle von Caroline Kehrer. Die Mittelfeldspielerin sorgte bei sonnigem Herbstwetter prompt schon nach 15 Sekunden für den ersten Abschluss, der Ball landete allerdings weit über dem Kasten. Die im gewohnten Schwarz-Rot gekleideten Gastgeberinnen setzten auf ein frühes, aggressives Pressing und provozierten damit schnelle Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte. Nach einigen Minuten fand auch der HSV besser in die Partie, so entwickelte sich eine ausgeglichene Anfangsphase. Nach 18 Minuten fehlte bei einem Kopfball von Cornelia Kramer der nötige Druck - ein Sinnbild dafür, dass in dieser Phase der Zug zum Tor ausblieb.
Etwas gefährlicher wurde es drei Minuten später nach einer Ablage von Sturmpartnerin Maja Sternad auf Kramer, nach der die Dänin Kinga Szemik im HSV-Tor erstmals prüfte. Auf der Gegenseite klärte Innenverteidigerin Lilla Turanyi mit einer perfekt getimten Grätsche in höchster Not vor der heranstürmenden Ex-Leverkusenerin Paulina Bartz (27.). Die bis dato größte Gelegenheit auf die Führung bot sich Valentina Mädl nach einer knappen halben Stunde. Die Österreicherin köpfte eine Flanke von Kapitänin Carolin Simon knapp rechts neben das Tor. Trotz der ersten gefährlichen Torannäherungen blieb es ein Geduldsspiel. Die Hanseatinnen verteidigten diszipliniert und gestatteten der Werkself kaum einmal eine Kombination. Stattdessen schlugen sie Sekunden vor dem Pausenpfiff beinahe zu. Torhüterin Rafaela Borggräfe blieb im Eins-gegen-Eins-Duell mit Stürmerin Melanie Brunnthaler cool und klärte reaktionsschnell zur Ecke. So ging es torlos in die Kabinen.






Ohne personelle Veränderungen ging es weiter, auch spielerisch bot sich erst einmal kein grundlegend anderes Bild als vor dem Seitenwechsel. Die erste Chance vergab Zdebel aus einer für sie ungewohnten Position. Eine Sternad-Flanke fand die Sechserin freistehend am Fünfmeterraum, doch die 22-Jährige konnte ihrem Kopfball nicht genügend Druck mitgeben (51.). Kurz darauf wechselte Pätzold erstmals, und das gleich doppelt: Kehrer und die zuletzt krankheitsbedingt fehlende Loreen Bender ersetzten Mädl und Zdebel (56.).
Zwei Minuten später zahlte sich das direkt aus: Sternad kratzte den Ball sprintstark von der Torauslinie und fand im Zentrum zunächst Kehrer, die kurios auf Kramer ablegte. Die dänische Nationalspielerin ließ sich nicht lange bitten und traf mit ihrem fünften Saisontor platziert ins linke Eck zur Führung (58.). Die Hamburgerinnen bemühten sich um eine Antwort, doch die eingewechselte Nikola Karczewska, ebenfalls früher im Leverkusener Dress aktiv, brachte bei ihrem Abschluss keinen Druck hinter den Ball (67.). Insgesamt war Schwarz-Rot dem zweiten Treffer allerdings näher als die in Weiß gekleideten Gäste ihrem ersten.






Eine Viertelstunde vor Schluss vergab Karczewska die große Gelegenheit auf den Ausgleich. Aus kurzer Distanz scheiterte die Stürmerin an Borggräfe, die anschließend kurz behandelt werden musste. Die Leverkusenerinnen fokussierten sich nun noch mehr auf die Defensivarbeit und standen dicht gestaffelt. Mit viel Leidenschaft und ohne weitere Hochkaräter zuzulassen verteidigte das Pätzold-Team den Vorsprung bis zum Schluss. Mit der letzten Aktion gelang der eingewechselten Lobke Loonen nach einem Konter der 2:0-Endstand.
Am zehnten Spieltag ist die Werkself erst montags gefordert. Das Duell beim Aufsteiger VfB Stuttgart bildet am 16. November (18 Uhr, live bei Sport1, MagentaSport und DAZN), den Abschluss des zehnten Bundesliga-Spieltags.
Die Statistik:
Bayer 04: Borggräfe - Merino Gonzalez, Turanyi, Ostermeier, Simon - Wenger, Zdebel (56. Bender) - Mädl (56. Kehrer), Müller (84. Platner) - Kramer (84. Loonen), Sternad (90.+4 Brandau)
Hamburger SV: Szemik - Doucoure (84. Martens), Stoldt, Böhler (84. Matysik), Mirzaliyeva - Machtens (68. Peneau), Bartz - Eggert (68. Wrede), Linberg, Morich - Brunnthaler (58. Karczewska)
Tore: 1:0 Kramer (58.), 2:0 Loonen (90.+5)
Gelbe Karten: Ostermeier - Bartz
Schiedsrichterin: Lara Wolf (Wilhelmshaven)
Zuschauer: 1.015 im Ulrich-Haberland-Stadion

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