Aus im Achtelfinale: Bayer 04-Frauen unterliegen im DFB-Pokal in München

Die Bayer 04-Frauen haben den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale verpasst: Am Sonntag unterlag das Team von Trainer Roberto Pätzold 0:1 (0:0) beim FC Bayern München und musste somit im Achtelfinale die Segel streichen. Für den seit nun 63 Pflichtspielen auf nationaler Ebene ungeschlagenen amtierenden Doublesieger erzielte Pernille Harder in der der 73. Minute per Strafstoß das Tor des Tages.
Pokal-Fight in München

„Wir können stolz sein, weil wir uns sehr teuer verkauft haben. Wir haben die Partie mit großem Herz geführt und alles dafür getan, kein Gegentor zu bekommen“, sagte Pätzold: „Spiele gegen Bayern München kosten immer viel Kraft. Wir wollten die letzten Prozente mobilisieren. Natürlich mussten wir sehr viel hinterherlaufen, Bayern hatte über 90 Minuten die Kontrolle. In manchen Phasen hätten wir gern höher gepresst, aber Bayern hat nichts zugelassen. Wir hatten auch manchmal in der Defensive das nötige Quäntchen Glück auf unserer Seite, aber leider hat die Kraft gefehlt, offensiv mehr in Erscheinung zu treten. Schade, dass das Spiel dann durch einen Elfmeter entschieden wurde. Bayern hatte allerdings auch genügend Möglichkeiten, um es aus dem Spiel heraus zu entscheiden.“ Trotz der Enttäuschung nahm der Trainer für die kommenden Aufgaben in der Bundesliga auch Positives mit. „Wenn wir die Energie, die Performance und den Einsatz mit in die nächsten Spiele nehmen, dann wird es schwer, gegen uns zu bestehen“, so der 47-Jährige: „Auf diese Leistung können wir aufbauen.

Pätzold hatte seine Werkself im Vergleich zum 0:2 beim 1. FC Nürnberg in der Liga auf zwei Positionen verändert. Statt Loreen Bender (krankheitsbedingt nicht im Kader) und Vanessa Fudalla begannen Valentina Mädl und Caroline Kehrer.

Der Pokal hat zwar sprichwörtlich seine eigenen Gesetze. Davon ausgenommen ist allerdings, dass ein Spiel beim FC Bayern München die schwerstmögliche Aufgabe ist. Davon ließen sich die Bayer 04-Frauen am Sonntagnachmittag aber zunächst nicht beeindrucken. Sie begannen das Achtelfinale beim Doublesieger vor 2.341 Zuschauern hoch konzentriert, dicht gestaffelt und diszipliniert. Zwar kontrollierte der Favorit die Partie in der Anfangsphase, es dauerte aber bis zur 14. Minute, bis es die erste gefährliche Torraumszene gab - und zwar für die Werkself: Cornelia Kramer setzte sich auf der rechten Seite durch, drang in den Sechzehner ein und legte quer auf die mitgelaufene Kehrer, die den scharf gespielten Ball aber knapp verpasste. 

Harder trifft den Pfosten

In der Folge wirkte es, als habe der Angriff den FC Bayern provoziert. Die seit 62 Pflichtspielen auf nationaler Ebene ungeschlagenen Münchnerinnen schalteten sofort einen Gang hoch und erspielten sich nun ihrerseits große Chancen: Zunächst prüfte Linda Dallmann Bayer 04-Torhüterin Rafaela Borggräfe (16.), dann traf Pernille Harder aus kurzer Distanz den Pfosten (17.) und nur drei Minuten später schoss die dänische Stürmerin aus bester Position nur Zentimeter am Tor vorbei. Doch Bayer 04 überstand die Druckphase der Gastgeberinnen unbeschadet und schaffte es im Anschluss, die anfängliche Ordnung wiederherzustellen und den FC Bayern vom Tor fernzuhalten. Es dauerte bis zur 30. Minute, ehe Harder erneut zum Abschluss kam - Borggräfe aber nicht vor Probleme stellen konnte.

Bestens aufgestellt in München

Bis zur Pause änderte sich kaum etwas am Spielverlauf. Die Bayern suchten vergeblich eine Lücke in der eng gestaffelten Leverkusener Defensive, Bayer 04 schloss die eigenen Reihen aber konsequent und ließ nichts zu. Allerdings währten die eigenen Ballbesitzphasen meist nur recht kurz und einige Chancen auf Konter wurden nicht sauber ausgespielt. Der erste Leverkusener Torschuss resultierte aus einem Freistoß von Kapitänin Carolin Simon, den Torhüterin Ena Mahmutovic aber sicher entschärfte (40.). Da in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auf der anderen Seite auch Momoko Tanikawa vergab, stand es nach 45 Minuten 0:0

Chance auf beiden Seiten

Der zweite Durchgang begann mit einem Leverkusener Ausrufezeichen. Das Spiel war gerade erst wieder angepfiffen, als Maja Sternad am Strafraum auftauchte und abzog, den Ball aber über das Tor setzte (46.). In der Folge sahen die Zuschauer dann aber das gewohnte Bild aus der ersten Hälfte. Bayern drückte, Bayer 04 verteidigte clever. Nach 55 Minuten ging dann aber ein Raunen durchs Stadion: Sophie Proost passte im Strafraum quer auf die einschussbereite Tanikawa, die jedoch völlig freistehend ein Luftloch trat und somit die bis dahin größte Möglichkeit des Spiels vergab.

Mit dem nächsten Angriff bot sich dann Bayer 04 plötzlich die große Chance zur Führung: Nach einer präzisen Flanke von Mädl kam Kramer im Fünfmeterraum an den Ball, konnte Mahmutovic im kurzen Eck aber nicht überwinden (57.). Das Spiel war nun vollends im Pokal-Fight-Modus angelangt. Beide Teams kämpften verbissen, Bayer 04 gelang es aber weiterhin, die wichtigen Zweikämpfe in der Defensive zu gewinnen. Einzig Harder schaffte es immer mal wieder, sich durchzusetzen, allerdings ohne wirklich Gefahr auszulösen. Das änderte sich in der 69. Minute: Nach einem Eckball kam Harder aus kurzer Distanz zum Abschluss. Borggräfe entschärfte den Versuch aber und parierte auf der Linie liegend auch den Nachschuss von Magdalena Eriksson.

Schwierige Aufgabe

Wenig später war die Leverkusener Torhüterin dann aber bezwungen: Nach einem Zweikampf zwischen Tanikawa und Selina Ostermeier entschied die Schiedsrichterin auf Elfmeter, den Harder sicher verwandelte. Danach verwalteten die Münchnerinnen ihre Führung routiniert. Der Werkself gelang es in der Schlussphase nicht mehr, entscheidend vors gegnerische Tor zu gelangen, um die Verlängerung zu erzwingen.

Ausblick: Bundesliga-Heimspiel gegen den HSV

Am kommenden Samstag, 7. November (14 Uhr) geht es für die Werkself in der Google Pixel Frauen-Bundesliga weiter. Tickets für das Heimspiel im Ulrich-Haberland-Stadion gegen den Hamburger SV gibt es HIER im Online-Ticket-Shop. 

Die Zusammenfassung:

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Die Statistik:

FC Bayern München: Mahmutovic - Kett, Eriksson, Ballisager, Mattner-Trembleau - Amani, Alara (68. Imade) - Proost (81. Potsi), Tanikawa, Dallmann - Harder (89. Damnjanovic)

Bayer 04: Borggräfe - Merino Gonzalez, Turanyi, Ostermeier, Simon - Wenger (82. Zdebel), Müller - Mädl (75. Misini), Sternad - Kramer, Kehrer (75. Loonen)

Tor: 1:0 Harder (73./Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Amani - Müller

Schiedsrichterin: Miriam Schwermer (Quedlinburg)

Zuschauer: 2.341 am FC Bayern Campus

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