Herr Feifel, die Hinrunde hat Ihre Mannschaft auf dem 9. Tabellenplatz abgeschlossen und steht dort auch noch nach den ersten beiden Rückrunden-Spielen mit 13 Zählern. Wie zufrieden sind Sie mit der Punkteausbeute?
Achim Feifel: Die Spiele waren geprägt von Höhenflügen und Niederschlägen. Insgesamt waren die Leistungsschwankungen noch gravierend. Mit den 13 Punkten wollen wir uns nicht zufriedengeben. Das Zwischenergebnis ist okay – wir haben unsere gemeinsame Zielsetzung damit nicht aus den Augen verloren, sondern sind weiter in Tuchfühlung aufs Mittelfeld der Tabelle. Und dort wollen wir am Ende auch hin.
Das zweite Jahr nach einem Aufstieg sei das schwierigste, sagt man. Ist das so?
Feifel: Das sagt man zwar so… In unserem Fall würde ich das nicht unbedingt so unterschreiben. Zum Sommer wurde die Mannschaft u.a. durch Milena Nikolic und Dora Zeller verstärkt – beide sind absolute Leistungsträgerinnen, die in der Offensive die Qualität erhöht haben. Die Zeit nach dem Aufstieg ist ein Entwicklungsprozess, der passiert nicht von heute auf morgen. Die vergangene Saison war schwierig, ging schließlich mit einem Erfolgserlebnis zu Ende. Die Mannschaft hat daraus gelernt und ihre Lehren gezogen und ist diese Saison mit voller Ernsthaftigkeit angegangen. Im Training haben alle gut mitgezogen und alles gut umgesetzt. Von daher haben wir uns auch viel vorgenommen für das zweite Jahr in der Bundesliga.
Sie haben die Mannschaft im Sommer als Cheftrainer übernommen – wie haben Sie sie zu Beginn wahrgenommen und wie sehen sie die Entwicklung?
Feifel: Es herrscht eine positive Stimmung im Team, wir haben ein gutes Mannschaftsgefüge – es passt einfach. Die Mentalitätsentwicklung kommt dann im Laufe der Zeit über Erfolgserlebnisse, die muss man sich erarbeiten im Training oder über Erfolge bei den Spielen. Es waren viele junge Spielerinnen dabei, die bis dato noch nicht so oft zum Einsatz gekommen sind. Sie haben noch nicht das absolute Vertrauen in die eigene Leistung, was auch zu den Leistungsschwankungen geführt hat. Doch wir konnten die Erfolgserlebnisse und auch die Rückschläge gut einordnen. Zum Ende der Hinrunde haben wir mehr Stabilität erlangt – vor allem auch mental. Doch es ist weiterhin ein Entwicklungsprozess.
Die Hinrunde war geprägt von vielen Langzeitverletzten – wie ist der aktuelle Stand?
Feifel: Kontinuierlich haben uns in der ganzen Vorrunde acht bis neun Spielerinnen gefehlt. Peu á peu sind die Angeschlagenen in den letzten Wochen zurück ins Mannschaftstraining gekommen. Sie sind aber noch lange nicht wieder auf ihrem normalen Leistungsniveau. Dafür braucht es noch weitere intensivere Trainingseinheiten, Spiel- und Wettkampfpraxis. Wir sind froh, dass wir in die Rückrundenvorbereitung fast mit dem gesamten Kader starten können. Es ist für uns extrem wichtig, dass wir für die verbliebenen Spiele wieder mehr Qualität und Breite in den Kader bekommen und sich ein höherer Konkurrenzkampf entwickeln kann. Nur so kommen auch stabilere Leistungen heraus. Isabel Kerschowski und Frederike Kempe haben ja erst kürzlich ihr Comeback mit kurzen Einsätzen gegeben. Jessica Wich ist schon länger wieder im Mannschaftstraining, genau wie Saskia Meier. Außerdem werden Karoline Heinze und voraussichtlich auch Antonia Göransson und Nicole Banecki im Januar wieder voll einsteigen.
Aufgrund der Ausfälle bot sich plötzlich einigen jungen Spielerinnen, die bislang weniger Einsätze hatten, die Chance, sich zu beweisen. Wie sehen Sie deren Entwicklung?
Feifel: Wir hatten viele junge Spielerinnen, die noch nicht so viel Spielpraxis hatten, jetzt aber aufgrund der vielen verletzungsbedingten Ausfälle ran mussten – teils auch auf anderen Positionen. Juliane Wirtz wurde in der Zentrale beispielsweise neben Henrietta Csiszar zur Leistungsträgerin, am Ende kam auch Pauline Wimmer dort zum Einsatz. Sie bildeten im Mittelfeld das Herzstück der Mannschaft. Aber auch Lena Uebach und Gianna Rackow beispielsweise mussten sich beweisen und haben eine gute Entwicklung genommen. Ann-Kathrin Vinken und Henrietta Sahlmann sind zu Stammspielerinnen avanciert. Alle haben einen großen Schritt nach vorne gemacht.
Ein Highlight der Hinrunde war sicherlich der überraschende 2:1-Sieg über den FC Bayern München…?
Feifel: Das war definitiv ein Highlight! Man geht in dieses Spiel rein und denkt sich: ‚Wir wollen alles reinhauen und uns so teuer wie möglich verkaufen.‘ Wenn man gegen solch einen starken Gegner Punkte holt, muss schon einiges zusammenkommen. Wir haben brutal leidenschaftlich verteidigt, unsere Chancen genutzt und zwei Tore gemacht und hatten dazu das nötige Quäntchen Glück. Vor allem aber haben wir in den richtigen Spielmomenten getroffen, die uns dann auch den Glauben gegeben haben, dass da tatsächlich etwas drin ist. Aber auch der Sieg im Pokal gegen den 1. FFC Frankfurt und der damit verbundene Einzug ins Viertelfinale war ein Highlight.
Über welche liegengelassenen Chancen ärgern Sie sich dagegen?
Feifel: Wirkliche Tiefschläge waren die Niederlagen gegen den SC Sand, den MSV Duisburg und den 1. FC Köln. Da haben wir in direkten Vergleichen „6-Punkte-Spiele“ hergeschenkt, das muss man erstmal verdauen. Die 0:7-Niederlage gegen Wolfsburg zähle ich dagegen nicht als DAS Negativ-Erlebnis. Der VfL spielt in einer ganz anderen Liga, das Spiel geht nicht mal in meine Spielwertung ein.
In der Tabelle ist der SC Freiburg auf Platz 8 nur zwei Punkte entfernt, der SC Sand dadrüber nur drei Zähler. Auf den MSV Duisburg auf dem ersten Abstiegsplatz, der allerdings noch ein Spiel weniger auf dem Konto hat, sind es derzeit sechs Punkte. Richten Sie den Blick in den verblieben Rückrunden-Partien eher nach oben oder nach unten?
Feifel: Wir wollen Richtung Mittelfeld gehen, diese Mannschaften sind nur ein paar Punkte entfernt und gegen einige der erreichbaren Gegner spielen wir noch. Nach der Winterpause sind wir zunächst einmal gegen München zu Hause voll gefordert, da wissen wir direkt, wo wir nach der Vorbereitung stehen. Gegen Duisburg und Köln wollen wir uns auf jeden Fall revanchieren. Möglichkeiten sind da, am Ende den einen oder anderen Schritt nach vorne zu machen. Das ist unsere klare Zielsetzung.
Mitte Februar geht der Liga-Betrieb weiter – wann startet das Team wieder in die Vorbereitung?
Feifel: Die Spielerinnen haben zehn Tage komplett frei, am 27. Dezember sollen sie mit individuellen Trainingsplänen zu Hause anfangen. Am 7. Januar geht es mit dem Mannschaftstraining dann wieder los. Ende Januar fliegen wir für eine Woche ins Trainingslager nach Gran Canaria. Geplant ist dort u.a. ein kleines Turnier mit Glasgow City und Regionalauswahlen. Mitfliegen werden alle Spielerinnen, die auch spielfähig sind. Diejenigen, die noch längerfristig ausfallen, sind in dieser Woche in Leverkusen besser aufgehoben und arbeiten in der Werkstatt mit ihren individuellen Plänen.
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