Bei Menglu-Comeback: Frauen verlieren Testspiel bei Borussia Dortmund

Ein sportlich dürftiger Auftritt, dafür aber ein lang ersehntes Comeback: Die Bayer 04-Frauen haben in der Länderspielpause eine überraschende Testspiel-Niederlage kassiert. Beim aufstrebenden Regionalligisten Borussia Dortmund verlor die Mannschaft von Trainer Roberto Pätzold am Samstagnachmittag 0:1 (0:1). Vor 452 Zuschauern im Stadion Rote Erde ließ die Werkself vor allem offensiv vieles vermissen. Die schönste Nachricht des Tages war das Comeback von Shen Menglu, die nach fast einem Jahr verletzungsbedingter Pause wieder auf dem Rasen stand.
Valentina Mädl beim Torschuss

„Es war ein sehr fordernder Test gegen einen vor allem physisch starken Gegner. Das frühe Tor hat Dortmund in die Karten gespielt. Sie haben mit ihrer Fünferkette hinten die Räume eng gemacht. Wir haben uns schwergetan, diese Räume zu öffnen, ein hohes Spieltempo an den Tag zu legen und zu Torchancen zu kommen. Wir hätten einfach deutlich öfter mit höherem Tempo verlagern und geduldiger agieren müssen, um den Gegner zu bewegen. Stattdessen haben wir uns in viele Zweikämpfe verwickeln lassen“, sagte Pätzold: „Nach der Pause hatten wir eine gute Phase mit einigen Durchbrüchen, aber unsere Hereingaben und Abschlüsse waren nicht präzise genug. Zum Ende hin wurde es auch durch die Wechsel etwas weniger dominant und der Gegner hatte noch die ein oder andere Umschaltsituation. Das Ergebnis geht vollkommen in Ordnung. Wir haben uns das natürlich anders vorgestellt, wollten Selbstvertrauen tanken und hätten uns mehr Dominanz, Spielkontrolle, Torchancen und Tore erwartet.“

Insgesamt 13 Spielerinnen aus dem Profi-Kader fehlten im Testspiel-Aufgebot: die Nationalspielerinnen Carlotta Wamser (Deutschland), Loreen Bender, Selina Ostermeier, Katharina Piljic, Sofie Zdebel (alle Deutschland, U23), Amy Wrigge (Deutschland, U19) und Claudia Wenger (Österreich) sowie die angeschlagenen bzw. verletzten Caroline Kehrer, Estrella Merino Gonzalez, Vanessa Haim, Friederike Repohl, Charlotte Voll und Louisa Remien. Dafür stand Außenbahnspielerin Menglu erstmals seit ihrem am 16. März 2025 im Bundesliga-Heimspiel gegen Werder Bremen erlittenen Kreuzbandriss wieder im Kader. Außerdem saßen neben Profi-Torhüterin Anne Moll auch Emilia Eltgen, Jana Lindner, Linda Pfeiffer und Alisa Sinani aus der klubeigenen U23 auf der Bank. Julia Mickenhagen, am Vortag ebenso wie das fehlende Werkself-Quartett noch für die deutsche U23 im Einsatz, stand in der Startelf.

BVB-Führung nach 24 Sekunden

Die Dortmunderinnen, Tabellenzweiter der Regionalliga West und dort normalerweise Gegnerinnen der Leverkusener U23, erwischten einen Traumstart. Schon nach 24 Sekunden zappelte der Ball nach einer schnellen Kombination über links im Netz. Jasmin Jabbes vollstreckte aus kurzer Distanz im Zentrum zur Führung. Danach erarbeitete sich der Bundesligist nach und nach Zugriff auf die Partie. Chancen sprangen dabei in der Anfangsphase jedoch nicht heraus. Nach rund 20 Minuten hatten die in Blau gekleideten Gäste zwar mehr Feldvorteile, ließen sich aber immer wieder von schwarz-gelben Kontern überraschen.

Bei einem dieser Versuche blockte Top-Torjägerin Vanessa Fudalla im eigenen Sechzehner einen Abschluss entscheidend (30.). Zwei Minuten später hatte Mickenhagen per Distanzschuss den Ausgleich auf dem Fuß, doch BVB-Torhüterin Laura van der Laan war auf dem Posten. Noch enger war es sechs Minuten vor der Pause beim Freistoß von Ruby Grant, der Zentimeter links am Pfosten vorbeistrich. Auf der Gegenseite war Bayer 04-Keeperin Rafaela Borggräfe bei einem weiteren Konter zur Stelle. Die Gelegenheiten der Werkself wurden noch vor der Pause zwingender. Bei einer Doppelchance vergab erst Valentina Mädl frei vor van der Laan, dann parierte die Torhüterin auch den zu flach geratenen Nachschuss von Cornelia Kramer. Die letzte Gelegenheit vor der Pause gehörte dem BVB. Den Schuss von Annika Enderle lenkt Borggräfe über die Latte, danach war Halbzeit.

Cornelia Kramer

Die zweite Hälfte begann mit viel Druck der Gäste, die den Spielstand dringend korrigieren wollten. Zunächst konnten die Dortmunderinnen eine Ecke nicht klären, schließlich kam Kapitänin Kristin Kögel an der Strafraumkante zum Abschluss und zwang van der Laan zu einer Flugeinlage (49.). Drei Minuten später hatte Mädl bei einem Kopfball zu viel Rücklage, um Druck ausüben zu können. Das Trainer-Team um Pätzold und die diesmal am Seitenrand coachende Co-Trainerin Friederike Mehring wechselte doppelt. Lindner und Eltgen ersetzten Ida Daedelow und Mickenhagen (62.).

Die Leverkusenerinnen ließen weiterhin Offensivstärke vermissen, immer wieder mangelte es im Aufbauspiel an Präzision. Ein Fudalla-Abschluss aus spitzem Winkel landete abgefälscht am Außennetz (68.). Positives gab es dafür am Seitenrand: 357 Tage nach ihrem letzten Einsatz wurde Menglu eingewechselt, damit endete für die Chinesin eine fast einjährige Leidenszeit infolge ihres Kreuzbandrisses. Die Offensivaktionen der Bayer 04-Frauen blieben überschaubar. Nur bei einem Distanzschuss von Grant (83.) flammte noch einmal Gefahr auf, damit blieb es bis zum Schluss beim 0:1.

Ausblick: Länderspielpause - Duell in Wolfsburg am 15. März

Weiter geht es in der Google Pixel Frauen-Bundesliga am kommenden Sonntag. Am 15. März (18.30 Uhr) sind die Leverkusenerinnen zum Abschluss des 20. Spieltags beim VfL Wolfsburg zu Gast. Eine Woche später folgt am Sonntag, 22. März (18.30 Uhr), das Heimspiel gegen den FC Carl Zeiss Jena, Tickets für diese Partie gibt es HIER im Ticket-Online-Shop von Bayer 04.

Die Statistik:

Startelf Borussia Dortmund: van der Laan - Böger, Wöhrn, Kempe, Reimann, Jabbes - Baum, Leubner, Günnewig - Enderle

Bayer 04: Borggräfe - Grant, Friedrich, Turanyi, Mickenhagen (62. Eltgen/75. Menglu)  - Daedelow (62. Lindner/75. Schwartze), Vidal - Fudalla, Kögel (82. Pfeiffer) - Mädl (82. Sinani), Kramer

Tor: 1:0 Jabbes (1.)

Schiedsrichter: Niklas Berlinghoff

Zuschauer: 452 im Stadion Rote Erde

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