
„Wir sind viel zu spät aufgewacht, haben in der ersten Halbzeit überhaupt keine Präsenz gezeigt, waren zu phlegmatisch und zu passiv“, sagte Achim Feifel nach dem Abpfiff.
Personell konnte der Cheftrainer im Duell gegen die Domstädterinnen wider Erwarten auf Verena Wieder zurückgreifen, die unter der Woche noch Probleme mit dem Sprunggelenk hatte. Auch Irina Pando, die krankheitsbedingt bei einigen Trainingseinheiten gefehlt hatte, stand in der Startformation.
Bei schönstem Herbstwetter gingen beiden Teams im Ulrich-Haberland-Stadion hoch motiviert ins Derby. Den besseren Start erwischten die Kölnerinnen, die von Beginn an mehr Akzente in der Offensive setzten und schon nach 12 Minuten in Führung gingen. Veronika Zawistowska spitzelte eine Hereingabe von Rachel Rinast aus kurzer Distanz zum 0:1 über die Linie.
Die Gastgeberinnen taten sich schwer, zu ihrem Spiel zu finden. Ein erster Kopfball-Abschluss von Milena Nikolic nach Flanke von Marti landete klar neben dem Tor (20.). Die Kölnerinnen kontrollierten Spiel und Tempo, boten den Werkself-Frauen kaum einmal Umschaltmomente und standen in der Defensive sehr stabil. Und nach vorne trugen sie ihre Angriffe zielstrebiger vor. So brachte ein weiterer Vorstoß über links die 2:0-Führung für die rheinischen Nachbarn. Wieder hatte Rinast geflankt, am Fünfmeterraum stieg Mandy Islacker am höchsten und köpfte unhaltbar für Anna Klink unter die Latte (33.).
Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit wurden die Leverkusenerinnen gefährlicher. Einen Distanzschuss von Lara Marti parierte Kölns Keeperin Klett (37.), die größte Möglichkeit hatte Nikolic, die mit einem Schuss aus 14 Metern erneut an Klett scheiterte (40.). Nach der anschließenden Ecke bot sich Pando gleich die nächste Chance, doch ihr Schuss verfehlte das Tor deutlich (41.).
„Uns fehlte in den ersten 45 Minuten etwas der Mut, wir stehen zu tief, gehen vorne nicht richtig drauf. In der zweiten Hälfte müssen wir eine Schippe drauflegen“, so lautete das Halbzeit-Fazit von Thomas Eichin, Leiter des Leistungszentrums bei Bayer 04.
Zum Start in die zweiten 45 Minuten brachte Achim Feifel gleich drei frische Kräfte: Für Caroline Siems, Irina Pando und Verena Wieder kamen Henrike Sahlmann, Dora Zeller und Chiara Bücher ins Spiel. Doch nach einem druckvollen Beginn der Gastgeberinnen stießen die Kölnerinnen schon in der 48. Minute erneut zu. Nach einem Ballverlust von Schwarz-Rot im Mittelfeld landete die Kugel bei Islacker, die Anna Klink mit einem Schuss aus 15 Metern zum 0:3 überwand. Die Vorentscheidung? Keineswegs!
Ein strammer Schuss von Dora Zeller nach Vorarbeit von Henrike Sahlmann zum 1:3 (62.) brachte Bayer 04 wieder heran. Gleich im Anschluss an den Treffer boten sich den Kölnerinnen auf der Gegenseite zwar die nächsten großen Chancen. Einmal rettete Anna Klink großartig gegen Wilde, ein anderes Mal die Latte nach einem Schuss von Kuznik. Doch die Werkself-Frauen bewiesen Moral. Vor allem Dora Zeller trieb ihre Mannschaft immer wieder an. Und die ungarische Nationalspielerin war es auch, die in der 72. Minute einen Ball in der gegnerischen Hälfte eroberte, die anschließende Flanke setzte Milena Nikolic per Kopfball zum 2:3 in die Maschen. Alles war wieder offen im Ulrich-Haberland-Stadion. Und es begann eine extrem spannende Schlussphase.
In der 80. Minute zogen die Gäste wieder auf 4:2 davon. Nach einem Foul der eingewechselten Sophie Zdebel an Zawistowska verwandelte Mandy Islacker den fälligen Strafstoß (80.). Aber das Feifel-Team fightete und gab sich längst nicht geschlagen. Nach Vorarbeit von Nikolic zirkelte Dora Zeller einen Ball aus halblinker Position herrlich in den rechten Winkel zum 3:4 (82.) Es war ein packendes Derby jetzt. Auch den Kölnerinnen boten sich nur kurz nach dem Leverkusener Anschluss weitere große Torchancen (84.).
Auf der anderen Seite prüfte Dora Zeller FC-Keeperin Klett noch einmal mit einem Distanzschuss (89.), Nikolic zog aus 16 Metern haarscharf am linken Pfosten vorbei (90.) und brachte kurz vor Schluss noch einmal einen Kopfball aufs Tor (90.+2). Dann war Schluss. „Was möglich gewesen wäre, haben die letzten 35 Minuten gezeigt. Das Positive, das wir mitnehmen können aus diesem Spiel ist, dass die Mannschaft sich nie aufgegeben hat. Aber den Fight, den wir in diesen 35 Minuten gezeigt haben, müssen wir eben über 90 Minuten bringen“, fasste Trainer Achim Feifel nach dem Abpfiff zusammen.
Am kommenden Spieltag treten die Werkself-Frauen als Tabellenvierter in der FLYERALARM-Frauen-Bundesliga beim Dritten TSG Hoffenheim an. Die Partie wird am Sonntag, 14. November, um 13 Uhr angepfiffen.
Die Statistik:
Bayer 04: Klink – Siems (46. Sahlmann), Friedrich, Wirtz, Marti – Pando (46. Bücher), Gräwe (58. Vinken), Matysik, Wieder (46. Zeller) – Kögel (76. Zdebel), Nikolic
1. FC Köln: Klett – Rinast, Nietgen, Moorrees, Donhauser – Zawistowska, Pfluger, Achcinska, Beckmann – Wilde, Islacker (90. Barrett)
Tore: 0:1 Zawistowska (12.), 0:2 Islacker (33.), 0:3 Islacker (48.), 1:3 Zeller (62.), 2:3 Nikolic (73.), 2:4 Islacker (80., FE), 3:4 Zeller (82.)
Gelbe Karten: Matysik – Pfluger, Islacker
Schiedsrichterin: Angelika Söder (Schwarzenbruck)

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