
Nach fünf Heimsiegen in Folge ist die Siegesserie an diesem Wochenende gerissen: Die Werkself-Frauen müssen sich gegen den SV Meppen mit der Punkteausbeute von nur einem Zähler begnügen. Bei sonnigen 28 Grad und starkem Wind am Kurtekotten begannen die Leverkusenerinnen erwartungsgemäß kontrollierend. Bereits nach zwei Minuten die erste gute Möglichkeit: Nach einer kurzen Ecke wurde der Ball auf Milena Nikolic, die sich im Strafraum schon in Position gebracht hatte, weitergeleitet – die Top-Scorerin verfehlte das Spielgerät jedoch knapp. Beim darauffolgenden zweiten Eckball stieß Ex-Leverkusenerin Laura Sieger im Tor mit ihrer eigenen Mitspielerin zusammen und musste verletzungsbedingt im Kasten der Meppenerinnen ersetzt werden.
Bayer 04 agierte mit starkem Pressing und erspielte sich immer wieder gute Chancen – wie in der 12. Minute, als Mina Tanaka ihre Stürmer-Kollegin Milena Nikolic in Szene setzte und steil schickte. Kurz darauf versuchte es die japanische Nationalspielerin selbst aus spitzem Winkel, scheiterte jedoch, wie zuvor Nikolic, an Ersatztorhüterin Kari Närdemann. Wenig später brachte Isabel Kerschowski eine Flanke über die rechte Seite in den gegnerischen Strafraum. Nikolic störte Närdemann und holte immerhin eine weitere Ecke heraus. Dora Zeller war es schließlich, die den Ball nach einem langen Pass endlich im Netz unterbrachte, die Fahne der Linienrichterin ging jedoch in die Höhe. Der nächste Versuch zählte dann aber, als Tanaka, deren erster Abschluss noch abgeblockt wurde, stark nachsetzte und die Kugel schließlich über die Linie schob – 1:0 (39.). Meppen hatte bis dahin lediglich kleine Nadelstiche zu bieten, kam kaum zu Torschüssen. Ausgerechnet in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs gelang den Emsländerinnen der Durchbruch, nach zwei verlorenen Kopfballduellen der Bayer 04-Abwehr zog Jannelle Flaws beherzt ab. Anna Klink war mit den Fingerspitzen noch dran, hatte aber das Nachsehen – 1:1 (45.+2).
Zur zweiten Halbzeit brachte Achim Feifel Sylwia Matysik und Frederike Kempe für Henrike Sahlmann und Gianna Rackow. Zunächst übernahmen die Werkself-Frauen wieder das Kommando, Meppen schien jedoch mit ordentlichem Selbstvertrauen aus der Kabine gekommen zu sein und ließ den Gastgeberinnen durch gutes Positionsspiel nur noch wenige Möglichkeiten. Im Laufe des zweiten Durchgangs wurde die Partie offener und auch Meppen suchte seine Chancen. Bianca Becker etwa setzte den Ball in der 63. Minute nur knapp über den Querbalken. Bayer 04 bemühte sich um einen konstruktiven Spielaufbau, wurde nun aber weitaus früher gestört als zuvor. Fünf Zeigerumdrehungen später gelang es Nikolic, zwei Meppenerinnen zu umspielen. Die 28-Jährige behielt den Überblick und schoss mittig zur erneuten Führung ein – 2:1 (68.).
Feifel brachte für die Schlussphase in Juliane Wirtz (für Kristin Kögel) und Pauline Machtens (für Henrietta Csiszar) noch zwei weitere frische Kräfte – für Machtens war dies der erste Saisoneinsatz –, und die bekamen noch einiges zu tun. Meppen wurde in den letzten Minuten noch mehrmals gefährlich: Eine Ecke ging zunächst knapp am Aluminium vorbei, ehe die eingewechselte Linda Preuß einen Ball in der Tiefe zugespielt bekam und ins linke untere Ecke zum erneuten Ausgleich traf – 2:2 (82.). Die Schlussphase war nicht nur spannend, sondern auch körperbetont. Für hartes Einsteigen gab es einen Freistoß für Bayer 04 – die letzte Leverkusener Möglichkeit durch Isabel Kerschowski blieb jedoch ohne Erfolg und ging in die Arme der SV-Torhüterin, die den letzten gegnerischen Angriff einleitete. Klink musste einen Distanzschuss noch durch eine Parade abwehren und sicherte so zumindest den einen Punkt in der deutlich ausgeglicheneren zweiten Hälfte.
„Wir haben heute nicht das auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen hatten, nämlich den Gegner mit aggressivem Pressing unter Druck zu setzen. Auf die 90 Minuten gesehen war das insgesamt zu wenig, die Ballbesitz-Phasen waren durchzogen von Fehlern. Deswegen ist der Punkt für Meppen auch hochverdient, damit müssen wir dann leben“, äußerte sich Achim Feifel nach der Partie. Kristin Kögel ergänzt: „Wir hatten uns hier mehr erhofft und wollten ganz klar mit drei Punkten aus dem Spiel gehen, dementsprechend sind wir über das Ergebnis natürlich enttäuscht. Wir werden das Ganze nun analysieren, darauf aufbauen und es dann am kommenden Wochenende gegen die Bayern hoffentlich besser machen.“
Der FC Bayern gastiert in zwei Wochen am Pfingstsonntag, 23. Mai, im Ulrich-Haberland-Stadion. Am vorletzten Spieltag werden alle Partien der FLYERALARM Frauen-Bundesliga zeitgleich schon um 13.30 Uhr angepfiffen. Die Partie des Werksklubs wird dann live im Free-TV auf Eurosport und beim Bezahlsender MagentaSport zu sehen sein.
Die Statistik:
Bayer 04: Klink – Kerschowski, Brüggemann, Turanyi, Sahlmann (46. Kempe) – Rackow (46. Matysik), Csiszar (69. Machtens), Kögel (69. Wirtz), Zeller – Tanaka, Nikolic
SV Meppen: Sieger (6. Närdemann) – Weiss, Emmerling, Ihlenburg (73. Jaron), Krug, Schulte, Becker, Berentzen (74. Preuß), Flaws (58. Winczo), Goad, Endemann (58. Josten)
Tore: 1:0 Tanaka (39.), 1:1 Flaws (45.+2), 2:1 Nikolic (68.), 2:2 Preuß (82.)
Gelbe Karte: Preuss
Schiedsrichterin: Mirka Derlin (Bad Schwartau)

Nach der Nominierung für das „Bundesliga Goal of the Year“ 2025 steht der wunderschöne Treffer von Martin Terrier zum 1:0 gegen den 1. FC Köln nun auch zur Auswahl für das „Tor des Monats“ Dezember 2025 der ARD-Sportschau. Bayer 04-Fans können noch bis 10. Januar, 19 Uhr, für den französischen Angreifer abstimmen.
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Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
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Ein torreiches 2025 liegt hinter der Werkself: Los ging's direkt mit einem Blitzstart – Nathan Tella trifft in Dortmund schon nach wenigen Sekunden zum ersten Mal im neuen Fußball-Jahr. Weitere Highlights liefern dann Florian Wirtz, Aleix Garcia, immer wieder Patrik Schick und natürlich Alejandro Grimaldo mit seinen europaweit gefürchteten Freistößen. Die Highlights zum Ende des Jahres: Wichtige Pokal-Treffer von Ibrahim Maza, vielumjubelte Siegtore in Lissabon und Manchester, der Scorpion Kick von Martin Terrier im Derby und als ganz besonderer Abschluss in 2025: Montrell Culbreath aus der U19 mit seinem Treffer zum 3:1-Sieg in Leipzig bei seinem Debüt. Viel Spaß beim Schauen!
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Die fünf beeindruckendsten Tore der Lizenzmannschaft im Jahr 2025. Mit dabei: Alejandro Grimaldo, Patrik Schick und natürlich Martin „Skorpion“ Terrier...
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