
„Wir hatten das Spiel von Anfang an unter Kontrolle und haben auch gut die Räume im Aufbauspiel gefunden“, zeigte sich Robert de Pauw nach dem Spiel zufrieden. „Es war schön, dass wir die Spielerinnen, die uns verlassen, mit einem Erfolgserlebnis verabschieden konnten.“
Eine entspannte Verena Wieder kommentierte ihren Treffer zum 1:0 so: „Wenn ich im Sechzehner so frei zum Abschluss komme, ist es mein Job, auch das Tor zu machen.“ Die 22-Jährige zog auch gleich ein Saisonfazit: „Wir haben 30 Punkte auf dem Konto, ein positives Torverhältnis und zum ersten Mal weniger als 30 Gegentore kassiert. Das sind Dinge, die wir mitnehmen und auf denen wir aufbauen können. In der neuen Saison wollen wir dann den Abstand auf Platz vier reduzieren, dafür haben wir in den vergangenen Wochen den Grundstein gelegt.“
Verzichten musste de Pauw in Bremen auf Caroline Siems (Sehnenprobleme), Clara Fröhlich (krank), Melissa Friedrich, Annika Enderle (beide grippaler Infekt) sowie die angeschlagene Torhüterin Friederike Repohl. Der Bayer 04-Trainer schickte dieselbe Startformation aufs Feld wie in der vergangenen Woche, als seine Mannschaft eine starke Vorstellung beim 0:0 gegen den FC Bayern München gezeigt hatte.

Die Bayer 04-Frauen, die dieses Mal in einer 3-4-2-1-Grundordnung spielten, kamen am Pfingstsonntag bei sommerlichen Temperaturen und vor ansprechender Kulisse gut in die Partie. Schon in der zweiten Minute zog Jill Bayings kraftvoll über die linke Seite auf und davon, schoss dann aber aus etwas spitzem Winkel knapp am rechten Pfosten vorbei. Werder versuchte es kurz darauf in Person von Saskia Matheis mit einem Distanzheber, der jedoch klar das Tor verfehlte (5.). Die Partie gestaltete sich ausgeglichen, Torraumszenen blieben aber erst einmal aus.
Ein schöner Vertikalpass von Sofie Zdebel leitete schließlich die Führung der Gäste aus Leverkusen ein: Verena Wieder und Sylwia Matysik kombinierten per Doppelpass im Bremer Strafraum und Wieder schloss aus 13 Metern halbrechter Position flach und platziert zum 1:0 ins linke Toreck ab (17.). Die Gäste hatten das Spiel gut im Griff, machten die Räume im Mittelfeld eng, standen in der Defensive sehr kompakt und ließen hinten so gut wie nichts zu. Nur bei Ecken sorgten die Bremerinnen ansatzweise für Gefahr.
Zwingender und klarer ging das de Pauw-Team zu Werke. Schade, dass bei einem vielversprechenden Angriff der letzte Pass von Wieder auf Kristin Kögel abgeblockt werden konnte, sonst wäre der Weg für die Bayer 04-Offensivspielerin frei gewesen (35.). Nina Lührßen setzte einen direkten Freistoß für Werder kurz vor dem Halbzeitpfiff noch einmal über das Tordreieck. Dann ging es mit einer verdienten 1:0-Führung für die Leverkusenerinnen in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel kamen beide Mannschaften zunächst kaum noch in die gefährlichen Zonen. Das Geschehen spielte sich vor allem im Mittelfeld ab, Torchancen gab es auf beiden Seiten nur selten. Ein besonderer Moment dann in der 75. Minute: Torhüterin Anne Moll gab ihr Bundesliga-Debüt für Bayer 04, die 18-Jährige ging für Anna Klink zwischen die Pfosten.
Der eingewechselten Milena Nikolic bot sich wenig später die große Gelegenheit, auf 2:0 zu erhöhen. Die 30-Jährige lief nach einem langen Ball allein auf das Bremer Tor zu, scheiterte mit ihrem Schuss aus sechs Metern jedoch an der prächtig reagierenden Werder-Keeperin Lena Pauels (80.), die per Fußabwehr zur Ecke klärte. Der zweite Treffer für Bayer 04 fiel dann aber doch noch: Nach einer Ecke von Jill Bayings stieg Juliane Wirtz am höchsten und machte mit ihrem Kopfball zum 2:0 alles klar (85.). Elisa Senß zwang Pauels kurz darauf mit einem Distanzschuss noch einmal zu einer Glanzparade (86.). Dann war Feierabend auf Platz 11 am Weserstadion.
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Die Statistik:
SV Werder Bremen: Borbe (47. Pauels) – Nemeth, Brandenburg (79. Weiß), Ulbrich – Dieckmann (46. Meyer), Matheis – Keles, Hausicke, Lührßen – Hahn (63. Sanders), Sternad (79. Sehan)
Bayer 04: Klink (75. Moll) – Turanyi, Wirtz, Marti – Matysik, Senß, Zdebel (62. Blagojevic), Arfaoui (62. Fuso) – Kögel (62. Gräwe), Bayings – Wieder (75. Nikolic)
Tore: 0:1 Wieder (17.), 0:2 Wirtz (85.)
Gelbe Karten: Hausicke, Lührßen, Keles – Turanyi, Fuso
Schiedsrichterin: Julia Boike (Altenstadt)
Zuschauer: 1.560 am Platz 11, Weserstadion

Nach dem Wintereinbruch der letzten Wochen wurden alle geplanten Partien der Nachwuchs-Teams im Freien abgesagt. Die meisten Mannschaften waren jedoch ohnehin in der Halle aktiv – und das äußerst erfolgreich: Sowohl die U13 als auch die U16-Juniorinnen gewannen ihre Turniere in Wermelskirchen und auf Schalke. Die U19 landete beim hochkarätigen Mercedes-Benz Junior Cup auf Rang 5 und für die U15 stand beim ebenfalls stark besetzten Pape-Cup in Magdeburg am Ende Platz vier zu Buche – das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
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Enge Tribünen, kleines Feld, laute Fans: Am vergangenen Wochenende trat die U19 von Bayer 04 im Sindelfinger Glaspalast auf dem renommierten Mercedes-Benz Junior Cup 2026 an, der seit über 30 Jahren Topklubs aus dem In- und Ausland anzieht. Über zwei Turniertage duellierte sich der älteste Nachwuchs-Jahrgang des Werksklubs, feierte dabei Siege unter anderem gegen den 1. FC Köln und den FC Bayern München. Am Ende stand der 5. Platz zu Buche. Simone Cannizzaro aus der Leverkusener U17 wurde seinerseits als bester Torschütze des Turniers ausgezeichnet.
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Bayer 04-Fans aufgepasst: Beim Heimspiel in der UEFA Champions League gegen den FC Villarreal am 28. Januar (Anstoß: 21 Uhr) haben Werkself-Anhänger die Möglichkeit, das Spiel aus einer anderen Perspektive zu verfolgen. Aufgrund zurückgegebener Kontingente des Gastklubs wird der Auswärts-Stehblock zum Heimbereich. Tickets sind seit Montag, 12. Januar, für Jedermann erhältlich. Alle Infos.
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Es war ein gebrauchter Samstagabend. Die Werkself unterlag zum Start ins neue Jahr am 16. Bundesliga-Spieltag 2025/26 gegen den VfB Stuttgart 1:4. Ein Ergebnis, das bei Spielern wie Fans gleichermaßen für enttäuschte Gesichter sorgte. „Wir haben ohne Leidenschaft gespielt“, stellte etwa Alejandro Grimaldo im Anschluss ehrlich fest. Mitspieler Jarell Quansah zeigte sich noch selbstkritischer, betonte: „Wir waren Meilen von einer guten Leistung entfernt. Vor allem vor unseren Fans hier im eigenen Stadion kannst du so eine Leistung nicht zeigen. Da müssen wir uns, um ehrlich zu sein, entschuldigen.“ Alle Aussagen sowie Zahlen und Fakten zum Duell mit dem VfB Stuttgart liefert der Werkself Nachdreher.
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