1:4 – Werkself-Frauen verlieren gegen Wolfsburg

Trotz einer couragierten Leistung verloren die Bayer 04-Frauen am 14. Spieltag der FLYERALARM Frauen-Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg mit 1:4 (0:2). Nachdem Jill Bayings in der Anfangsphase die große Chance zur Führung vergeben hatte, schlugen die Wölfinnen durch die Nationalspielerinnen Alexandra Popp (2), Jule Brand und Tabea Waßmuth zu. Lilla Turányi gelang mit der letzten Spielaktion noch das 1:4 (90.+3).
crop_20230312_NB_B04_Frauen_vs_Wolfsburg_65868.jpg

Vor dem Anpfiff im Ulrich-Haberland-Stadion waren die Rollen klar verteilt: „Wir haben in diesem Duell nichts zu verlieren und müssen an uns glauben“, hielt Robert de Pauw vor der Partie fest. Die Wölfinnen hingegen waren von den Bayern nach deren Sieg gegen den MSV Duisburg (4:0) auf Platz 2 verdrängt worden. Klar, dass die Gäste aus der Autostadt, die am vergangenen Wochenende überraschend ihre erste Saisonniederlage einstecken mussten (1:2 gegen die TSG Hoffenheim), mit einem Erfolg in Leverkusen zurück an die Spitze wollten.

Personell musste de Pauw nach wie vor auf Milena Nikolić (wieder im Mannschaftstraining), Ivana Ferreira Fuso (Innenmeniskus-Quetschung) und Caroline Siems (Sehnenprobleme) verzichten. Im Vergleich zum Derby in Köln am vergangenen Wochenende nahm der Bayer 04-Coach nur eine Veränderung in der Startformation vor: Für Eva van Deursen rückte Kristin Kögel ins Team.

Jill Bayings hat die Führung auf dem Fuß

Die erste ganz dicke Chance im Spiel besaßen die Gastgeberinnen. Nach feinem Steilpass von Elisa Senß lief Jill Bayings völlig frei auf Wolfsburgs Torhüterin Merle Frohms zu, blieb dann aber im Eins-gegen-Eins zunächst an dieser hängen. Zwar schoss Bayings die Kugel dann doch noch ins Tor, aber die Unparteiische pfiff die Situation ab, weil Frohms die Hände am Ball gehabt hatte (4.). Schade, denn das hätte eigentlich die Führung für die Leverkusenerinnen sein müssen.

Doppelschlag der Wölfinnen durch Popp

Das de Pauw-Team stand sehr kompakt und gut gestaffelt in der Defensive und zeigte auch nach vorne einige vielversprechende Ansätze. Aber dann stellten die Wölfinnen ihre brutale Effektivität unter Beweis: Nach einer Flanke von Lena Lattwein setzte sich in der Mitte Alexandra Popp im Kopfballduell durch und erzielte aus sechs Metern die 1:0-Führung für die Gäste (13.). Eva Pajor hatte Bayer 04-Torhüterin Friederike Repohl bei diesem Treffer noch entscheidend irritiert. Gleich die erste Chance ein Treffer. Nur drei Minuten später gleich der nächste Schlag für die ganz in Rot spielenden Leverkusenerinnen. Einen perfekten Angriff über die rechte Seite schloss nach Flanke von Svenja Huth erneut VfL-Torjägerin Popp mit einem wuchtigen Kopfball aus zehn Metern zum 0:2 ab (16.). Es war der zehnte Saisontreffer der Nationalspielerin.

Der Meister aus Wolfsburg bestimmte nun das Spiel, ließ den Ball durch die eigenen Reihen zirkulieren, biss sich aber an energisch und intelligent verteidigenden Werkself-Frauen oft die Zähne aus. Bei den Gastgeberinnen blieben Entlastungsversuche oft im Ansatz stecken. Glück für Bayer 04, dass Jill Roord aus 16 Metern nur den linken Pfosten traf (35.). Ansonsten gab es auf Seiten der Wölfinnen aber kaum zwingende Aktionen. Mit dem 0:2 ging es in die Pause.

20230312_NB_B04_Frauen_vs_Wolfsburg_65870.jpg

Auch in der zweiten Hälfte änderte sich nicht viel am Bild: Wolfsburg dominierte, kam aber gegen tief stehende Gastgeberinnen selten durch. Die couragierten Werkself-Frauen wollten hin und wieder Nadelstiche setzen, spielten jedoch ihre Angriffe oft nicht konzentriert und konsequent genug zu Ende. Anders die Gäste: Als die Bayer-Defensive nach einer scharfen Hereingabe von links den Ball nicht aus der Gefahrenzone schlagen konnte, war Wolfsburgs Jule Brand zur Stelle und drückte aus kurzer Distanz zum 0:3 ein (66.). Damit war die Partie entschieden. Tabea Waßmuth schraubte das Ergebnis zwölf Minuten später auf 4:0 für die Wölfinnen (78.).

Lilla Turányi trifft per Kopf

Mit der letzten Aktion des Spiels gelang den Gastgeberinnen schließlich noch der Ehrentreffer. Nach einem Eckball von Elisa Senß schraubte sich Lilly Turányi am höchsten und köpfte aus vier Metern zum 1:4 ein (90.+3). Mit dem Sieg in Leverkusen kehrten die Wölfinnen wieder an die Tabellenspitze zurück. Bayer 04 bleibt Sechster.
Trainer Robert de Pauw sagte nach dem Abpfiff: „Wir haben versucht, die Räume eng und es ihnen so schwer wie möglich zu machen. Aber das Tempo vom VfL ist brutal, die haben vorne so viel Qualität. Wenn du etwas tiefer stehst wie wir heute, dann hast du eben das Problem Popp. Und wenn du Flanken zulässt, dann ist sie einfach da. Am Ende hat die bessere Mannschaft gewonnen." 
Kapitänin Elisa Senß analysierte: „Wir hätten vielleicht noch enger stehen und schneller verschieben müssen. Wären wir mit 1:0 in Führung gegangen, hätte uns das natürlich in die Karten gespielt und der Druck auf Wolfsburger Seite wäre noch höher gewesen. Merle Frohms war in dieser engen Situation auf jeden Fall mit den Händen am Ball, also müssen wir die Schiedsrichter-Entscheidung letztlich akzeptieren. Dass uns am Ende nach einem Standard, mit denen wir uns im Training immer intensiv beschäftigen, noch ein Treffer gelang, freut uns natürlich.“

Hier geht's zur TV-Zusammenfassung des Spiels!

Am Sonntag zu Gast beim SV Meppen

In der Liga steht für die Werkself-Frauen am kommenden Sonntag, 19. März, das Auswärtsspiel beim Tabellenachten SV Meppen auf dem Programm. Die Partie wird um 16 Uhr angepfiffen.  

Die Statistik:

Bayer 04: Repohl – Ostermeier, Friedrich, Turányi, Marti (89. Blagojević) – Gräwe – Emmerling (64. Matysik), Bayings, Senß, Kögel (75. van Deursen) – Arfaoui (64. Bücher)

VfL Wolfsburg: Frohms – Wilms (71. Wedemeyer), Hendrich, Janssen, Rauch – Oberdorf (71. Jonsdottir), Lattwein (64. Waßmuth) – Roord (64. Brand), Huth, Popp (83. Demann) - Pajor

Tore: 0:1 Popp (13.), 0:2 Popp (16.), 0:3 Brand (66.), 0:4 Waßmuth (78.), 1:4 Turányi (90.+3)

Schiedsrichterin: Melissa Joos (Echterdingen)

Zuschauer: 1.476 im Ulrich-Haberland-Stadion

Ähnliche News

Ida Daedelow
Frauen - 17.06.2026

Ida Daedelow wechselt zum VfL Bochum 1848

Nach acht Jahren wird Ida Daedelow Bayer 04 Leverkusen verlassen. Die 18-Jährige, deren ursprünglicher Vertrag noch bis 2027 lief, wechselt zum Zweitligisten VfL Bochum 1848.

Mehr zeigen
U13 Meister 2025/26
Jugend - 17.06.2026

In Laterkusen-Manier: U13 kürt sich zum Westdeutschen Meister!

Laterkusen hat wieder zugeschlagen! Dank des späten 2:1-Siegtreffers im Duell mit Fortuna Düsseldorf am Dienstagabend hat sich die U13 von Bayer 04 den Titel im WDFV Junioren-Nachwuchs-Cup gesichert.

Mehr zeigen
Die Trainer-Konstellationen 2026/27 im Aufbaubereich
Jugend - 16.06.2026

Nachwuchs: Die Trainer-Konstellationen 2026/27 im Aufbaubereich

Wie im Leistungsbereich (U19-U16) baut Bayer 04 auch im Aufbaubereich zur Saison 2026/27 auf vertraute Gesichter in teils neuen Konstellationen sowie auf neue Impulse in den Trainerteams. Die Übersicht zu den Altersklassen U15 bis U11.

Mehr zeigen
vor den Fans
Nachhaltigkeit - 15.06.2026

Auktion zum Saisonende für den guten Zweck

Bayer 04-Fans können ab sofort und noch bis zum kommenden Freitag, 19. Juni, einige Matchworn-Kleidungsstücke, die die Werkself in der Saison 2025/26 getragen hat, ersteigern. Das Gute daran: Der Erlös aller Teile fließt in das Recycling-Projekt Green Mining in São Paulo, an dem Bayer 04 und die nachhaltige Organisation Plastiks bereits seit zwei Jahren erfolgreich zusammenarbeiten.

Mehr zeigen
Ibrahim Maza ist Bayer 04-„Spieler der Saison“ 2025/26
Bayer 04 - 15.06.2026

Bayer 04-„Spieler und Spielerin der Saison“ 2025/26: Maza und Fudalla gewinnen

Die Fans haben entschieden: Ibrahim Maza ist zum Bayer 04-„Spieler der Saison“ 2025/26 gewählt worden. Der 20-Jährige setzte sich bei der vom Werksklub jährlich ausgerichteten Wahl mit mehr als einem Drittel aller Stimmen durch. Vanessa Fudalla ist ihrerseits von den Fans zur Bayer 04-„Spielerin der Saison“ 2025/26 gewählt worden. Sowohl für Maza als auch für Fudalla war die zurückliegende Spielzeit die erste in Diensten der Werkself gewesen.

Mehr zeigen