
„Wir waren in der zweiten Halbzeit klar am Drücker und hatten genügend Chancen auf den Ausgleich“, sagte Kapitänin Elisa Senß nach der Partie. „Leider haben wir durch individuelle Fehler in der Anfangsphase zwei Dinger kassiert, das sind einfache Tore, die einfach nicht passieren dürfen, wenn wir weiter oben mitspielen wollen. Am Ende hat es dann leider nicht mehr gereicht.“
Im Duell mit dem Tabellenfünften musste Robert de Pauw am Freitagabend wieder einige Ausfälle verkraften: In Verena Wieder, Milena Nikolić, Melissa Friedrich, Ivana Fuso, Sylwia Matysik sowie Lara Marti waren gleich sechs Stammkräfte nicht mit dabei. Auch Torhüterin Anna Klink stand aufgrund von Rückenproblemen nicht im Kader. Für sie rückte Charlin Lazauskas aus der U23 auf die Bank. So vertraute der Bayer 04-Coach im Dietmar-Hopp-Stadion exakt derselben Startformation wie beim 6:0-Sieg gegen die SGS Essen.
Und das de Pauw-Team begann auch in Sinsheim bei strömendem Regen stark, stand sehr hoch, ging früh ins Pressing und eroberte sich so viele Bälle.
Die erste dicke Chance aber hatten die Gastgeberinnen: Nicole Billa war nach einem Steckpass frei vor Frederike Repohl zum Abschluss gekommen, scheiterte jedoch aus wenigen Metern an der Werkself-Torhüterin (11.). Eine Minute später dann doch die Führung für die Hoffenheimerinnen. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld und schnellem Umschaltspiel lief Gia Corley alleine auf Repohl zu und lupfte den Ball über sie zum 1:0 ins Netz (12.).
Die Gäste ließen sich nicht entmutigen, machten weiter Druck – ermöglichten dynamischen Kraichgauerinnen allerdings auch einige Tempo-Gegenstöße, weil sie hinten zuweilen sehr offen standen. Glück für Schwarz-Rot, dass sich Corley bei einem Konter etwas zu weit nach außen abdrängen ließ (15.).
Auch dem zweiten Treffer der Blau-Weißen ging ein robuster Ballgewinn auf der rechten Seite voraus. Julia Hickelsberger luchste Amira Arfaoui kurz hinter der Mittellinie energisch die Kugel ab, marschierte auf und davon, legte in die Mitte auf Ereleta Memeti und die Stürmerin schoss platziert ins rechte untere Eck zum 2:0 ein (22.).
Auf der Gegenseite fast der Anschlusstreffer, als Arfaouis Schuss aus sieben Metern noch von einer Hoffenheimerin abgefälscht wurde und TSG-Keeperin Martina Tufekovic sich ganz lang machen musste, um den Ball zu entschärfen (26.). Immer wieder aber kamen auch die Gastgeberinnen mit ein, zwei Pässen in die Tiefe gefährlich vors Leverkusener Tor. So vergab Hickelsberger zwei weitere gute Möglichkeiten, das Ergebnis höher zu schrauben.
Es war viel Tempo im Spiel, beide Teams suchten den schnellen Weg nach vorne. Auch die TSG stand in der Defensive nicht immer stabil. Dennoch: Die 2:0-Halbzeitführung der Hoffenheimerinnen ging in Ordnung, weil sie die gefährlichere und effizientere Mannschaft waren.
Auch zu Beginn der zweiten Hälfte eroberten sich die Schwarz-Roten gleich wieder einige Bälle, konnten daraus aber zunächst kein Kapital schlagen. Zwingender blieb erst einmal das Team aus Sinsheim. Nach einer Ecke prüfte Corley Bayer 04-Torhüterin Repohl mit einem scharfen Schuss aus 15 Metern (47.). Nicole Billa vergab kurz darauf die nächste Chance nach einer Flanke aus kurzer Distanz.
Aber auch die Werkself-Frauen zeigten weiterhin eine sehr couragierte Leistung. Und wurden immer stärker. Schade, dass Kristin Kögel nach einem Konter knapp im Abseits stand, so dass ihr Treffer nicht anerkannt wurde (54.). Wenig später fehlte bei einem Schuss von Alexandra Emmerling aus halblinker Position nicht viel (56.). Die Gäste blieben konsequent im Pressing – und belohnten sich nach einer Stunde endlich für ihren hohen Einsatz. Nach einem genialen Steckpass von Elisa Senß in den Strafraum umkurvte Amira Arfaoui noch TSG-Keeperin Tufekovic und schob zum 1:2-Anschlusstreffer ein (61.).
Das de Pauw-Team blieb dran, setzte die TSG immer wieder unter Druck und absolvierte läuferisch und kämpferisch ein enormes Pensum. Elisa Senß versuchte es mal aus der zweiten Reihe – Tufekovic parierte (69.). Jill Bayings verfehlte den Kasten aus 17 Metern (70.). Die Schwarz-Roten fighteten, zeigten auf tiefem Boden unermüdlichen Einsatz und dominierten die Partie jetzt klar. Schüsse von Alexandra Emmerling und der bärenstarken Elisa Senß wurden noch von Hoffenheimerinnen abgeblockt (76). Von der TSG war in dieser Phase offensiv nichts mehr zu sehen. Die Werkself-Frauen gingen auf den Ausgleich, immer wieder angetrieben von Kapitänin Elisa Senß.
Doch kurz vor dem Abpfiff machten die Gastgeberinnen nach einem ihrer wenigen Angriffe in der zweiten Halbzeit den Deckel drauf, als die kurz zuvor eingewechselte Vanessa Leimenstoll nach einem langen Freistoß und einer Kopfballverlängerung zum entscheidenden 3:1 traf (89.). Schade, denn aufgrund einer famosen zweiten Hälfte wäre in Sinsheim ein Punkt für Schwarz-Rot verdient gewesen.
Hier geht's zur TV-Zusammenfassung des Spiels!
Schon in gut zwei Wochen, am Sonntag, 20. November (Anstoß 13 Uhr), tritt das Team von Robert de Pauw im Achtelfinale des DFB-Pokals erneut bei der TSG 1899 Hoffenheim an.
Die Statistik:
Hoffenheim: Tufekovic – Linder, Feldkamp, Hagel, Naschenweng – Corley (67. Dongus), Harsch, Hartig (79. de Caigny) – Hickelsberger (88. Leimenstoll), Billa (67. Kössler), Memeti (67. Krumbiegel)
Bayer 04: Repohl – S. Ostermeier, Fröhlich, Turanyi, Emmerling – Senß, Wirtz – Siems, Bayings, Kögel (72. Zdebel) – Arfaoui (82. Enderle)
Tore: 1:0 Corley (12.), 2:0 Memeti (22.), 2:1 Arfaoui (61.), 3:1 Leimenstoll (89.)
Gelbe Karten: Harsch - Kögel, Fröhlich, Emmerling
Schiedsrichterin: Mirka Derlin (Bad Schwartau)
Zuschauer: 661 in Sinsheim

Werkself-Profi Montrell Culbreath und Bayer 04-Leihgabe Francis Onyeka gehören zum finalen Aufgebot Deutschlands für die U19-Europameisterschaft im Sommer. Das Nationenturnier findet vom 24. Juni bis 12. Juli in Wales statt.
Mehr zeigen
Erfolgreiche Wochen für die U15 von Bayer 04! Nach ihren zwei überzeugenden Turniersiegen sicherten sich die Leverkusener Junioren am vergangenen Sonntag im abschließenden Ligaspiel der Saison auch die Meisterschaft in der Regionalliga West. Ihre Duelle erfolgreich gestalten konnten außerdem die U16 und die U13 sowie die U16-Juniorinnen. Das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
Mehr zeigen
Die obligatorischen Unterschrifts- und Handshake-Aufnahmen, das erste Mal BayArena und eine Pressekonferenz zur Vorstellung! Der neue Trainer Carles Martínez startet in seinen ersten Tag in Leverkusen, wird nach der Ankunft am Flughafen im Stadion von Fernando Carro, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bayer 04, und Geschäftsführer Sport Simon Rolfes in Empfang genommen. Nach seinen ersten Schritten durch die BayArena geht es zur Pressekonferenz, auf der Carles Martínez mit voller Vorfreude über seine neue Aufgabe spricht. Tag eins von Carles Martínez in Leverkusen.
Mehr zeigen
Carles Martínez brennt für seine neue Aufgabe: Der 42-Jährige spricht in seinem ersten Interview in Leverkusen über die bisherige Entwicklung des Klubs und wie er daran anknüpfen will. Er beschreibt seine bisherige Arbeit in Frankreich, Kuwait, Katar und seiner Heimat Barcelona, seine Erfahrung bei der Entwicklung junger Spieler und die wichtigsten Schritte bis zum Start der Trainingsarbeit in Leverkusen.
Mehr zeigen
Die Planungen von Bayer 04 für die Sommer-Vorbereitung 2026/27 nehmen weiter Formen an. Mitte Juli startet die Werkself mit dem Trainingsauftakt in die neue Saison. Den Höhepunkt bildet die offizielle Saisoneröffnung am 8. August in der BayArena inklusive Testspiel gegen den FC Sevilla aus Spanien. Vergleiche auf nationaler Ebene führen ins benachbarte Monheim sowie nach Offenbach und Jena.
Mehr zeigen