
„Ich bin super stolz auf die Mannschaft, dass wir heute endlich mal unsere Chancen verwerten konnten“, strahlte Doppeltorschützin Caro Siems nach dem Abpfiff. „Und es freut mich umso mehr, dass mir gleich zwei Tore gelungen sind.“ Auch Cheftrainer Robert de Pauw zeigte sich „sehr zufrieden mit unserer Leistung heute, vielleicht hätten wir am Ende sogar noch ein oder zwei Tore mehr schießen können. Aber ein 6:0 ist natürlich nicht schlecht“.
Die personelle Situation vor der Partie blieb angespannt: Milena Nikolić, Melissa Friedrich, Lara Marti, Ivana Fuso, Verena Wieder und Sylwia Matysik fehlten verletzungsbedingt. Im Vergleich zum Spiel in Freiburg nahm de Pauw zwei Veränderungen vor: Anstelle von Dina Blagojević und Chiara Bücher standen Alexandra Emmerling und Amira Arfaoui in der Startelf. Eine besondere Partie war es heute für Elisa Senß, Selina Ostermeier und Jill Bayings – alle drei waren erst im Sommer von der SGS Essen nach Leverkusen gewechselt.
Das Spiel nahm nach einer ereignisarmen Anfangsphase nach einer Viertelstunde Fahrt auf. Ein energischer Vorstoß über die linke Seite von Kapitänin Elisa Senß leitete die erste große Chance für die Gastgeberinnen ein. Ihre scharfe Hereingabe konnte Essens Torhüterin Sophia Winkler nicht unter Kontrolle bringen, Caro Siems legte die Kugel aber etwas zu ungenau für Amira Arfaoui auf, so dass Winkler im letzten Moment die Situation entschärfen konnte (15.). Die Leverkusenerinnen blieben die deutlich aktivere Mannschaft. Nach einem klasse Pass von Kristin Kögel auf Jill Bayings hatte die Niederländerin schon die weit herausgeeilte Essener Keeperin umspielt, war allerdings dabei etwas zu weit nach außen abgedrängt worden und traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz (23.).
Von Essen war in der Offensive wenig zu sehen. Nur einmal musste Bayer 04-Torhüterin Friederike Repohl eingreifen, hielt den abgefälschten Distanzschuss von Ramona Maier aber ohne Mühe (26.). Die Werkself-Frauen mit viel mehr Ballbesitz und einigen vielversprechenden Angriffen, die oft von der sehr fleißigen Elisa Senß initiiert wurden. So auch in der 36. Minute, als nach einer schönen Kombination über die Kapitänin, Kristin Kögel und Amira Arfaoui in der Mitte Jill Bayings den Ball aus kurzer Distanz übers Tor schoss (36.).
Fünf Minuten später belohnten sich die ganz in Weiß spielenden Gastgeberinnen endlich für ihr großes Engagement. Wie so oft ging es schnell über die linke Seite, Kristin Kögel setzte Caroline Siems mit einem präzisen Diagonalpass ein und die 23-Jährige behielt vor dem Essener Tor kühlen Kopf, netzte aus sieben Metern zum 1:0 ins kurze Eck ein (41.). Zwei Minuten danach eine ähnliche Ausgangssituation: Wieder ein schneller Vorstoß über links, diesmal bediente Amira Arfaoui die in der Mitte durchgestartete Siems, die den Ball aus 17 Metern herrlich ins linke Kreuzeck zirkelte (43.). Mit der hochverdienten Zwei-Tore-Führung ging es in die Pause.
Würden die Gäste in den zweiten 45 Minuten mehr investieren? Sie versuchten es, wurden aber schnell kalt erwischt. Nach einer tollen Balleroberung von Jill Bayings zog die Mittelfeld-Akteurin mit links aus 16 Metern ab, Winkler konnte die Kugel nur nach außen abwehren, wo Amira Arfaoui lauerte und aus drei Metern zum 3:0 einschob (50.). Die Werkself-Frauen machten da weiter, wo sie in der ersten Hälfte aufgehört hatten. Und legten nur wenig später eindrucksvoll nach: Arfaoui setzte sich technisch stark in Rechtsaußenposition durch, ihr Pass in die Mitte wurde von Kristin Kögel auf Juliane Wirtz abgelegt, und die wiederum bediente die völlig freistehende Alexandra Emmerling. Aus kurzer Distanz vollendete die 23-Jährige zum 4:0 (53.). Was für ein Auftakt im zweiten Durchgang für die Gastgeberinnen.
Und die Werkself-Frauen ließen nicht locker. Kögel nutzte einen Abspielfehler von Essens Torhüterin Winkler, traf mit links flach ins rechte Eck zum 5:0 (66.). Vier Minuten später durfte auch Kögel ihren Doppelpack schnüren, als sie einen feinen Pass von Elisa Senß aus spitzem Winkel zum 6:0 verwertete (70.). In der Schlussphase hätten Juliane Wirtz und Annika Enderle bei weiteren guten Chancen das Ergebnis sogar noch höherschrauben können.
Mit ihrem dritten Saisonsieg kletterten die Leverkusenerinnen in der Tabelle auf Platz 6 und stehen damit nur einen Punkt hinter dem Fünften TSG 1899 Hoffenheim und drei Zähler hinter dem Vierten SC Freiburg.
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Am kommenden Freitag geht es für Werkself-Frauen am 7. Spieltag der FFBL zum Tabellennachbarn TSG 1899 Hoffenheim. Die Partie wird am 4. November um 19.15 Uhr angepfiffen. Gut zwei Wochen später, am Sonntag, 20. November (Anstoß: 13 Uhr), tritt das Team von Robert de Pauw im Achtelfinale des DFB-Pokals erneut in Sinsheim an.
Die Statistik:
Bayer 04: Repohl – S. Ostermeier, Fröhlich, Turanyi, Emmerling (66. Eickmann) – Senß (88. Gräwe), Wirtz – Siems (65. Blagojević) , Bayings, Kögel (73. Zdebel) – Arfaoui (73. Enderle)
SGS Essen: Winkler – Sterner, Meißner, Räcke, Touon (60. Edwards) – Pfluger (46. Elmazi), L. Ostermeier (86. Kowalski), Rieke (69. Debitzki) – Berentzen, Endemann, Maier
Tore: 1:0 Siems (41.), 2:0 Siems (43.), 3:0 Arfaoui (50.), 4:0 Emmerling (53.), 5:0 Kögel (66.), 6:0 Kögel (70.)
Gelbe Karten: Pfluger, L. Ostermeier
Schiedsrichterin: Kathrin Heimann (Gladbeck)
Zuschauer: 554 im Ulrich-Haberland-Stadion

7:0-Führung, und dann ein Unwetter: Am vergangenen Mittwoch endete in Eschweiler nach knapp 40 Minuten das Spiel der Bayer 04-Traditionsmannschaft gegen die Altherren des SC Berger Preuß beim Stand von 7:0, weil ein Gewitter aufgezogen war. In Folge eines Hagelschauers einigten sich beide Teams, das Spiel zu beenden, um Verletzungsrisiken auszuschließen. Mit von der Partie in Eschweiler war unter anderem Bayer 04-Geschäftsführer Sport Simon Rolfes.
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