
„In der zweiten Hälfte waren wir ziemlich nahe dran, uns hat leider das letzte Quäntchen Glück im Strafraum gefehlt“, sagte Bayer 04-Trainer Achim Feifel nach dem Abpfiff. „Hätten wir den Anschlusstreffer erzielt, wäre heute etwas drin gewesen. Trotzdem kein Vorwurf an meine Mannschaft.“
Erneut war die Verletztenliste auf Seiten der Leverkusenerinnen lang. Neben Verena Wieder (Kreuzbandriss), Sylwia Matysik (Innenbandverletzung am Knie), Dina Blagojević (Aufbautraining), Lara Marti (Muskel-Sehnen-Verletzung) und Chiara Bücher (Knieverletzung) musste am Sonntag auch Dóra Zeller corona-erkrankt passen.

Milena Nikolić befand sich noch in Corona-Quarantäne. Im Vergleich zum 1:1 im Derby gegen den 1. FC Köln nahm Achim Feifel zwei Änderungen vor. Für Zeller und Amira Arfaoui, die diesmal zunächst auf der Bank Platz nahm, begannen Henrike Sahlmann und Annika Enderle in der Startformation.
Die TSG musste die Partie unbedingt gewinnen, wenn sie sich die Chance auf einen Champions-League-Platz bewahren wollte. So nahm der Tabellenfünfte aus Sinsheim von Beginn an das Heft in die Hand und ging gleich nach seinem ersten gut vorgetragenen Angriff über die linke Seite durch Chantal Hagel in Führung, die Anna Klink aus neun Metern mit einem platzierten Schuss ins rechte Eck keine Abwehrchance ließ (7.).
Nur eine Minute später versuchte es Lisanne Gräwe mit einem Distanzschuss und brachte die Gäste-Torhüterin Martina Tufekovic damit fast in Verlegenheit, die den Ball nur mit Mühe entschärfen konnte (8.).
Die Sinsheimerinnen danach zwar mit deutlich mehr Ballbesitz und mehr Zug zum Tor. Dennoch ließen die Werkself-Frauen zunächst keine weiteren größeren Chancen zu. Das Feifel-Team stand hinten über weite Strecken der ersten Hälfte kompakt, leistete sich in der 37. Minute allerdings einen Fauxpas. Ein Rückpass von Henrike Sahlmann geriet viel zu kurz, Chantal Hagel nahm dankend an und schob zur 2:0-Führung der Gäste ein (37.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte Sarai Linder das 0:3 auf dem Fuß, verzog aber aus kurzer Distanz (45.). Die Halbzeit-Führung für die dominierende TSG war verdient, die Gastgeberinnen konnten sich im Spiel nach vorne kaum in Szene setzen.
Achim Feifel reagierte und verstärkte in der zweiten Hälfte die Offensive, Amira Arfaoui kam für Henrike Sahlmann in die Partie, Clara Fröhlich rückte in die Viererkette. Bayer 04 jetzt im 4-3-3 viel besser im Spiel. Annika Enderle kam nach einem Konter zu einem ersten Abschluss, ihr Schuss aus 16 Metern verfehlte das Tor aber deutlich (55.). Die Werkself-Frauen kombinierten sich nun gut durchs Mittelfeld und waren deutlich präsenter. Melissa Friedrich setzte einen Freistoß etwas zu hoch an (63.), Arfaoui machte ordentlich Betrieb auf der rechten Seite. Die Gastgeber agierten nun mutiger und hatten mehr Zugriff aufs Spiel. Richtig gefährlich wurde es vor dem Hoffenheimer Tor allerdings zunächst nicht. Die beste Chance bot sich der eingewechselten Julia Pollak, die nach einer Flanke von Kristin Kögel und einem Fehler von TSG-Torhüterin Tufekovic an den Ball kam, ihr Schuss konnte aber abgeblockt werden (74.). Die Bayer 04-Frauen hielten weiterhin kämpferisch und läuferisch gut dagegen, kamen aber zu keinen Tor-Möglichkeiten mehr.

In der Nachspielzeit wusste sich Lilla Turanyi bei einem letzten Angriff der Gäste nur noch mit einem Foul im Strafraum zu helfen, die Abwehrspielerin der Gastgeber sah dafür die Gelb-Rote Karte, Chantal Hagel verwandelte den fälligen Elfmeter mit ihrem dritten Treffer zum 3:0 für die TSG (90.+3).
„Wenn wir das wichtige Spiel im Pokal gegen Potsdam mit dem Mut und der Aggressivität angehen, wie wir es heute in der zweiten Halbzeit getan haben, ist mir nicht bange“, warf Feifel schon mal einen Blick voraus auf den 18. April. Am Ostermontag geht es für die Werkself-Frauen nämlich mit dem DFB-Pokal-Halbfinale gegen den 1. FFC Turbine Potsdam weiter. Die Partie im Ulrich-Haberland-Stadion wird um 18.30 Uhr angepfiffen.
In der FLYERALARM Frauen-Bundesliga tritt das Feifel-Team dann wieder am Sonntag, 24. April (Anstoß: 13 Uhr), bei Eintracht Frankfurt an.
Die Statistik:
Bayer 04: Klink – Sahlmann (46. Arfaoui), Turanyi, Friedrich, Siems – Fröhlich (78. Brüggemann), Gräwe (87. Zdebel), Wirtz, Pando (70. Wich) – Enderle (70. Pollak), Kögel
Hoffenheim: Tufekovic – Linder (89. Steiner), Degen (74. Fühner), Naschenweng, Bühler – Feldkamp (81. Diehm), Harsch, Hagel – Brand, De Caigny (90. Alber)
Tore: 0:1 Hagel (7.), 0:2 Hagel (37.), 0:3 Hagel (90.+3/FE)
Gelb-Rote Karte: Turanyi (90.+3)
Schiedsrichterin: Kathrin Heimann (Gladbeck)
Zuschauer: 183

Ein Überblick über die Ticket-Verkäufe zu den Heim- und Auswärtsspielen der Werkself in allen Wettbewerben.
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Werkself-TV zeigt nach dem 0:1 beim 1. FC Union Berlin am 23. Bundesliga-Spieltag die Pressekonferenz mit den beiden Trainern Steffen Baumgart und Kasper Hjulmand...
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Zweiter Sieg im zweiten Heimspiel: Am 3. Spieltag der Hauptrunde in Liga A der DFB-Nachwuchsliga hat die U19 von Bayer 04 den 1. FC Nürnberg 2:0 (0:0) bezwungen. Jeremiah Mensah (69.) per Strafstoß sowie Axel Tape (72.) nach einem sehenswerten Sololauf erzielten die Tore für das Team von Trainer Kevin Brok, dessen Mannschaft nach drei Spieltagen nun sieben Punkte auf dem Konto hat.
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Nach dem 2:0-Sieg bei Olympiakos Piräus wartet am Samstagnachmittag, 21. Februar (Anstoß: 15.30 Uhr), in Berlin-Köpenick wieder der Bundesliga-Alltag auf die Werkself. Dort treffen Leverkusener, die gerne die Spielkontrolle an sich reißen, auf einen 1. FC Union Berlin, der lieber gegen den Ball arbeitet und schnell umschaltet. Entsprechend liegen den Eisernen eigentlich spielstarke Top-Teams, in 16 Partien gewannen die Berliner jedoch erst einmal gegen Schwarz-Rot. Zudem kann die zuletzt starke Werkself-Defensive die fünfte Weiße Weste des Kalenderjahres sammeln, muss aber insbesondere bei Standards höllisch aufpassen. Die Kurzpässe.
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