
Der Mann hat als Head of Controlling bei Bayer Kansas City einen anstrengenden Job. Wäre schön, wenn er sich am Wochenende mal ausschlafen könnte. Aber an einem normalen Samstag ist das für Witali Grabowski selten möglich. Denn als zum Beispiel die Partie der Werkself gegen den 1. FC Union Berlin um 15.30 Uhr in der BayArena angepfiffen wird, sitzt Witali mit Ehefrau Andrea und den Söhnen Jonas und Nikolai schon am Frühstückstisch vor dem Fernseher. Im Mittleren Westen der USA ist es jetzt 8.30 Uhr, sieben Stunden früher. Macht aber nix, die Grabowskis sind trotzdem schon auf Betriebstemperatur und fiebern dem Spiel entgegen.
Im Juli 2018 ist die Familie aus Burscheid nach Overland Park, wenige Kilometer südlich von Kansas City, gezogen. Eine ihrer ersten Investitionen: ein Bundesliga-Abo für 190 Dollar pro Jahr, damit Witali keine Partie von Bayer 04 verpasst. Vor dem Bildschirm trägt er das neue Heimtrikot, das ihm die ehemaligen Kollegen vom Bayer-Standort Monheim zu seinem 40. Geburtstag in die Staaten geschickt haben. Draußen vor dem Haus weht die Bayer 04-Fahne im Wind. Als Fan der Werkself lebt Witali in Kansas in der Diaspora. Es gibt selbst unter seinen Kollegen keinen, der seine Leidenschaft für Schwarz-Rot teilt. Und kaum ein Amerikaner wisse, dass zum Unternehmen auch ein Fußballverein gehört. „Nur die Mexikaner, von denen es hier viele gibt, kennen Bayer 04 sehr gut und schätzen den Klub - was sicher auch auf Chicharito zurückzuführen ist“, erzählt Witali, zu dessen eigenen Helden Spieler wie Bum-kun Cha und der Brasilianer Paulo Sergio zählen.
Ab und an besucht er jetzt die Spiele von Sporting Kansas City, die in der Major League Soccer in dieser Saison mal eine 2:7-Klatsche bei LA Galaxy kassierten, dem Team um Zlatan Ibrahimovic. Als vor einiger Zeit Bastian Schweinsteiger, der seine Karriere im Oktober beendet hat, mit Chicago Fire im Children’s Mercy Park von Kansas antrat, war auch Witali einer von 18.570 Zuschauern. „Die tolle Atmosphäre beim Fußball hier hat mich überrascht. Die Amerikaner versuchen, die europäische Stimmungskultur aufzunehmen, mit Fan-Gesängen und allem, was dazu gehört“, sagt Witali, der auch dem „Tailgating“ viel abgewinnen kann. Dabei treffen sich die Fans lange vor dem Anpfiff auf den Parkplätzen vorm Stadion, holen die Grills aus dem Kofferraum, spielen Fußball oder Football. „Ein Riesen-Event und eine tolle Einstimmung aufs Spiel“, schwärmt Witali.
Natürlich aber kein wirklicher Ersatz für die von ihm vermissten Live-Duelle in der BayArena. Über Weihnachten kommen die Grabowskis wieder mal nach Burscheid. Einen Termin hat sich Witali schon im Kalender angestrichen: das Heimspiel der Werkself am 18. Dezember gegen Hertha BSC.

Werkself-TV zeigt nach dem 4:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli am 22. Bundesliga-Spieltag die Pressekonferenz mit den beiden Trainern Kasper Hjulmand und Alexander Blessin...
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Werkself-TV zeigt den 4:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli am 22. Bundesliga-Spieltag re-live...

Am 2. Spieltag der Hauptrunde in Liga A der DFB-Nachwuchsliga lieferte sich die U19 von Bayer 04 ein spannendes Duell mit dem 1. FSV Mainz 05. Nach der frühen Führung der Leverkusener durch Emmanuel Owen (4.) drehten die Gastgeber zwischenzeitlich das Spiel, ehe Jeremiah Mensah noch vor der Pause ausgleichen konnte (36.). Nach dem Seitenwechsel sorgte Jonah Berghoff für die erneute Leverkusener Führung (73.), aber Mainz traf nur zwei Minuten später zum 3:3-Endstand.
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Gerade einmal anderthalb Wochen nach dem Viertelfinal-Erfolg im DFB-Pokal heißt der Gegner der Werkself am Karnevalssamstag, 14. Februar (Anstoß: 15.30 Uhr), erneut FC St. Pauli. Im Rahmen des 22. Bundesliga-Spieltags gastieren jedoch Kiezkicker in der BayArena, die am vergangenen Wochenende mit einem Sieg gegen den VfB Stuttgart ordentlich Selbstvertrauen getankt haben. Dennoch spricht die Bilanz eindeutig pro Schwarz-Rot – und das Team von Trainer Kasper Hjulmand will auch gegen optimistische Hamburger alles dafür tun, dass das so bleibt. Die Kurzpässe.
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Nach dem emotionalen 2:1-Derbysieg gegen den 1. FC Köln sprechen Carlotta Wamser und Torschützin Sofie Zdebel über die Gründe für den wichtigen Dreier. Dabei ordnet das Duo die Leistung der Mannschaft ein – und blickt auf die kommenden Karnevalstage voraus.
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