
Niklas, die Ausgangslage ist klar: Ihr müsst gegen die Young Boys gewinnen, um ins Achtelfinale einzuziehen. Wie geht ihr dieses Duell an?
Auch wenn der Gegentreffer kurz vor dem Ende bitter und auch nicht verdient war, gebe ich Rudi Völler Recht: So ein Tor sollte die Sinne schärfen. Wir wissen jetzt genau: Wollen wir die nächste Runde erreichen, was ganz klar unser Ziel ist, müssen wir die Partie gewinnen.
Was sind für dich die Lehren aus der ersten Begegnung mit Bern?
Wir sind gut beraten, vom ersten Moment an hellwach zu sein und dagegenzuhalten. Bern hat uns im Hinspiel sofort unter Druck gesetzt und uns hoch angelaufen. Dann braucht man ein gutes Positionsspiel, um die erste Pressing-Linie zu überspielen. Gelingt das, werden sich für uns Räume ergeben. Auch zweite Bälle werden wieder eine entscheidende Rolle spielen. Die müssen wir uns sichern.
Beim 3:4 im Hinspiel warst du machtlos bei den Gegentoren. Kein schönes Spiel für einen Torhüter, speziell in der ersten Halbzeit...
Für einen Torwart ist es nie schön, wenn man ein Gegentor kassiert. Da sind die Umstände eigentlich egal. In der zweiten Halbzeit haben wir dann versucht uns gegenseitig mehr zu pushen. Die Organisation klappte besser, und so konnten wir noch drei Treffer erzielen.
Nach deinem Fehler in Augsburg wärst du vermutlich am liebsten im Boden versunken. Wie gehst du mit solchen Rückschlägen um?
Mein Credo ist: Steh zu deinen Fehlern, stelle dich der Kritik und lerne daraus. Ich bin nicht der Typ, der sich dann versteckt und verkriecht. Zumal es auch nichts bringt, sich im Spiel mit dem Fehler auseinanderzusetzen, das passiert in der Analyse nach der Begegnung. Vielmehr sollte man sich in dem Moment auf die nächsten Situationen konzentrieren. Dort habe ich dann wieder die Chance, der Mannschaft zu helfen.

Durch die Verletzung von Lukas Hradecky wirst du in den nächsten Wochen oft gefordert sein. Den Status als erster Vertreter des Stammkeepers hast du dir in dieser Saison im Training erarbeitet. Wie siehst du deinen Weg und auch den Konkurrenzkampf mit Lennart Grill?
Mir ist wichtig, dass ich in jeder Trainingseinheit Gas gebe und kontinuierlich an mir arbeite. Als Leistungssportler sollte es dein Anspruch sein, immer an dein Limit zu gehen. Nur so wird man besser. Natürlich habe ich mich zu Beginn der Saison gefreut, dass ich zum Torwart Nummer 2 aufgestiegen bin. Doch darauf darf man sich nicht ausruhen. Und zum Konkurrenzkampf: Der gehört im Leistungssport dazu. Wir haben in der Torhüter-Gruppe ein gutes Verhältnis untereinander. Doch natürlich versuchen wir uns durch gute Leistungen gegenseitig zu pushen. Hier kann sich keiner zurücklehnen. Ich empfinde die Konkurrenzsituation als leistungsfördernd.
Als Team geht ihr im Moment durch Höhen und Tiefen. Worauf wird es ankommen für einen erfolgreichen Saison-Endspurt?
Wir stecken gerade in einer schwierigen Phase. Durch die negativen Ergebnisse zuletzt fehlen uns Leichtigkeit und das Selbstverständnis. Diese beiden Aspekte spielen gerade für eine offensiv agierende Mannschaft jedoch eine große Rolle. Wir werden aus dieser Situation aber wieder herauskommen. Davon bin ich überzeugt. Die Mannschaft ist intakt, das hat man in Bern nach dem 0:3 und auch nach dem frühen Rückstand in Augsburg gesehen. Dort haben wir jeweils Moral gezeigt. Wir werden konzentriert weiterarbeiten, die Fehler abstellen und dann auch wieder erfolgreich sein.
Das Interview ist dem BayArena Aktuell zum Europa-League-Heimspiel gegen Young Boys Bern entnommen. HIER geht's zur kostenlosen Online-Ausgabe des Stadionflyers!

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