
Cheftrainer Gerardo Seoane nahm im Vergleich zum 1:0-Erfolg über den VfL Bochum in der Bundesliga insgesamt vier personelle Änderungen in seiner Startelf vor: Odilon Kossounou, Piero Hincapie, Exequiel Palacios und Paulinho begannen anstelle von Edmond Tapsoba, Daley Sinkgraven, Nadiem Amiri (alle Bank) und Kerem Demirbay (Rot-Sperre).
Die Werkself brauchte eine gute Viertelstunde Anlaufzeit, ehe sie zu ihrem Spiel fand. Das lag allen voran an der Kompaktheit der Gäste, die Moussa Diaby und Co. kaum Räume anboten. So musste ein Standard zur Führung herhalten: Eine perfekt getretene Ecke von Florian Wirtz veredelte Robert Andrich an der Kante des Fünfmeterraums per Kopf zum 1:0 für Schwarz-Rot – Celtic-Keeper Joe Hart war chancenlos (16.).

Diese Führung war durchaus verdient, war die Seoane-Elf doch bis zu diesem Zeitpunkt sowie im weiteren Spielverlauf die klar tonangebende Mannschaft. Mit einem erstklassigen Support von der Nordkurve im Rücken drückte Bayer 04 seinen Gast hinten rein und kreierte vor allem über die rechte Seite zahlreiche Offensivchancen. Letztlich fehlten aber oftmals der letzte Punch sowie das nötige Glück, um zum gewünschten Torerfolg zu kommen.
Auf der Gegenseite gab es dann nach Ansicht der TV-Bilder einen Elfmeter für die Grün-Weißen: Lukas Hradecky traf Celtic-Stürmer Kyogo Furuhashi in Folge einer Flanke am Kopf. Anastasios Sidiropoulos ließ zunächst weiterspielen, nach Eingriff des VAR entschied der Referee aber auf Strafstoß, den Josip Juranovic zum 1:1-Augleich nutzte (40.) – es war der erste Schuss der Schotten auf das Tor des Bayer 04-Kapitäns. Nur wenige Augenblicke später war die Werkself dann erneut im Unglück: Nach einem Fehler im Aufbauspiel der Gäste scheiterte Diaby mit seinem wuchtigen Volley-Versuch am Lattenkreuz, den Nachschuss setzte Wirtz an den Außenpfosten (43.) - Doppel-Alu-Pech für Schwarz-Rot! Es war die letzte nennenswerte Szene vor der Pause.
Bayer 04 kam mit frischer Offensiv-Power aus der Kabine und verpasste direkt um ein Haar das 2:1: Wirtz spielte einen tollen Steckpass in den Lauf von Diaby, im Eins-gegen-Eins mit Joe Hart blieb der Gäste-Keeper jedoch Sieger – den Nachschuss von Amine Adli konnte der Engländer ebenfalls parieren (54.). Die Schotten wurden von der Leverkusener Torchance regelrecht wachgeküsst, denn quasi im Gegenzug ging das Team von Chefcoach Ange Postecoglou in Führung: Furuhashi legte im Strafraum quer zu Jota, der ins lange Eck vollstreckte - Ergebnis gedreht (56.).

Die Grün-Weißen zogen sich in der Folge zunehmend in ihre eigene Hälfte zurück, die Werkself hatte mehr Ballbesitz und war um den Ausgleich bemüht. Es fehlte gegen kompakte Schotten, die sich tief hinten einigelten, allerdings an der zündenden Idee im vorderen Drittel. Die beste Chance verbuchte indes Adli – Hart war mit dem Fuß zur Stelle (80.).
Rund acht Minuten vor dem Schlusspfiff konnten die Schwarz-Roten den Rückstand dann aber doch noch egalisieren: Wirtz flankte von Rechtsaußen in den Strafraum zum eingewechselten Amiri, der den Ball mit dem ersten Kontakt auf Andrich klatschen ließ. Der Mittelfeldspieler nahm die Kugel ebenfalls direkt und knallte sie in die Maschen (82.).
Es wurde eine magische Europa-Pokal-Nacht, denn lediglich fünf Zeigerumdrehungen später brachte Diaby die BayArena endgültig zum Kochen: Wirtz legte von der Grundlinie zurück zum Franzosen, der von der Strafraumkante per Volley-Schuss zur 3:2-Führung einnetzte und so für pure Ekstase auf dem Platz sowie auf den Rängen sorgte – ein absolutes Spektakel! Bis zum Ende der sechsminütigen Nachspielzeit verteidigte Bayer 04 mit Mann und Maus und sicherte sich so schließlich einen verdienten Heimerfolg.

Damit machte die Werkself den vorzeitigen Gruppensieg klar und steht sicher im Achtelfinale der Europa League. Weiter geht es für Hradecky und Co. am kommenden Sonntag, 28. November. Dann ist die Seoane-Elf in der Bundesliga bei RB Leipzig zu Gast. Anstoß der Partie ist um 17.30 Uhr.
Die Statistik:
Bayer 04: Hradecky – Frimpong, Tah, Kossounou, Hincapie (75. Sinkgraven) – Andrich, Palacios – Diaby, Wirtz (89. Tapsoba), Paulinho (75. Amiri) – Adli
Celtic: Hart – Ralston, Carter-Vickers, Welsh, Juranovic – McGregor, Bitton (76. McCarthy), Turnbull – Forrest (72. Abada), Furuhashi (76. Ajeti), Jota (72. Johnston)
Tore: 1:0 Andrich (16.), 1:1 Juranovic (40.), 1:2 Jota (56.), 2:2 Andrich (82.), 3:2 Diaby (87.)
Gelbe Karten: Palacios, Hradecky – Carter-Vickers
Schiedsrichter: Anastasios Sidiropoulos (Griechenland)
Zuschauer: 19.830

Internationaler Vergleich auf Top-Niveau: Die U19 von Bayer 04 empfängt Olympique Marseille zu einem Testspiel. Die Partie gegen die Franzosen wird am Donnerstag, 5. November, um 14 Uhr im Ulrich-Haberland-Stadion ausgetragen. Der Eintritt für Fans ist frei. Wenige Stunden später stehen sich die beiden Klubs dann im Rahmen der UEFA Europa League in der BayArena gegenüber.
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Ohne ihn hätte Bayer 04 im Jahr 1988 möglicherweise nicht den UEFA-Cup gewonnen: Falko Götz traf für die Werkself im Final-Rückspiel gegen Espanyol Barcelona mit einem Flugkopfball zum zwischenzeitlichen 2:0. Der Rest ist schwarz-rote Fußball-Geschichte. In unserer Interview-Reihe anlässlich „40 Years Across Europe“ spricht der heute 64-Jährige über das Highlight seiner Leverkusener Zeit und erinnert sich an ein unfertiges Stadion sowie an besondere Partien. Und er hat einen wichtigen Appell an alle Fans der Werkself...
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Olympique Marseille kommt in der Ligue 1 immer besser in Fahrt. Der neunmalige französische Meister hat sich nach einem durchwachsenen Saisonstart zurückgekämpft und zuletzt vier Siege in Folge eingefahren. In der UEFA Europa League hingegen steht OM noch ohne Punkte da. Am Donnerstag, 5. November (Anstoß: 21 Uhr/live bei Sky, RTL, WOW und im Werkself-Radio), wollen die Marseillais das in der BayArena ändern. Der Gegner-Check.
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Am Ende ist doch nicht mehr der erhoffte Sieg herausgesprungen: In der Vorrunde der DFB-Nachwuchsliga holte die U17 von Bayer 04 am Mittwochabend am heimischen Leistungszentrum Kurtekotten ein 1:1 (0:1) gegen Fortuna Düsseldorf. Nach der frühen Führung der Gäste glich Gabriel Minutillo kurz nach dem Seitenwechsel für die Gastgeber aus. Trotz einiger weiterer guter Chancen gelang den Leverkusenern der Lucky Punch nicht mehr.
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