
Die Werkself ließ sich bereits nach zwei Minuten durch den Führungstreffer von Rochelt arg überrumpeln – es sollte bei weitem nicht das letzte Mal sein an diesem Nachmittag. Adam Hlozek glückte mit einem Flatter-Aufsetzer zwar früh der Ausgleich (5.), Elversberg aber blieb gefährlich und ging durch einen von Charles Aránguiz verursachten Foulelfmeter durch Koffi erneut in Führung (17.). Bayer 04 hatte einen offensiven Lichtblick, als Aránguiz eine schöne Stafette über Moussa Diaby und Sardar Azmoun energisch zum 2:2 abschloss (30.). Danach hatte Schwarz-Rot kurzzeitig Zugriff aufs Geschehen und Pech, dass Azmoun den Ball nur an den Innenpfosten setzte (32.). Wenig später riss Elversberg erneut tiefe Schneisen in die Leverkusener Verteidigung, und Schnellbacher traf nach einem Angriff über links zum 3:2. Das 4:2 von Conrad nach 74 Minuten, ein Kopfball nach Ecke, brachte schon die Vorentscheidung. HIER geht’s zum ausführlichen Spielbericht.

Trainer Gerardo Seoane ging mit seiner Team hart ins Gericht. „Wir waren von Anfang an nicht wachsam genug, nicht kernig genug in unserem Spiel, sehr fehlerhaft mit dem Ball. Wir haben die Räume zwischen den Linien nie eng halten können, es war in allen Belangen ungenügend. Das Dumme ist, dass du dir das in einem Pokalspiel nicht leisten kannst“, haderte der Chefcoach und kündigte an: „Es gilt jetzt sehr genau aufzuarbeiten, warum wir mental wie physisch nicht auf der Höhe waren.“ Auch Robert Andrich wählte klare Worte nach dem Spiel: „Es war eine Katastrophe von der ersten bis zur letzten Minute, wir sind offensiv wie defensiv immer einen Schritt zu spät gewesen, waren immer zweiter Sieger in den Zweikämpfen. Das Ausscheiden ist sehr hart wegzustecken, wir müssen die Mängel jetzt brutal ehrlich ansprechen.“
Dass Jonathan Tah nicht in der Anfangsformation stand, dürfte so manchen ein wenig überrascht haben. Gerardo Seoane hatte jedoch eine Erklärung für seine Entscheidung: „Jonathan ist als Letzter aus dem Urlaub zurückgekehrt und hat von den Innenverteidigern die wenigsten Einheiten absolviert, das war der Grund.“ Die Auswechselung von Sardar Azmoun zur Pause kommentierte der Coach so: „Es war ein taktischer Wechsel. Sardar hatte zuvor fast als zweiter Mittelstürmer agiert, durch den Tausch wollten wir das Mittelfeld etwas verstärken und verdichten, weil wir dort zu viele Räume offenbart hatten.“ Ein freudloser Tag war es auch für den Kapitän. Lukas Hradecky flogen die Bälle nur so um die Ohren, der Finne war bei allen Gegentoren ohne Abwehrchance und verhinderte in einigen Szenen noch mehr Schaden.
Manchmal ist es auch ein Kreuz mit den Zahlen. Zwar weist die Zweikampfquote von 58 zu 42 Prozent die Werkself im Vorteil aus, gefühlt aber hatte sich Elversberg in fast allen wichtigen und engen Duellen behauptet. Auch Ballbesitz (61 zu 39 Prozent), Passquote (85 zu 79 Prozent) und sogar Torschüsse (19 zu 17) sprachen scheinbar für Bayer 04. Ein Ausscheiden in der ersten Runde des DFB-Pokals hatte die Leverkusener zuletzt in der Saison 2011/12 ereilt, als es ein 3:4 nach Verlängerung beim damaligen Zweitligisten Dynamo Dresden gab.

„Zwei Rückstände konnte die Werkself gegen die forsch auftretenden Saarländer noch ausgleichen... Das Aus ist ein herber Dämpfer für Leverkusen“, schreibt RP online. Die Bild am Sonntag zitiert Lukas Hradecky: „Ich habe meine Mannschaft nicht wiedererkannt.“ Der Kölner Stadt-Anzeiger lässt in seiner Online-Ausgabe Simon Rolfes, den Geschäftsführer Sport bei Bayer 04, zu Wort kommen: „Wir haben nicht verteidigt. Jeder hat den anderen alleine gelassen. Wenn man nicht verteidigt, kann man nicht gewinnen, nicht im Pokal und nicht in der Liga. Wir müssen uns bei unseren Fans entschuldigen, die in Elversberg fantastisch waren.“
Der DFB-Pokal ist für Bayer 04 in dieser Saison Geschichte, jetzt folgt in der kommenden Woche der Auftakt in der Meisterschaft. Dabei trifft die Werkself am Samstag, 6. August, um 18.30 Uhr bei Borussia Dortmund an. Der BVB setzte sich in der ersten Pokalrunde mit 3:0 beim Drittligisten 1860 München durch.

Nach dem Wintereinbruch der letzten Wochen wurden alle geplanten Partien der Nachwuchs-Teams im Freien abgesagt. Die meisten Mannschaften waren jedoch ohnehin in der Halle aktiv – und das äußerst erfolgreich: Sowohl die U13 als auch die U16-Juniorinnen gewannen ihre Turniere in Wermelskirchen und auf Schalke. Die U19 landete beim hochkarätigen Mercedes-Benz Junior Cup auf Rang 5 und für die U15 stand beim ebenfalls stark besetzten Pape-Cup in Magdeburg am Ende Platz vier zu Buche – das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
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Enge Tribünen, kleines Feld, laute Fans: Am vergangenen Wochenende trat die U19 von Bayer 04 im Sindelfinger Glaspalast auf dem renommierten Mercedes-Benz Junior Cup 2026 an, der seit über 30 Jahren Topklubs aus dem In- und Ausland anzieht. Über zwei Turniertage duellierte sich der älteste Nachwuchs-Jahrgang des Werksklubs, feierte dabei Siege unter anderem gegen den 1. FC Köln und den FC Bayern München. Am Ende stand der 5. Platz zu Buche. Simone Cannizzaro aus der Leverkusener U17 wurde seinerseits als bester Torschütze des Turniers ausgezeichnet.
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Bayer 04-Fans aufgepasst: Beim Heimspiel in der UEFA Champions League gegen den FC Villarreal am 28. Januar (Anstoß: 21 Uhr) haben Werkself-Anhänger die Möglichkeit, das Spiel aus einer anderen Perspektive zu verfolgen. Aufgrund zurückgegebener Kontingente des Gastklubs wird der Auswärts-Stehblock zum Heimbereich. Tickets sind seit Montag, 12. Januar, für Jedermann erhältlich. Alle Infos.
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Es war ein gebrauchter Samstagabend. Die Werkself unterlag zum Start ins neue Jahr am 16. Bundesliga-Spieltag 2025/26 gegen den VfB Stuttgart 1:4. Ein Ergebnis, das bei Spielern wie Fans gleichermaßen für enttäuschte Gesichter sorgte. „Wir haben ohne Leidenschaft gespielt“, stellte etwa Alejandro Grimaldo im Anschluss ehrlich fest. Mitspieler Jarell Quansah zeigte sich noch selbstkritischer, betonte: „Wir waren Meilen von einer guten Leistung entfernt. Vor allem vor unseren Fans hier im eigenen Stadion kannst du so eine Leistung nicht zeigen. Da müssen wir uns, um ehrlich zu sein, entschuldigen.“ Alle Aussagen sowie Zahlen und Fakten zum Duell mit dem VfB Stuttgart liefert der Werkself Nachdreher.
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