Werkself Nachdreher zu #ELVB04: Früher Redebedarf

Es war das Gegenteil dessen, was man sich bei Bayer 04 vom Saisonstart versprochen hatte: Die 3:4 (2:3)-Niederlage beim Drittligisten SV 07 Elversberg und das damit verbundene Ausscheiden aus dem DFB-Pokal hat für tiefe Ernüchterung gesorgt. Der Werkself Nachdreher...
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ZUSAMMENFASSUNG: KAUM EINMAL ZUGRIFF

Die Werkself ließ sich bereits nach zwei Minuten durch den Führungstreffer von Rochelt arg überrumpeln – es sollte bei weitem nicht das letzte Mal sein an diesem Nachmittag. Adam Hlozek glückte mit einem Flatter-Aufsetzer zwar früh der Ausgleich (5.), Elversberg aber blieb gefährlich und ging durch einen von Charles Aránguiz verursachten Foulelfmeter durch Koffi erneut in Führung (17.). Bayer 04 hatte einen offensiven Lichtblick, als Aránguiz eine schöne Stafette über Moussa Diaby und Sardar Azmoun energisch zum 2:2 abschloss (30.). Danach hatte Schwarz-Rot kurzzeitig Zugriff aufs Geschehen und Pech, dass Azmoun den Ball nur an den Innenpfosten setzte (32.). Wenig später riss Elversberg erneut tiefe Schneisen in die Leverkusener Verteidigung, und Schnellbacher traf nach einem Angriff über links zum 3:2. Das 4:2 von Conrad nach 74 Minuten, ein Kopfball nach Ecke, brachte schon die Vorentscheidung. HIER geht’s zum ausführlichen Spielbericht.

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STIMMEN: „MENTAL WIE PHYSISCH NICHT AUF DER HÖHE“

Trainer Gerardo Seoane ging mit seiner Team hart ins Gericht. „Wir waren von Anfang an nicht wachsam genug, nicht kernig genug in unserem Spiel, sehr fehlerhaft mit dem Ball. Wir haben die Räume zwischen den Linien nie eng halten können, es war in allen Belangen ungenügend. Das Dumme ist, dass du dir das in einem Pokalspiel nicht leisten kannst“, haderte der Chefcoach und kündigte an: „Es gilt jetzt sehr genau aufzuarbeiten, warum wir mental wie physisch nicht auf der Höhe waren.“ Auch Robert Andrich wählte klare Worte nach dem Spiel: „Es war eine Katastrophe von der ersten bis zur letzten Minute, wir sind offensiv wie defensiv immer einen Schritt zu spät gewesen, waren immer zweiter Sieger in den Zweikämpfen. Das Ausscheiden ist sehr hart wegzustecken, wir müssen die Mängel jetzt brutal ehrlich ansprechen.“

PERSONAL: HRADECKY OFT ALLEIN GELASSEN

Dass Jonathan Tah nicht in der Anfangsformation stand, dürfte so manchen ein wenig überrascht haben. Gerardo Seoane hatte jedoch eine Erklärung für seine Entscheidung: „Jonathan ist als Letzter aus dem Urlaub zurückgekehrt und hat von den Innenverteidigern die wenigsten Einheiten absolviert, das war der Grund.“ Die Auswechselung von Sardar Azmoun zur Pause kommentierte der Coach so: „Es war ein taktischer Wechsel. Sardar hatte zuvor fast als zweiter Mittelstürmer agiert, durch den Tausch wollten wir das Mittelfeld etwas verstärken und verdichten, weil wir dort zu viele Räume offenbart hatten.“ Ein freudloser Tag war es auch für den Kapitän. Lukas Hradecky flogen die Bälle nur so um die Ohren, der Finne war bei allen Gegentoren ohne Abwehrchance und verhinderte in einigen Szenen noch mehr Schaden.

STATISTIK: WIE VOR ELF JAHREN IN DRESDEN

Manchmal ist es auch ein Kreuz mit den Zahlen. Zwar weist die Zweikampfquote von 58 zu 42 Prozent die Werkself im Vorteil aus, gefühlt aber hatte sich Elversberg in fast allen wichtigen und engen Duellen behauptet. Auch Ballbesitz (61 zu 39 Prozent), Passquote (85 zu 79 Prozent) und sogar Torschüsse (19 zu 17) sprachen scheinbar für Bayer 04. Ein Ausscheiden in der ersten Runde des DFB-Pokals hatte die Leverkusener zuletzt in der Saison 2011/12 ereilt, als es ein 3:4 nach Verlängerung beim damaligen Zweitligisten Dynamo Dresden gab.

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PRESSESCHAU: „BEI DEN FANS ENTSCHULDIGEN“

„Zwei Rückstände konnte die Werkself gegen die forsch auftretenden Saarländer noch ausgleichen... Das Aus ist ein herber Dämpfer für Leverkusen“, schreibt RP online. Die Bild am Sonntag zitiert Lukas Hradecky: „Ich habe meine Mannschaft nicht wiedererkannt.“ Der Kölner Stadt-Anzeiger lässt in seiner Online-Ausgabe Simon Rolfes, den Geschäftsführer Sport bei Bayer 04, zu Wort kommen: „Wir haben nicht verteidigt. Jeder hat den anderen alleine gelassen. Wenn man nicht verteidigt, kann man nicht gewinnen, nicht im Pokal und nicht in der Liga. Wir müssen uns bei unseren Fans entschuldigen, die in Elversberg fantastisch waren.“

AUSBLICK: TOPSPIEL IN DORTMUND

Der DFB-Pokal ist für Bayer 04 in dieser Saison Geschichte, jetzt folgt in der kommenden Woche der Auftakt in der Meisterschaft. Dabei trifft die Werkself am Samstag, 6. August, um 18.30 Uhr bei Borussia Dortmund an. Der BVB setzte sich in der ersten Pokalrunde mit 3:0 beim Drittligisten 1860 München durch.

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