Werkself Nachdreher zu #B04KSC: Zerknirschter Kapitän und jüngster Debütant

Das DFB-Pokal-Aus in Runde zwei „tut weh“, doch es gehe „immer weiter“. Torhüter Lukas Hradecky stellt sich Fans und Medien, Stürmer Iker Bravo avanciert zum jüngsten Leverkusener aller Zeiten. Der Werkself Nachdreher zum 1:2 gegen den Karlsruher SC.
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ZUSAMMENFASSUNG: FRIMPONG KONTERT CUETO - doch choi ist eiskalt

Der Start in das K.o.-Duell verlief für die Werkself äußerst unglücklich, denn bereits nach vier Minuten musste Lukas Hradecky hinter sich greifen: Philipp Hofmann scheiterte zunächst noch per Kopf am stark reagierenden Finnen, Lucas Cueto schaltete jedoch blitzschnell und traf im Nachschuss zur frühen Führung für den KSC. Die Reaktion der Schwarz-Roten ließ nicht lange auf sich warten, allerdings mangelte es noch an Präzision im Abschluss – Moussa Diaby (10.) und Amine Adli (12.) verpassten die schnelle Antwort nur um wenige Zentimeter. Es dauerte schließlich bis in die 54. Minute, ehe Bayer 04 den Rückstand egalisieren konnte: Jeremie Frimpong spielte im Sechzehner einen tollen Doppelpass mit Adli und versenkte die Kugel anschließend aus halbrechter Position im linken oberen Eck – der Ausgleich!

Die Schwarz-Roten verpassten es in der Folge, aus ihrem Chancenplus Kapital zu schlagen. Zu viele Ungenauigkeiten im vorderen Drittel verhinderten aussichtsreiche Abschluss-Gelegenheiten. Die Gäste hingegen präsentierten sich effizienter – und gingen mit dem nächsten Torschuss wieder in Führung: Hradecky spielte einen Pass in die Füße von KSC-Angreifer Kyoung-Rok Choi, der anschließend zum 2:1 für die Gäste vollstrecke (64.). Das war auch der Endstand der Partie, da die Seoane-Elf für ihre großen Offensiv-Bemühungen bis zum Schlusspfiff unbelohnt blieb und in Person von Adli (77.) und Iker Bravo (78.) noch jeweils gute Einschussmöglichkeiten vergab. HIER geht's zum ausführlichen Spielbericht.

STIMMEN: „MÜSSEN JETZT UNSERE ARBEITSHANDSCHUHE ANZIEHEN“

„Wir sind alle enttäuscht, dieses Ausscheiden tut weh. Wir müssen jetzt unsere Arbeitshandschuhe anziehen, denn klar ist: Es geht immer weiter“, betonte Lukas Hradecky im Anschluss an die Partie. Der 32-Jährige fühlte sich nach seinem Fehler zum 1:2 verantwortlich für die Niederlage. Trainer und Teamkollegen stärkten dem Keeper, der nach Abpfiff auch von den Fans in der BayArena lautstark unterstützt worden ist, jedoch den Rücken: „Lukas muss sich keine Vorwürfe machen. Jeder darf Fehler machen. Er hat oft genug gezeigt, dass er ein enorm wichtiger Spieler für uns ist – als Kapitän und als Führungsperson“, unterstrich etwa Abwehrspieler Jonathan Tah.

Und auch Gerardo Seoane bekräftigte auf der Pressekonferenz: „Lukas hat uns schon viele Punkte gerettet. Bei Torhütern werden Fehler leider meist mit einem Gegentor bestraft. Trotzdem gewinnen wir zusammen und verlieren auch zusammen!“ Insgesamt habe der Werkself die Effizienz und Entschlossenheit vor dem Tor gefehlt, so der Schweizer weiter. „Wir werden das gründlich aufarbeiten. Dann gilt es, wieder aufzustehen und den Fokus auf das Bundesliga-Spiel am Samstag gegen den VfL Wolfsburg zu richten.“

PERSONAL: BRAVO TRÄGT SICH IN GESCHICHTSBÜCHER EIN

So sehr das Aus im DFB-Pokal schmerzt: Das 1:2 gegen den KSC schrieb auch zwei tolle Personalgeschichten aus Sicht von Bayer 04. Zunächst wäre da Iker Bravo. Der 16-jährige Angreifer, der im Sommer aus der Talentschmiede des FC Barcelona unters Bayer-Kreuz gewechselt war, stand zum ersten Mal im Kader der Werkself, nahm zunächst auf der Bank Platz. In der 77. Minute trug sich der Spanier dann aber in die Klubhistorie ein, als seine Trikotnummer in schimmerndem Grün auf der Anzeigetafel leuchtete. „Er hatte den Auftrag, sich im Sechzehner zu bewegen. Das hat er gut gemacht“, lobte Trainer Gerardo Seoane den Youngster, der damit nun wettbewerbsübergreifend der jüngste Spieler ist, der für Bayer 04 je eingesetzt wurde (16 Jahre, 9 Monate, 15 Tage).

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Die zweite Geschichte schrieb an diesem Pokalabend Jeremie Frimpong. Der 20-Jährige, der in der Bundesliga und Europa League bislang als hervorragender Vorlagengeber (5 Assists) in Erscheinung getreten war, stellte gegen den KSC auch seine Abschlussqualitäten unter Beweis. Beim Derby in Köln traf der niederländische U21-Nationalspieler am Sonntag noch die Querlatte, drei Tage später erzielte er vor heimischer Kulisse sein erstes Pflichtspieltor im schwarz-roten Dress.

STATISTIK: GLÜCKLOSE POKALNACHT

Manchmal braucht man im Fußball einfach auch ein bisschen Glück. Das hat leider gefehlt. Denn wirft man einen Blick auf die Statistik, wird schnell deutlich, wie ärgerlich diese Niederlage am Ende wirklich war. Die Werkself war in nahezu allen Belangen überlegen, lediglich bei den gewonnenen Zweikämpfen hatten die Badener leicht die Nase vorn (54 Prozent). Insgesamt feuerten Amine Adli und Co. 19 Schüsse auf das Tor von KSC-Keeper Marius Gersbeck ab – der Franzose war auf Seiten der Schwarz-Roten der Spieler mit den meisten Abschlüssen aufs Gehäuse (5). Die Mannschaft von Gäste-Trainer Christian Eichner versuchte es ihrerseits ganze 8-mal. Bayer 04 hatte derweil mehr Spielanteile als der Zweitligist und war das dominantere Team. Der Ballbesitz (60 Prozent für Leverkusen) sowie das Eckeverhältnis (10:5) sprechen eine deutliche Sprache – was einmal mehr Seoanes Analyse untermauert („Wir waren nicht effizient und entschlossen genug“).

PRESSESCHAU: COURAGIERTEr KSC nutzt „JEDES MOMENTUM“

„Der KSC nutzt jedes Momentum“, titelt der kicker und attestiert den Karlsruhern im Rahmen der Spiel-Analyse „Nehmerqualitäten nach dem Ausgleich“ und einen „insgesamt couragierten Auftritt“. Damit greift das Fußball-Fachblatt auch das auf, was KSC-Chefcoach Christian Eichner schon auf der Pressekonferenz nach der Partie feststellte: „Es waren alle Zutaten im Topf, die man für eine Sensation braucht.“

Eine angemessene Würdigung erhielt unterdessen die Leistung von Verteidiger Jeremie Frimpong. Der Niederländer zählte zweifelsohne zu den besten Leverkusenern auf dem Platz. „Nach der Pause war er an fast allen Offensivaktionen der Werkself beteiligt“, schreibt die Rheinische Post und bewertet den Torschützen mit der Note 3. Der Kölner Stadt-Anzeiger bescheinigte dem 20-Jährigen zudem einen „guten Laufweg und Abschluss“ bei seinem Treffer zum 1:1.

AUSBLICK: WOLFSBURG KOMMT MIT neuem Coach

Der Oktober ist pickepackevoll. Deshalb gilt es für Bayer 04, diese Niederlage schnell abzuhaken und sich bestmöglich auf das anstehende Bundesliga-Duell vorzubereiten. Bereits am Samstag, 30. Oktober (Anstoß: 15.30 Uhr), hat das Team von Chefcoach Gerardo Seoane den VfL Wolfsburg zu Gast. Bei den Wölfen gab es am Sonntag die erste Trainer-Entlassung der laufenden Bundesliga-Saison: Mark van Bommel musste seinen Hut nehmen. Für ihn übernimmt nun Florian Kohfeldt, der in der BayArena sein erstes Spiel als neuer Trainer der Niedersachsen bestreiten wird.

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